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Teurer Sozialstaat

Liebe Leser,

Deutschland ist auf dem besten Wege, seine Zukunft zu verfrühstücken. Der soziale Bereich wird immer stärker aufgebläht, anstatt in Innovation zu investieren. So ist die Summe aller Sozialausgaben im vergangenen Jahr stärker gewachsen als unsere gesamte Wirtschaftsleistung – und dies das vierte Mal in Folge.

Während die Sozialaufwendungen um 4,5 Prozent zulegten, nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um nominal 3,8 Prozent zu. In absoluten Zahlen wird die Dimension des Desasters deutlich: über 888 Milliarden Euro flossen im Vorjahr in den sozialen Bereich. Über die vergangenen fünf Jahre stiegen die Sozialausgaben um insgesamt knapp 120 Milliarden Euro.

Die gesamtwirtschaftliche Sozialleistungsquote hat sich von 28,7 Prozent des BIP im Jahr 2012 auf 29,4 Prozent im Vorjahr erhöht. Und es kommt im Sinne des Wortes noch schlimmer. Bis zum Jahr 2019 sind Leistungsausweitungen allein in der Sozialversicherung von 87 Milliarden Euro bereits beschlossene Sache. Schon im laufenden Jahr schlagen die neuen sozialen Wohltaten mit knapp 20 Milliarden Euro zu Buche.

Wir erinnern uns: Beim ersten Rentenpaket, es umfasste u. a. die Rente mit 63 und die Mütterrente, war die Bundesregierung von 160 Milliarden Euro bis 2030 ausgegangen. Experten schätzen die tatsächlichen Kosten auf bis zu 230 Milliarden Euro. Aber der Wähler ist vergesslich. Deshalb dürften die Parteien vor der Bundestagswahl erneut die Spendierhose anziehen.

Im Leben gibt es bekanntlich nichts umsonst. Die Kehrseite der Sozialsause ist eine wachsende Abgabenlast. Anders gesagt, die Zeche zahlen wir alle. Die Sozialabgaben dürften 2017 erstmals seit längerem wieder die 40-Prozent-Marke übersteigen. Dabei liegt der Anteil von Steuern und Abgaben an der Wirtschaftsleistung in Deutschland mit 36,1 Prozent schon heute deutlich über dem OECD-Schnitt von 34,7 Prozent. Auf eine einfache Formel gebracht: Mehr Sozialstaat bedeutet weniger Wettbewerbsfähigkeit.

Andere Länder, andere Sitten. Einige EU-Länder finanzieren ihre (Sozial-)Ausgaben vorzugsweise auf Pump. Im Ergebnis schieben sie einen gigantischen Schuldenberg vor sich her. So hat Italiens Schuldenstand mit 2,2 Billionen Euro rund 133 Prozent des BIP erreicht. Frankreichs Staatsschulden belaufen sich auf 2,1 Billionen, Spanien hat Schulden von 1,1 Billionen Euro aufgehäuft. Paradoxerweise argumentiert die OECD jetzt, die EU-Krisenländer trügen ja eine viel zu hohe Schuldenlast, um Reformen durchzuführen.

Dem süßen Gift des Schuldenmachens erliegen aber nicht nur wir Europäer. So summieren sich die Autokredite in den USA auf über eine Billion Dollar. Die gegenwärtig größte Gefahr geht von den Schwellenländern aus. Dort haben sich die Unternehmen massiv verschuldet. In China beispielsweise sind die Firmenschulden mehr als doppelt so groß wie die Wirtschaftsleistung, in Malaysia ist es das 1,5-fache. Im Schnitt erreichen die Schulden des privaten Sektors in den Schwellenländern 85 Prozent des BIP.

Weltweit baut sich gerade (wieder) eine gigantische Kreditblase auf. Die Frage ist längst nicht mehr ob, sondern wann sie platzt. Schon orakelt die Weltbank, die Weltwirtschaft könnte 2017 mit 1,8 Prozent eine „sehr niedrige Wachstumsrate sehr nah an den Jahren 1975, 1988 oder 2001“ erzielen. Das waren die Jahre der Ölkrise, des Börsencrashs in den USA und des Platzens der Technologieblase. Kein gutes Omen also.

Mario Ohoven

Foto: Thomas Imo

Deutschland-News

Umfrage: EZB verunsichert Mittelstand

Die EZB sorgt für Unsicherheit im deutschen Mittelstand. Ihr Plan, über niedrige Zinsen eine höhere Kreditvergabe und damit mehr Investitionen anzufachen, geht nicht auf. Es ist daher Zeit für ein Ende der Nullzins-Politik. Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage, die der BVMW unter mehr als 1.100 Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat.

Für mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Mittelständler überwiegen in der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung die Risiken der EZB-Politik den Nutzen. Lediglich 13 Prozent bewerten den volkswirtschaftlichen Nutzen höher als die Risiken. Der Mittelstand befürchtet infolge der Niedrigzinspolitik vor allem Blasenbildung durch Spekulation, Überschuldung in der Eurozone sowie erhebliche Ertragsprobleme bei heimischen Sparkassen und Banken. Wenn die Zinsen auf ein normales Niveau zurückkehren werden, werden Krisen bei Staaten und Unternehmen wahrscheinlicher.

Die Auswertung der Umfrage ist abrufbar unter: bit.ly/Auswertung_EZB-Umfrage

 


Digitaler Durchbruch

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Pressefrühstück bei der Digital-Konferenz tools mit (v. li.): Gérald Lamusse, Messe Berlin; Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer; BVMW-Präsident Mario Ohoven.

BVMW-Präsident Mario Ohoven und Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer eröffneten vor kurzem die Connexpo tools Digitalkonferenz in Berlin. Die Fachkonferenz zur Digitalisierung im Mittelstand hat sich zum Ziel gesetzt, Möglichkeiten und Instrumente rund um die Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Prozessen vorzustellen und erlebbar zu machen. Zwei Tage lang begleitete der BVMW als Partner die Konferenz und den Austausch über digitales Arbeiten in KMU. Neben einem eigenen Aussteller-Stand, an dem sich Unternehmen über die Aktivitäten des BVMW informieren konnten, veranstaltete das vom BVMW geführte Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum einen Workshop. Hier wurde das kürzlich gestartete Zentrum vorgestellt, Teilnehmer konnten direktes Feedback zu den Angeboten geben.

Weitere Informationen zum Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum auf Seite 18.

 


Neues Familiengeld geplant

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat Pläne für ein neues Familiengeld vorgestellt. Künftig sollen Eltern, die ihre Arbeitszeit für die Familie um 10-20 Prozent reduzieren, finanziell unterstützt werden. Konkret heißt das, dass beide Eltern für eine verringerte Arbeitszeit von 28-36 Stunden pro Woche zusammen 300 Euro monatlich erhalten sollen. Das Familiengeld kann nur in Anspruch genommen werden, wenn beide Eltern die Arbeitszeit reduzieren, getrennt Erziehende haben Anspruch auf je 150 Euro, Alleinerziehende bekommen die vollen 300 Euro. Das Familiengeld soll für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten und bis zum achten Lebensjahr des Kindes beansprucht werden können. Die Umsetzung soll nach Schwesig noch in der laufenden Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden.

 


Nachwuchs für den Mittelstand

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Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit Bundesgeschäftsleiter Politik Patrick Meinhardt. (Foto: www.koenigs-fotografie.de)

Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg aus Villingen-Schwenningen besuchten mit ihrem Studiengangsleiter Prof. Dr. Lothar Wildmann die Bundesgeschäftsstelle des BVMW. Bundesgeschäftsleiter Politik Patrick Meinhardt stellte den Verband vor. Die BWL-Studenten mit dem Schwerpunkt mittelständischer Wirtschaft arbeiten alle bereits in einem Unternehmen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand TTIP. Welche Auswirkung hat es für den Mittelstand? Welche Chancen und Risiken liegen in dem Freihandelsabkommen?

Wenn Sie Gruppen kennen, die den BVMW in Berlin besuchen möchten, schreiben Sie uns:
emanuel.boeselager@bvmw.de.

 


Weniger Bürokratie bei Sozialversicherung

Die elektronischen Meldeverfahren in der Sozialversicherung sollen nach Planung der Bundesregierung vereinfacht werden, unter anderem durch den Einsatz einer maschinenlesbaren Verschlüsselung der Daten auf dem Sozialversicherungsausweis. Auch der Mittelstand soll von Bürokratie entlastet werden. Dafür ist eine Vereinfachung der Übermittlung von Entgeltbescheinigungsdaten vorgesehen. Außerdem soll ein Online-Informationsportal für Arbeitgeber zu sozialversicherungsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit den Melde- und Beitragsverfahren eingerichtet werden.

 


Mittelstand wird notfalls gegen „Blaue Plakette“ klagen

Der BVMW hat sich gegen die Einführung der Blauen Plakette ausgesprochen, der Verband hält Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten für den falschen Weg. Darunter leidet vor allem das örtliche Handwerk und Gewerbe, dem zusätzliche Lasten aufgebürdet werden. Nofalls wird der BVMW gegen die mittelstandsfeindliche Aussperrungsstrategie auch juristisch mobilmachen.

Viele umweltbewusste Kleinunternehmer sind bis in die jüngste Zeit auf sparsame, CO2-arme Dieselfahrzeuge nach der Euro-5-Norm umgestiegen. Ein Fahrverbot für sie käme einer Enteignung von Betriebsvermögen gleich. Zudem drohen dem Handwerk weitere Belastungen bei der Mobilität. Es bestehen Pläne, die Lkw-Maut auf Fahrzeuge ab 3,5 t Gesamtgewicht auszuweiten.

Siehe Beitrag Seite 20

 


Starker Partner Ungarn

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Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen in Ungarn.

Ungarn gehört nicht nur für Deutschland, sondern auch für den BVMW zu den wichtigsten Partnern in der internationalen Zusammenarbeit. Das BVMW-Repräsentanzbüro in Budapest wurde unlängst durch eine Kooperation mit dem Deutschen Wirtschaftsclub vor Ort gestärkt. Für die kommenden Monate sind mehrere Unternehmerreisen nach Ungarn geplant. Im Rahmen der 21. Internationalen Begegnung traf Mario Ohoven den ungarischen Minister Zoltán Balog, dieser sagte dem BVMW seine tatkräftige Unterstützung zu. Seit Mai 2012 ist er unter Ministerpräsident Viktor Orbán Minister für Humanressourcen mit der Zuständigkeit für die Bereiche Gesundheit, Soziales, Jugend, Bildung, Kultur und Sport.

 


CDU-Fraktionsvize Jung neu im Politischen Beirat

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Dr. Franz-Josef Jung, MdB.

Dr. Franz-Josef Jung, CDU, verstärkt den Politischen Beirat des BVMW. Der promovierte Jurist tritt die Nachfolge von Thomas Strobl an, der den Beirat mit Annahme des Innenministerpostens in Baden-Württemberg verlassen hat.

Von 1983 bis 2005 war der als Rechtsanwalt und Notar zugelassene Jung im Hessischen Landtag vertreten. Seit 2005 ist er Mitglied im Deutschen Bundestag, von 2005 bis 2009 gehörte er der Bundesregierung als Minister der Verteidigung und später als Minister für Arbeit und Soziales an. Der gebürtige Rheingauer ist ferner Mitglied des Bundesvorstandes der CDU und stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion.

Weitere Mitglieder des Politischen Beirats des BVMW sind SPD-Generalsekretärin Dr. Katharina Barley, Staatssekretärin a. D. Dagmar Wöhrl (CSU), der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir, Linken-Fraktionschef Dr. Gregor Gysi sowie der langjährige FDP-Vorsitzende Dr. Wolfgang Gerhardt.

 


Mittelstandsallianz trifft Gabriel

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Präsidenten der BVMW-Mittelstandsallianz mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. (Foto: www.koenigs-fotografie.de)

Wie gelingt Mittelstand 4.0? Gemeinsam mit Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel diskutieren BVMW-Chef Mario Ohoven und Präsidenten der Mittelstandsallianz des BVMW aktuelle Herausforderungen der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Ohoven stellte dar, welchen Nachholbedarf der Wirtschaftsstandort Deutschland und besonders die kleinen und mittleren Betriebe haben. Die Vielfältigkeit der aktuellen Anforderungen und Entwicklungen verdeutlichten die Partnerverbände der Mittelstandsallianz.

 


Erbschaftsteuer muss abgeschafft werden

Das Bundesverfassungsgericht macht Druck bei der Erbschaftsteuer und drängt auf eine schnelle Einigung. Zwar hatte die Bundesregierung Ende Juni eine Reform beschlossen, scheiterte jedoch am Bundesrat. Im September will sich das Bundesverfassungsgericht erneut mit der Steuer befassen und notfalls eine Übergangsregelung schaffen.

Nach Ansicht der Richter verstoßen die Verschonungsprivilegien für Unternehmer gegen den Gleichheitsgrundsatz. Deshalb hatten sie 2014 das Erbschaftsteuergesetz für verfassungswidrig erklärt und der Politik bis zum 30. Juni 2016 Zeit zur Neugestaltung eingeräumt.

„Die Erbschaftsteuer ist und bleibt ungerecht, belastet den Mittelstand über Gebühr und gefährdet Arbeits- und Ausbildungsplätze“, warnt Mittelstandspräsident Ohoven. Der BVMW fordert daher eine zügige Abschaffung der Erbschaftsteuer. Länder wie die Schweiz, Österreich oder Kanada haben es erfolgreich vorgemacht. Denkbar wäre auch die von der CSU vorgeschlagene Regionalisierung als Einstieg in den Ausstieg bei der Erbschaftsteuer.

 


Der digitale Wandel bietet ganz neue Möglichkeiten

Der Mittelstand. sprach mit Kai Diekmann, BILD-Herausgeber, über die Herausforderungen und neue Möglichkeiten durch die Digitalisierung für die Medienwelt.

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Der Mittelstand.: Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben Sie aus den USA zur Entwicklung der Digitalisierung mitgebracht?

Kai Diekmann: Ich wusste auch schon vor meiner einjährigen Reise ins Silicon Valley, dass die Erde keine Scheibe ist. Doch dort wurde mir dramatisch vor Augen geführt, dass sich der digitale Wandel schneller vollzieht, als das viele noch immer wahr haben möchten. Meine Erkenntnisse waren vor allem kultureller Natur. Der erste Rat, den ich bekam, war „Find a new way to fuck up“. Gemeint ist damit: Scheitere oft, scheitere schnell und dann mache es besser! Denn die Leidenschaft, neue Dinge auszuprobieren, ist das wahre Geheimnis des Silicon Valley. Es ist ein Ort, an dem Scheitern eine Bedingung ist für Erfolg und ein Ort, der Leidenschaft für Experimente erzeugt. Wenn in Deutschland etwas schief läuft, wird direkt ein Schuldiger gesucht, den man zur Verantwortung ziehen kann. Im Silicon Valley sind Fehler nicht nur erlaubt, sie gelten als Ausweis von Erfahrung. Genauso ist die Wertschätzung von Mitarbeitern ein zentraler Punkt für Erfolg im Valley. Warum? Weil Talent der einzig haltbare Wettbewerbsvorteil ist.

Was muss Deutschland tun, um im weltweiten digitalen Wettbewerb zu bestehen?

Es ist schon faszinierend – man könnte auch sagen: erschreckend – dass gerade in Deutschland, dem Land von „Made in Germany“, neue Technologien oft als eine Bedrohung empfunden werden. Im Silicon Valley wird Technologie als Chance, nicht als „notwendiges Übel“ verstanden: Technologie als Chance zur Steigerung der Lebensqualität – und zwar der Lebensqualität aller. Jeder dort weiß: Wenn wir uns mit Technologien keinen Vorteil verschaffen, tun es andere. Und: Innovation ist immer nur ein temporäres Monopol.

Der deutsche Mittelstand exportiert weltweit Ersatzteile, die es jahrzehntelang nur bei uns gab. Möglicherweise wird aber der 3D-Druck, der es Ihnen ermöglicht, vom Halswirbel bis zum ganzen Haus einfach ALLES zu drucken, da noch einiges durcheinanderwirbeln.

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Kai Diekmann, BILD-Herausgeber (Foto: Daniel Biskup)

BILD baut den Online-Bereich konsequent aus. Gelingt der Spagat zwischen neuen Zielgruppen und traditioneller Leserschaft?

Erinnern Sie sich noch daran, als es hieß: ‚Man kann für News im Internet kein Geld nehmen, weil niemand dafür Geld zahlen will?’ Aktuell haben wir 320.000 Nutzer davon überzeugen können, ein Abo für unser Premium-Modell BILD Plus abzuschließen. 320.000 Menschen, die jeden Monat bereit sind, im Internet Geld für unsere Inhalte zu zahlen. Das sind mehr Abonnenten, als die meisten Zeitungen in Deutschland überhaupt Auflage haben. Das ist kein Grund abzuheben, lässt uns aber hoffen.

Geht die fortschreitende Digitalisierung der Medien auf Kosten der journalistischen Qualität?

Das Gegenteil ist doch der Fall. Der digitale Wandel bietet uns ganz neue Möglichkeiten. BILD ist zum Beispiel in Deutschland das erste große Medium, das seine Nutzer auf 360-Grad-Reportagen mitnimmt. Sie sehen ein Video – zum Beispiel von einem Rettungsboot der griechischen Küstenwache – und denken, Sie sind mitten dabei. Information wird dadurch auf eine vielfältige, beeindruckende Art erlebbar.

Wie wird sich der Printbereich in Deutschland zukünftig entwickeln?

Die Verlage wissen, dass wir im Printbereich kein großartiges Wachstum mehr erzielen werden, da wir nun mal mitten im digitalen Wandel sind und viele junge Leser nicht mehr physisch am Kiosk treffen, sondern zum Beispiel auf den sozialen Netzwerken, wie Facebook oder Instagram. Das ist die eine Wahrheit. Die andere Wahrheit ist, dass zum Beispiel die BILD-Zeitung so profitabel ist wie nie in ihrer Geschichte zuvor und regelmäßig mit wichtigen Kreativpreisen ausgezeichnet wird. Wir haben also noch viele richtig gute Jahre vor uns.

Das Interview führte Eberhard Vogt.

Foto oben: © vectorfusionart – Fotolia.com

Medien und Politik: Zwischen Vernunft und Verschwörung

Medien und öffentliche Meinung scheinen nicht mehr wie selbstverständlich dem Prinzip einer möglichst hohen Sachlichkeit zu folgen. Als Konkurrenten haben soziale Netzwerke mit vermeintlicher Authentizität und Glaubwürdigkeit Presse und Fernsehberichterstattung überholt. Vorurteile vermählen sich mit populistischer Manipulation und können zu einem gefährlichen Druck auf eine eigentlich eher der Ratio verschriebene Politik führen. Mehr denn je aber brauchen wir verlässliche Medien als Vierte Gewalt.

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Völlig zu Recht betitelt der ‚Spiegel‘ eine Kolumne über das Gute im modernen Leben „Früher war alles schlechter“. Die Negativschlagzeilen der Medien zeichnen nämlich ein anderes, düsteres Bild. Da scheint es nur globale Konflikte zu geben, ständigen Terrorismus. Da wird nach dem Brexit das endgültige EU-Aus beschworen oder auch die massive Zunahme von Einbrüchen beklagt, da scheinen selbst auf der privaten Ebene Scheidungen, Trennungen und Krisen inzwischen der Normalzustand zu sein. All das ja durchaus Tatsachen. Aber das Positive gerät in der öffentlichen Wahrnehmung massiv in den Hintergrund.

Auch Wirtschaft und Unternehmer erhalten in den Publikumsmedien eher Beachtung, wenn es um Steuerflucht geht, Abgasbetrug oder auch nur die Schwächug vieler Branchen mit den Verlusten unzähliger Arbeitsplätze. Besonders die Konsumgüter- und Dienstleistungsindustrie wird dabei mit medialem Dauermisstrauen begleitet. In einem Mix aus quotensteigernden Zuspitzungen und Alt-68er Reflexen finden sich nahezu täglich Markenchecks, in denen vor minderwertigen Produkten, Mogelverpackungen, Beratertricks gewarnt wird, so als seien diese der Normalfall. Ob dieser Welt voller Kriege, Krisen, Konflikte und Katastrophen könnte man vor lauter Kummer den Kollaps jedweder funktionierenden Gesellschaft befürchten. War früher vielleicht doch alles besser?

In der Mischung aus realen Herausforderungen und medialer Überspitzung würde man von der Politik konstruktive Lösungen, Leitlinien und Perspektiven erwarten. Und eigentlich stehen die Volksvertreter ja tatsächlich unter dem Druck, auf Fakten, aber mindestens so sehr auf dominante Schlagzeilen tatkräftig zu reagieren. Was jedoch zumindest in der Wahrnehmung der Bürger vorherrscht, sind politische Unübersichtlichkeit, Ratlosigkeit, regelmäßige Floskeln und Beschwörungen. An die Stelle der zu Recht diskreditierten herkömmlichen Links-Rechts-Schemata ist als populistische Antwort auf das Vakuum eine diffuse Polarisierung getreten, die ganz neue Achsen kennt und mitunter die früheren Extreme an den beiden Rändern zu ganz neuen Koalitionen gebracht hat. In der Mitte dagegen, so könnte man den Eindruck aufgrund der Medienberichterstattung haben, herrscht: Mutlosigkeit.

Den Effekt einer solchen Situation kennt man in der Psychologie als „erlernte Hilflosigkeit“. Man ist mit einer hochkomplexen Ausgangslage konfrontiert, hat aber weder Mechanismen für den Umgang damit, noch werden einem von Medien und traditioneller Politik entsprechende Lösungen angeboten. Die verständliche Sehnsucht nach einfachen Antworten stillen nun die Populisten, auch mit Verschwörungstheorien darüber, woran es in dieser Welt hapert und wer Schuld ist. Da bieten sich Eliten und ratlose Politiker an, die angeblich nur noch eigenen Interessen verpflichtet sind, da sind es die Medien, die, Stichwort Lügenpresse, diese Politik angeblich in Hörigkeit flankieren.

In aufgeklärten und freien Ländern jedoch würde eine solche Hörigkeit gar nicht funktionieren. Sehr selten sind Medien so mächtig, dass sie Einstellungen und Meinungen der Bürger um hundertachtzig Grad drehen können. Eher greifen sie schon vorhandene Stimmungen und Sorgen auf und verstärken diese dann allerdings. Und sicherlich spielen sie bei den beschriebenen fatalistischen Weltbildern der letzten Jahre auch auf der Klaviatur der Ängste der Menschen.

Die eigentliche Wirkungsmacht der Medien besteht darin, für die Öffentlichkeit zu definieren, was vermeintlich oder tatsächlich wichtig ist. Diese sogenannte Thematisierungsfunktion führt dazu, dass wie in einem sich verbreiternden Strom immer mehr Medien auf ein zunächst kleines Thema aufspringen, dieses Thema zunehmende Berichterstattung bekommt und es schließlich als große Sache für alle erscheint. Auf die reagiert dann wieder die Politik. So entsteht die Wechselbeziehung zwischen Medien, Öffentlichkeit und Politik, die Themen auch dann als hochbrisant erscheinen lässt, wenn der Bürger eigentlich so gut wie gar keine persönlichen Erfahrungen damit macht.

Schlimmstenfalls verlassen wir das Zeitalter der Aufklärung und betreten eines des neuen Irrationalismus.

Schon immer bewegten sich dabei Presse und Rundfunk im Spannungsfeld der sogenannten 3 M, nämlich zwischen dem Anspruch der Medienfakten, der subjektiven Meinungen, und dem Marktgeschehen. Informationen wurden so objektiv wie möglich recherchiert, aber schon die Themenauswahl bedeutete eine Kommentierung und schließlich musste das Ganze auch noch verkauft werden. Gerade der gestiegene Verkaufsdruck hat im schlimmsten Fall eine unselige Vermählung zwischen populistischen Schlagzeilen und Marktorientierung geschaffen. Damit nicht genug. Als Hort für den unkontrollierten Austausch nur noch gefühlter ‚Wahrheiten‘ ist das vierte M hinzugekommen, die „Mutual-Communication“: Die Nutzer von Internet und sozialen Medien kommunizieren wirkungsvoller, da angeblich glaubwürdiger und authentischer miteinander, als es die traditionellen Medien vermögen würden. Häufig sehr verantwortungsvoll. Häufig aber auch emotional und irrational. Damit entsteht die Möglichkeit für skrupellose Meinungsführer, andere mit ihren Parolen manipulieren zu können. Erst recht, wenn sich vermeintliche Sündenböcke für alle Übel identifizieren lassen, Politik, Wirtschaft, EU, traditionelle Medien oder Flüchtlinge. Vorurteile treffen auf Manipulation. Dies kennt man aus der Geschichte schon.

Opfer sind differenzierende Politik, pluralistische Medien und das Bemühen um Objektivität. Schlimmstenfalls verlassen wir das Zeitalter der Aufklärung und betreten eines des neuen Irrationalismus. Dass dabei Fakten durch Behauptungen wider besseres Wissens ersetzt werden können und dies auch noch erfolgreich ist, hat der Brexit gezeigt. Und das im Mutterland von Vernunft und Ausgewogenheit.

Die traditionellen Medien mögen den Trend zu mehr Emotion und, ja, zugespitzter Berichterstattung (mit-)gegangen sein. Dennoch: Ihre Professionalität, ihr auch einklagbares journalistisches Ethos, nicht zuletzt Selbstregulierung und Pluralismus lassen sie frei nach Churchills Diktum über die Demokratie eine der schlechtesten Informationsformen sein. Aber wir kennen keine bessere. Wir brauchen ihre Funktion als Vierte Gewalt mehr denn je.

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Foto: © picsfive – Fotolia.com

Parlamentarischer Abend: Soziale Verantwortung leben

In der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin diskutierte der BVMW mit mehr als 200 Gästen, darunter Abgeordnete des Deutschen Bundestags sowie hochrangige diplomatische Vertreter, Unternehmer und Repräsentanten von Partnerverbänden, über die Ethik der Sozialen Marktwirtschaft.

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Mario Ohoven begrüßt die hochrangigen Gäste, darunter zahlreiche MdB, Unternehmer und Vertreter von Partnerverbänden.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung warnte Mittelstandspräsident Mario Ohoven die Politik davor, den Sozialstaat zu Lasten der Wirtschaft aufzublähen. Der Mittelstand, der das Ideal des ehrbaren Kaufmannes verkörpert, brauche verlässliche Rahmenbedingungen für fairen Wettbewerb, Eigenverantwortung, Freiheit und Nachhaltigkeit durch Vertrauen und klare Grenzen für den Staat.

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Reinhard Schneider, geschäftsführender Gesellschafter und Inhaber der Werner & Mertz GmbH (Erdal).

Wie verzerrt das Bild von Reichtum und Gerechtigkeit in Medien und Politik dargestellt wird, skizzierte Reinhard Schneider, Inhaber von Werner & Mertz. Dass Unternehmen allein an der Nachfolge scheitern können, nur weil das Vermögen des Inhabers im Unternehmen gebunden ist, sei nicht hinnehmbar, so Schneider. Dem müsse auch die Reform der Erbschaftsteuer Rechnung tragen.

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Prof. Dr. Notker Wolf, Abtprimas der Benediktiner in Rom.

Besonderer Ehrengast des Abends war der Abtprimas der Benediktiner, Prof. Dr. Notker Wolf, aus Rom. Er betonte in seinem Vortrag, dass Gesetze lediglich einen Ordnungsrahmen für Gesellschaft und Wirtschaft schaffen können, um die notwendige Freiheit zu ermöglichen. Dafür brauche es das richtige Maß und soziale Verantwortung, die nicht erzwungen werden kann.

Fotos: Christian Kruppa

Mit Herzblut für den Mittelstand

Engagiert, ambitioniert, visionär – auf Mario Ohoven trifft dies alles zu. In diesen Tagen feiert „Mr. Mittelstand“ seinen 70. Geburtstag. Seit nahezu zwei Dezennien steht er an der Spitze des BVMW. Grund genug, einem Mann zu danken, der sich mit seinem Herzblut der Sache des Mittelstands verschrieben hat.

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Mario Ohoven mit Bundespräsident Joachim Gauck…

Rückblende: Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn im Jahre 1998. Der bekannte Düsseldorfer Unternehmer Mario Ohoven kandidiert erstmals als Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. Nicht nur im Verband fragt man sich, was treibt einen der erfolgreichsten Finanziers Deutschlands dazu, sich um das höchste Amt eines weithin unbekannten Wirtschaftsverbandes zu bewerben? Einen gestandenen Mittelständler, dessen Unternehmensgruppe IT über zwei Jahrzehnte zu den Marktführern gehörte und durch Investitionen jedes Jahr bis zu 3.000 Arbeitsplätze sicherte.

Mario Ohoven ist ein unermüdlicher Streiter für die Interessen des Mittelstandes. Wir sind nicht auf allen Feldern immer einer Meinung, doch gerade das macht die Gespräche mit ihm auch spannend. Sein Engagement, in das er freiwillig viel Zeit steckt, nötigt mir Respekt ab. Herzlichen Glückwunsch zu diesem runden Geburtstag!

Cem Özdemir MdB,
Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

Was also bewog ihn zur Kandidatur? Mit Sicherheit keine finanziellen Erwägungen. Die BVMW- Präsidentschaft war und ist ein Ehrenamt; wer sie anstrebt, sollte viel Zeit und Geld mitbringen.

Nein, es war der feste Wille, ja die Gewissheit, dem Mittelstand eine Plattform zu geben und diesen Verband ganz nach vorne zu bringen. Es war die Erkenntnis, dass Deutschlands Mittelstand endlich mit einer Stimme sprechen muss, um von der Politik wahr- und vor allem ernstgenommen zu werden. Beides ist Mario Ohoven eindrucksvoll gelungen. Unter seiner Ägide hat der BVMW die Zahl seiner Mitglieder mehr als verdreifacht. Aus ursprünglich 60 lokalen Anlaufpunkten entstand ein Netz von bundesweit über 300 Geschäftsstellen. Die Verbandsrepräsentanten kontaktieren im Schnitt täglich 15 Mittelständler, daraus resultieren über 600.000 direkte Kontakte zu Unternehmern im Jahr. Dazu kommen verbandseigene Auslandsbüros auf den Wachstumsmärkten in aller Welt. Und nicht zu vergessen: mehr als 2.000 Veranstaltungen des BVMW auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.

  • ... mit Sebastian Kurz (Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres in Österreich)

  • ... mit Altkanzler Gerhard Schröder

  • ... mit Bill Clinton

  • ... mit dem Gewerkschaftsvorsitzenden von Ver.di Frank Bsirske

  • ... mit Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier

  • ... mit Michail Gorbatschow

  • ... mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in China

  • ... mit EU-Kommissar Günther Oettinger

  • ... mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

  • ... mit Startenor Plácido Domingo

  • ... bei einer Audienz in Rom bei Papst Benedikt XVI.

  • ... mit HRH Prinz Abdulaziz bin Salman bei einer Delegationsreise nach Saudi Arabien

  • ... auf Betriebsbesuch bei Friedhelm Runge, Geschäftsführer des Weltmarktführers Emka Beschlagteile in Velbert

  • ... bei einer Betriebsbesichtigung bei dem Weltmarktführer Berlin Heart

  • ... und bei Lambertz (Aachener Printen- und Schokoladenfabrik).

Im politischen Berlin ist der BVMW längst zu einer festen Größe geworden. Die Stimme des Mittelstands findet Gehör. Mehr noch, an vielen mittelstandsrelevanten Gesetzgebungsverfahren ist der Verband beteiligt. Allen voran der Mittelstandspräsident selbst. So wirkt Mario Ohoven im TTIP-Beirat von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und beim Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung mit, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Zum 70. Geburtstag sende ich Mario Ohoven meine herzlichsten Glückwünsche. Mit ihm ist der BVMW zur starken viel beachteten Stimme des Mittelstandes geworden. Gratulation auch dazu.

Frank Bsirske,
Vorsitzender Ver.di

Diesem Engagement opfert Mr. Mittelstand, vorsichtig geschätzt, gut 80 Prozent seiner Zeit. Er ist unermüdlich für den Verband, für den deutschen Mittelstand auf Achse. In seinem Terminkalender drängen sich dicht auf dicht Besuche bei BVMW-Mitgliedsunternehmen, Verbandsevents, Einladungen als Keynote Speaker auf (inter)nationalen Fachtagungen und Kongressen – und dazwischen immer wieder Interviews. Ob in Berlin oder Brüssel, bei Delegationsreisen der Bundesregierung oder der EU-Kommission nach Asien, Afrika und Amerika, bei unzähligen Treffen mit Spitzenpolitikern auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene, Mario Ohoven vertritt die Interessen der Millionen Klein- und Mittelbetriebe: eloquent, elegant, erfolgreich.

Mario Ohoven hat den BVMW zu einem geschätzten Gesprächspartner der Bundesregierung gemacht. Mario Ohoven vertritt die Belange des Mittelstandes durchsetzungs- und meinungsstark – Diskussionen mit ihm sind deshalb nicht immer einfach, aber immer anregend.“

Brigitte Zypries,
MdB (SPD), Staatssekretärin

Er hat sich, kurz gesagt, um den deutschen Mittelstand verdient gemacht. Und um den Verband ohnehin. Ohne ihn würde der BVMW heute noch in der Kreisklasse der Verbändeliga spielen, wäre ein Stimmchen im kakophonen Chor einiger bedeutungsloser Mittelstandsvereinigungen geblieben.

Mario Ohoven ist ein Kämpfer, ein Streiter, der sich engagiert, sich für klein- und mittelständische Unternehmen einsetzt, aber die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht vergisst. Wie ich, redet er viel, aber seine Reden haben Inhalt. Glückwunsch!

Dr. Gregor Gysi,
MdB (Die Linke)

Der Weg dorthin war steinig, voller Hindernisse. Aber es gehört zur Wesensart von Mario Ohoven, Widerstände als Chance zu begreifen. „Der Drachen steigt nur bei Gegenwind“, lautet sein Credo. An Gegenwind hat es nie gemangelt. Wer wie er Klartext spricht, wer direkt und ehrlich ist, der macht sich in Wirtschaft, Politik und Medien nicht nur Freunde. Dazu seine gefürchteten Prognosen: Gefürchtet, weil sie sich zumeist bewahrheitet haben, sei es im Jahr 2000 der Absturz der Technologiewerte an den Börsen, sei es 2007 der GAU auf den internationalen Finanzmärkten. Und schließlich gilt für ihn wie für alle erfolgreichen Menschen: Erfolg schafft Neider.

Ich habe Mario Ohoven als jemanden kennen gelernt, der sich mit sehr großem Engagement und Beharrlichkeit für den deutschen Mittelstand stark macht. Ich freue mich auf eine Fortsetzung des Dialogs mit ihm als Präsidenten des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft und gratuliere sehr herzlich zum 70. Geburtstag!

Sigmar Gabriel,
Bundeswirtschaftsminister

Mario Ohoven hat Neid und Missgunst erfahren. Oftmals hart an der Grenze des Tolerablen, manchmal darüber hinaus. Dennoch blieb er sich und dem Verband treu. Weil es ihm um die Sache des Mittelstands ging und geht. Deutschlands Mittelständler haben ihrem streitbaren Kustos – so heißt eine der zahlreichen Auszeichnungen, die Mario Ohoven zuteil wurden – Vieles zu verdanken. Wo andere nur fordern, bietet er konkrete Lösungen. Den Nutzen davon hat der BVMW, und damit die Unternehmer in unserem Land.

Mario Ohoven ist einer der aktivsten Menschen, die mir je begegnet sind, mit einem unbändigen Willen zu Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Ein wirkliches Verkaufstalent.

Dr. Wolfgang Gerhardt,
FDP-Bundesvorsitzender a. D.

Quasi im Alleingang setzte er bei Basel III eine Mittelstandsklausel durch. Dass die EU beim transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP den Bedenken des deutschen Mittelstands Rechnung trägt, ist Mario Ohovens persönlichem Einsatz in Brüssel und Berlin zu verdanken. Konsequent auch sein Kampf gegen die Bürokratie. Beim elektronischen Datenmonster ELENA legte die Bundesregierung das bereits fertige Gesetz auf Eis. Es hätte zusätzliche Belastungen in Milliardenhöhe für die Wirtschaft bedeutet.

Kurzum, die Bilanz von Mr. Mittelstand ist bestechend. Dazu gehören spektakuläre Durchbrüche, wie die Entschärfung des Mindestlohns für Jugendliche und Praktikanten. Dazu gehören aber auch die scheinbar kleinen Erfolge, etwa die Sicherung der Altersvorsorge von Selbstständigen oder der Verzicht der Bundesregierung auf die Einführung einer Rentenversicherungspflicht für GmbH-Geschäftsführer. Dafür und für vieles andere hat er sich erfolgreich eingesetzt.

Ich gratuliere Mario Ohoven zu seinem besonderen Ehrentag ganz herzlich. Bei unseren Treffen und Begegnungen erlebe ich Mario immer als Vorkämpfer und Vordenker für unseren deutschen Mittelstand.

Dagmar G. Wöhrl,
MdB (CSU), Staatssekretärin a. D.

Entscheidendes wurde erreicht, vieles will er noch erreichen. Mit der ihm eigenen Dynamik, mit dem unbändigen Willen zum Erfolg wird Mario Ohoven auch in Zukunft streiten: für den BVMW, für den unternehmerischen Mittelstand, für Deutschland.

In diesem Sinne: Danke, Mr. Mittelstand! Und ad multos annos.

Foto mit Joachim Gauck.: © BVMW; Foto mit Sebastian Kurz: ©Manfred Klopp Foto mit Gerhard Schröder: © Philipp Wehrend; Foto mit Bill Clinton; © Paul Hahn; Foto mit Frank Bsirske; © Steffen Höft; Foto mit Dr. Frank Walter Steinmeier; © Marco Jentsch; Foto mit Michail Gorbatschow; © Wieland, Foto mit Sigmar Gabriel: © Maurice Weiss; Foto mit Günther Oettinger: © Christian Krupp; Foto mit Dr. Angela Merkel: © BVMW; Foto mit Papst Benedikt XVI.: ©L’Osservatore Romano; Foto mit Prinz Abdulaziz bin Salman: ©Manfred Klopp; Foto bei Berlin Heart: ©Fabian Matzerath; Foto bei Lambertz: ©Andreas Herrmann

Digital ohne Personal?

Digitalisierung im Mittelstand ist Chefsache. Doch der digitale Wandel kann nur gelingen, wenn die Mitarbeiter mitgenommen werden. Hier ist oftmals die Überzeugungskraft der Führungskraft gefragt, um dem Widerstand zu begegnen. Das vom BVMW geführte Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Berlin zeigt, wie Mitarbeiter richtig mitgenommen werden.

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Über 100 Unternehmer kamen zur ersten Veranstaltung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Berlin.

Die Digitalisierung bringt nicht nur technischen Wandel in alle unternehmerischen Bereiche, auch die Unternehmenskultur wandelt sich. Alles wird schneller und dynamischer. Hier gilt es, die Mitarbeiter mitzunehmen und Widerstände zu entkräften. Doch wie kann der Weg der Veränderung gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung gemeinsam gegangen werden?

In der Digitalisierung geht es darum, Beziehungen zu verbessern und nicht darum, sie abzuschaffen.

Fabian Jain

Diese Fragen des Veränderungsmanagements standen im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Berlin. Das kürzlich gestartete Zentrum wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und unterstützt die digitale Transformation mittelständischer Unternehmen im Raum Berlin-Brandenburg. Fünf Partner unterstützen den Konsortialführer BVMW bei dieser Aufgabe. In den nächsten drei Jahren werden unter anderem zahlreiche Informationsveranstaltungen zu Themen der Digitalisierung in Berlin und Brandenburg stattfinden. Im Fokus stehen dabei folgende Themenschwerpunkte: Digitales Marketing, Wertschöpfungsprozesse 4.0, Personal, Organisation sowie digitale Geschäftsmodelle.

Die erste Veranstaltung fand unter dem Titel „Digital ohne Personal? Mitarbeiter richtig mitnehmen“ in der Lernfabrik in Berlin-Adlershof statt. Über 100 Unternehmer hörten zunächst den Impulsvortrag der Sozialpsychologin Dr. Annefried Hahn, die sich seit Jahren mit dem Thema Widerstand in Unternehmen beschäftigt. Dabei werde dieser meist als negativ wahrgenommen, „ich sehe Widerstand als positiv, als Funktion, als Kraft“, so Hahn. Diese Kraft müsse vielmehr in den Veränderungsprozess eingebracht werden und dies gelinge durch Wertschätzung, positive Fehlerkultur und Vertrauen. Der Mitarbeiter müsse die Notwendigkeit der Veränderung verstehen und eingebunden werden: „Klarheit ist der Schlüssel, um die Kraft und Produktivität des Widerstands für den Veränderungsprozess fruchtbar zu machen.“

An diese Punkte der Unternehmenskultur knüpfte das Unternehmerbeispiel einer Zahnarztpraxis aus Berlin an. Fast komplett ohne Papier, dafür mit iPads im Wartezimmer und Flatscreens vor dem Patientenstuhl, ist die Praxis in der Digitalisierung schon weit fortgeschritten. „Aber: in der Digitalisierung geht es darum, Beziehungen zu verbessern und nicht darum, sie abzuschaffen“, sagte Fabian Jain, Key Account Manager der Praxis. Nicht das Gehalt sei am Ende ausschlaggebend, sondern die Atmosphäre am Arbeitsplatz und das „zugehörig-Fühlen“. Dann könne auch Veränderung gelingen – stets gemeinsam mit den Mitarbeitern.

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Alexandra Horn, BVMW, eröffnete die Veranstaltung.

In kleinen Workshop-Runden tauschten sich die Unternehmer dann über ihre Erfahrungen mit Veränderungen aus und ließen den Abend beim Get-Together ausklingen.

Fotos: briti bay

Deutschland verliert Spitzenplatz

Deutschland zählt nicht länger zu den zehn attraktivsten Standorten für Unternehmen in der Welt. In einem kürzlich von der Schweizer Business School IMD herausgegebenen weltweiten Länderranking stürzt die größte europäische Volkswirtschaft aktuell von Rang sechs auf Rang zwölf ab.

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Verantwortlich ist den Autoren zufolge vor allem eine schlechtere Bewertung der Regierung und der Wirtschaftsleistung. Extrem negativ fällt das Urteil über die Steuer- und Ausgabenpolitik aus. Wenig tröstlich ist, dass in der seit 1989 erstellten Rangliste Frankreich (Rang 32), Spanien (34) und Italien (35) weit abgeschlagen hinter Deutschland liegen.

Die Studie, die auf einer Befragung von weltweit mehr als 5.400 Managern und der Auswertung von insgesamt 342 Kriterien fußt, nennt als größte Gefahr für Deutschland die Selbstzufriedenheit. Schlechter geworden sind die Effizienz staatlichen Handelns, der Zustand der Infrastruktur und die Exportperformance der Unternehmen. Die Perspektive der Langzeitarbeitslosen hat sich ebenfalls eingetrübt. Erheblich abgerutscht ist Deutschland zudem bei der Wirtschaftsleistung im Verhältnis zum Kapital, was auf die höheren Arbeitskosten zurückzuführen ist. Negativ schlagen sich auch die vergleichsweise hohen Energiekosten der Industrie nieder. Weiterhin positiv ins Gewicht fallen die Qualifikation der Arbeitnehmer und die politische Stabilität. Der Mittelstand gilt als Deutschlands große Stärke.

Spitzenreiter Hongkong punktet vor allem mit einer niedrigen einfachen Besteuerung und vergleichsweise niedrigen Hürden beim Kapitalverkehr. Platz zwei belegt die Schweiz. Sie profitiert von ihrer qualitativ hochwertigen Produktpalette und ihren Dienstleistungen. Die USA auf Platz drei verfügen weltweit über die beste Wirtschaftsleistung. Dahinter folgen Singapur, Schweden, Dänemark, Irland, die Niederlande, Norwegen und Kanada. Damit überrunden sechs europäische Länder Deutschland. Allen diesen Ländern ist eine wirtschaftsfreundliche Regierung gemeinsam, so die Autoren der Studie.

Die Studie macht überdeutlich, dass sich die Bundesregierung auf den Reformerfolgen aus der Vergangenheit ausruht und so die Zukunft unseres Landes aufs Spiel setzt. Statt den Sozialstaat immer weiter aufzublähen, muss eine umfassende Steuerreform her, um den Absturz Deutschlands als eine führende Wirtschaftsnation zu verhindern. Besonders in der Steuerpolitik hat Deutschland mit Rang 52 von 61 Ländern erheblichen Reformbedarf. Berlin muss endlich investitionsfreundliche Rahmenbedingungen für Unternehmen schaffen. Dazu sollten investierte Gewinne, die im Unternehmen verbleiben, steuerfrei gestellt werden. Das stärkt die Eigenkapitalbasis und die Innovationsfähigkeit, insbesondere des Mittelstands. Die Verkürzung der Abschreibungsdauer ist die einfachste Möglichkeit, Investitionen zu fördern. Auch die Einführung einer steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung, wie sie in 28 von 34 OECD-Staaten Standard ist, ist längst überfällig. Schließlich ist die Gewinnthesaurierung mittelstandsgerecht zu reformieren und eine rechtsformunabhängige Besteuerung umzusetzen. Der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft darf nicht nur in Sonntagsreden Anerkennung finden, er braucht tatkräftige und zukunftsorientierte Entscheidungen der Politik. Der BVMW wird die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl 2017 daraufhin genau unter die Lupe nehmen.

Quelle: IMD World Competitiveness Scoreboard 2016
Foto: © denisismagilov – Fotolia.com

Unternehmer kritisieren neue Pläne zur Lkw-Maut

Der BVMW lehnt eine Mehrbelastung durch eine Handwerker-Maut klar ab und fragte Unternehmerinnen und Unternehmer: Welche Auswirkungen hätte die Handwerker-Maut für Fahrzeuge ab 3,5 t auf allen Autobahnen und Bundesstraßen für Ihr Unternehmen?

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Zwei Milliarden Euro Mehrkosten pro Jahr zulasten des Lkw-Güterverkehrs: so der Gesetzentwurf zum Bundesfernstraßenmautgesetz, der Mitte Mai auf Initiative des Verkehrsministeriums im Kabinett beschlossen wurde. Danach soll die Mautpflicht für Lkw ab Mitte 2018 auf alle Bundesstraßen ausgedehnt werden. Die Mehreinnahmen sollen in den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur investiert werden. „Eine gute Infrastruktur ist die Voraussetzung für eine gut funktionierende Wirtschaft und diese wiederum für gute Steuereinnahmen und gute Arbeitsplätze“, fasst Guido Körber, Geschäftsführer der Code Mercenaries Hard- und Software GmbH die Bedeutung einer intakten Verkehrsinfrastruktur zusammen.

Werden aber durch die Ausweitung der Maut wirklich genügend Mittel für Straßen und Brücken zur Verfügung stehen? Hier lohnt ein genauerer Blick in den Gesetzentwurf: Von den geschätzt zwei Milliarden Euro Mehreinnahmen sollen lediglich 1,2 Milliarden Euro der Verkehrsinfrastruktur zugutekommen; 150 Millionen Euro sollen im allgemeinen Bundeshaushalt verschwinden. Außerdem werden die Kosten für Betrieb, Überwachung und Kontrolle des Mautsystems abgezogen, geschätzt rund 200 Millionen Euro. Zusätzlich sollen jährlich bis zu 450 Millionen Euro für Programme des Bundes für den mautpflichtigen Güterkraftverkehr verwendet werden. Die restlichen Mittel, also etwa nur 1,2 Milliarden Euro, fließen dann zweckgebunden in die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur – unter dem Strich lediglich 60 Prozent des zusätzlichen Mautaufkommens.

Dem gegenüber steht die gesamte Mehrbelastung der betroffenen Unternehmen von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten für die Umrüstung und höhere Kosten bei der Verwaltung. Dies trifft nicht nur Logistikunternehmen, sondern auch die Recycling-Branche: „Die ohnehin schon schwere Lage auf dem Recyclingsektor von Elektronikschrott wird durch eine solche Maut noch schwerer“, erklärt Regina Ulrich, Inhaberin der ReeG GmbH aus Frankendorf.

Die Anzahl der mautpflichtigen Fahrzeuge wird nach Schätzung der Bundesregierung um acht Prozent steigen. Es steht zu befürchten, dass auch die Belastung für die Bevölkerung steigen wird. Heike Mittelstädt, Inhaberin der Mittelstädt Recycling GmbH aus Uslar, führt ein regionales Entsorgungsunternehmen mit neun Fahrzeugen. Sie befürchtet: „Die Ausweitung der Maut auf alle Bundesstraßen wird zu einer deutlichen Verteuerung unserer Dienstleistung sowohl für Gewerbe- wie auch Endkunden führen müssen und auch dazu, dass wir im Rahmen bereits kalkulierter langfristiger Verträge Ertragseinbußen hinzunehmen haben oder aber Ausweichstrecken auf untergeordnete Straßen vornehmen, was zu einer Belastung der Bevölkerung führen dürfte.“

Dennoch bleibt richtig, dass der Staat mehr in den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur investieren muss. Die Kommission „Nachhaltige Verkehrsinfrastrukturfinanzierung“ unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundesverkehrsministers Kurt Bodewig hat bereits im Jahr 2013 ermittelt, dass die deutschen Straßen, Schienen und Wasserwege im Umfang von jährlich 7,2 Milliarden Euro unterfinanziert sind. Dies wird besonders deutlich am Zustand der Brücken, von denen mindestens 2.500 dringend sanierungsbedürftig sind.

Ist daher eine weitere Belastung der Unternehmen gerechtfertigt? Nein, denn der Staat nimmt bereits heute rund 50 Milliarden Euro jährlich allein durch den Straßenverkehr ein – durch die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), die Kraftfahrzeugsteuer sowie die Mehrwertsteuer auf die Energiesteuer und die Einnahmen der bisherigen Lkw-Maut. Demgegenüber werden 2016 lediglich rund 12 Milliarden Euro wieder in die Bundesverkehrswege investiert, davon etwa die Hälfte in Fernstraßen. Es gibt also ein Ausgaben-, kein Einnahmenproblem.

Wenn das Geld nicht mehr reicht, werden einfach neue Steuern und Abgaben erhoben.

Holger Schaaf, Geschäftsführer der Schaaf Gruppe GmbH in Gelnhausen

Der BVMW fordert, dass künftig mehr zum Erhalt der Straßenverkehrsinfrastruktur investiert wird. Dafür jedoch noch tiefer in die Taschen der Unternehmen zu greifen, lehnt der Verband ab. Gerade in Zeiten von Rekordsteuereinnahmen müssen die vorhandenen Mittel ausreichen. Eine Mehrbelastung ist nicht zu akzeptieren. Denkbar wäre, dass die Mehrbelastung durch Entlastungen für die betroffenen Unternehmen an anderer Stellte kompensiert wird, denn Ute Gödecke, Geschäftsführerin der AuB Arbeit und Beschäftigung GmbH befürchtet: „Als integrativer Betrieb in der Industriedienstleistung würde uns das sehr hart treffen. Wir sind täglich mit drei Fahrzeugen auf solchen Strecken unterwegs.“

Der wirkliche Aufreger findet sich jedoch im Begleittext des Gesetzentwurfs. Darin ist zu lesen, dass das Verkehrsministerium bis spätestens Ende 2017 eine Ausweitung der Maut auf kleinere Lkw (unter 7,5 Tonnen) prüfen möchte. Dieses heikle Projekt soll also nach der nächsten Bundestagswahl aus dem Hut gezaubert werden. Der BVMW hat sich bereits klar gegen diese „Handwerker-Maut“ ausgesprochen. Gregor Majewski (Holzhandel und Vertrieb in Leizpig) fasst treffend zusammen: „Mauterhebung für Lkw unter 7,5 Tonnen ist ein Angriff nicht nur auf den Mittelstand, sondern auch auf die persönliche Freiheit jedes Einzelnen.“

Foto: © beysim – Fotolia.com

Europa-News

Weniger Konkurse in Westeuropa

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Die Zahl der Insolvenzen geht in Westeuropa weiter zurück. Sie liegt aber immer noch weit über dem Stand vor dem Ausbruch der Finanzkrise, meldet der Bundesverband Creditreform. Im Schnitt um vier Prozent sank die Zahl der Konkurse von 2014 auf 2015 in den westlichen EU-Ländern, Norwegen und der Schweiz. Eine auffallende Steigerung der Insolvenzzahlen verzeichnet Portugal mit +7,6 Prozent. Ein eher gemischtes Bild ergibt sich in Osteuropa. Sinkende Insolvenzen werden in Rumänien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei notiert. Erhebliche Anstiege sind in Kroatien und Litauen zu beklagen.

www.creditreform.de

Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

 


Proteste gegen Einlagensicherung

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Gegen die von Brüssel geplante Schaffung eines gemeinsamen Einlagensicherungssystems für europäische Banken hat sich hierzulande massiver Protest formiert. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon warnt, die deutschen Sparer könnten das Vertrauen in ihre Einlagen verlieren und diese abziehen, wenn sie künftig für Geldhäuser im europäischen Ausland mithaften müssten. Besonders Sparkassen und Genossenschaftsbanken, auf die der Mittelstand angewiesen sei, hätten darunter zu leiden. Bundestag, Bundesregierung und BVMW sind strikt gegen eine solche „Transferunion“. Noch besteht keine Einigkeit darüber, ob für die Einführung im EU-Rat eine qualifizierte Mehrheit ausreicht oder ob sie einstimmig beschlossen werden muss.

www.finanztip.de/einlagensicherung

www.finanzen.net

Foto: Artur Marciniec – Fotolia.com

 


Investitionsoffensive geht weiter

„Der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI) schafft Arbeitsplätze und ermöglicht tagtäglich Investitionen in die Realwirtschaft“, so zog Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach einem Jahr Bilanz. „Daher schlagen wir vor, ihn über das Jahr 2018 hinaus beizubehalten.“ In Deutschland können innovative Projekte mittelständischer Betriebe mit Hilfe von Kreditprogrammen der KfW-Bankengruppe verwirklicht werden, die vom EFSI unterstützt werden. Die Kommission will bis zu 500 Millionen Euro im EFSI- Budget aus dem Bereich Infrastrukturprojekte zur zusätzlichen KMU-Förderung umschichten. Bisher wurden von der Europäischen Investitionsbank EFSI-Finanzierungen in Höhe von 12,8 Milliarden Euro genehmigt. Davon entfielen auf Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen allerdings nur neun Prozent. Erst wenn dieser Anteil sich spürbar steigern lässt, kann man wirklich von einer Erfolgsgeschichte reden.

www.eib.org/efsi/?lang=de

Foto: blende11.photo – Fotolia.com

 


EU-weiter Patentschutz kommt voran

Die Bundesregierung will mit einem Gesetzentwurf das EU-Einheitspatent umsetzen und damit kostspielige länderübergreifende juristische Streitigkeiten beenden. Demnach kann künftig ein deutscher Hersteller, der sein Patent in einem anderen EU-Staat verletzt sieht, in Deutschland vor Gericht ziehen. Das neue Patentgericht soll in München angesiedelt werden und seine Arbeit Anfang 2017 aufnehmen. Patente und ihre Durchsetzung sind ein wichtiger ökonomischer Faktor. Bisher entfielen beim Europäischen Patentamt rund 40 Prozent der aus der EU stammenden Anmelder auf Deutschland. Die Regelung tritt erst in Kraft, wenn dreizehn EU-Staaten sie ratifiziert haben, was aktuell in neun geschehen ist.

www.unified-patent-court.org

 


Hoffnungsschimmer zwischen EU und Russland?

Seit zwei Jahren laufen die Sanktionen gegen Russland, die nach der Annexion der Krim in Gang gesetzt und kürzlich um sechs Monate verlängert wurden. Für die Zeit von 2013 bis 2015 hat der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft ein Minus von 120 Milliarden Euro im Handel zwischen der EU und Russland errechnet. Das entspricht einem Rückgang um 35 Prozent. Aufgrund der leicht entspannten Haushaltslage in Russland durch den gestiegenen Ölpreis gibt es einen Hoffnungsschimmer: Im ersten Quartal betrug das Minus laut Ost-Ausschuss insgesamt „nur“ zehn Prozent.

Die deutschen Exporte fielen gegenüber dem ersten Vierteljahr 2015 nur um vier Prozent. Im Maschinenbau gab es 2015 ein Minus von 26,8 Prozent, zwischen Januar und März 2016 betrug es „nur noch“ 3,4 Prozent.

www.ostausschuss.de

 


Datenschutzabkommen Privacy-Shield verabschiedet

Die EU-Kommission hat das neue Datenschutzabkommen mit den USA, Privacy-Shield, verabschiedet. Das Abkommen regelt den transatlantischen Datenverkehr zwischen der Europäischen Union und den USA. Es soll den Schutz der Datenschutzgrundrechte aller Personen in der EU gewährleisten und Unternehmen, die auf transatlantische Datenübermittlungen angewiesen sind, rechtliche Klarheit ermöglichen. Ab dem 1. August 2016 können sich US-Unternehmen vom US-Handelsministerium für ausreichenden Datenschutz zertifizieren lassen. Woraufhin der Datenaustausch mit Europäischen Unternehmen, entsprechend der europäischen Datenschutzrichtlinie, ohne Standardvertragsklauseln oder andere Maßnahmen gewährleistet werden soll.

Mehr zum Thema unter:
www.bvmw.de/politik/digitalisierung

 


After Brexit: Das wird teuer!

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Wird der Brexit zur teuersten Scheidung der Welt, wie manche behaupten? Fest steht: Ab Mitteilung der Austrittsabsicht bleiben für Großbritannien die Europäischen Verträge noch zwei Jahre in Kraft, gleichgültig, ob man sich auf ein Austrittsabkommen einigt oder nicht. Parallel muss „in tandem“ ein Abkommen über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen verhandelt werden. Das wird erheblich länger dauern, denn dabei sind komplizierte Fragen zu regeln, wie z. B. die Höhe von Kompensationszahlungen. Der Brexit wird das Investitions- und Konsumklima erheblich belasten. Studien rechnen mit einem Rückgang des britischen BIP von bis zu acht Prozent – damit leidet Großbritannien am stärksten unter dem Brexit. Deutschland exportiert Waren und Dienstleistungen im Wert von jährlich 120 Milliarden Euro nach Großbritannien, 750.000 Arbeitsplätze hängen von diesen Exporten ab. Die dämpfende Wirkung durch den Brexit dürfte sich schon 2017 zeigen, wenn laut Prognosen das deutsche Wirtschaftswachstum um bis zu 0,5 Prozentpunkte sinkt. Über 2.500 deutsche Unternehmen haben auf der Insel einen eigenen Standort. Sie beschäftigen 400.000 Mitarbeiter. Zudem ist Großbritannien der größte Direktinvestor in Deutschland, rund 200.000 Beschäftigte arbeiten bei britischen Unternehmen. Hinzu kommen die Auswirkungen auf den EU-Haushalt. Durch den Ausfall britischer Beiträge müsste Deutschland als größter Nettozahler jährlich rund 2,5 bis 3 Milliarden Euro zusätzlich beisteuern.

www.ecvet-info.de

Foto: © lazyllama – Fotolia.com

 


Abfall-Regelung ohne Praxisbezug

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EU-Pläne für eine Reform der Abfallrichtlinie stoßen auf erhebliches Kopfschütteln. Sie sehen keine Schwellenwerte bei der Entsorgung von gefährlichen Abfällen vor. Ein Servicebetrieb, der FCKW-haltige Kältemittel aus einer gewarteten Klimaanlage abtransportiert, müsste dies bei den Behörden anzeigen, denn diese Stoffe gelten als „gefährlicher Abfall“. Ein Friseur, der eine defekte Leuchtstoffröhre in seinem Laden demontiert und zum Recyclinghof bringt, müsste streng genommen ein mehrseitiges Formular für die Abfallwirtschaftsbehörde ausfüllen, denn sie enthält geringe Mengen Quecksilber. Wenn die Pläne der EU nicht geändert werden, droht vielen mittelständischen Betrieben Ungemach. Immerhin hat die Bundesregierung von Brüssel gefordert, für geringe Mengen gefährlicher Abfälle Ausnahmen vorzusehen.

www.ec.europa.eu/environment/waste/index.htm

 


Brexit – EU-Kommission muss klare Kante zeigen

Nach dem Brexit-Votum der Briten steht Europa eine Zeitenwende bevor – nicht wenige meinen, vergleichbar dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Selbst wenn diese historische Dimension nicht ganz erreicht wird, so ist schon jetzt absehbar, dass viel Liebgewonnenes auf dem Spiel steht. Fest steht: am meisten leiden die Briten selbst unter dem Brexit.

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Zum Beispiel dürften die mit dem gemeinsamen Binnenmarkt einhergehenden vier Grundfreiheiten nicht ohne weiteres zu erhalten sein. Waren- und Dienstleitungsfreiheit, Kapitalverkehrsfreiheit und die Niederlassungsfreiheit von EU-Bürgern sind im Verhältnis zu Großbritannien sicher nicht mehr in vollem Umfang zu gewährleisten. „In is in, out is out“, so formulierte es noch vor dem Austrittsentscheid des Vereinigten Königreichs Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Damit ist die Marschrichtung vorgegeben: Die EU wird in den Austrittsverhandlungen, die sich nach Stellen des offiziellen Austrittsgesuchs über zwei Jahre hinziehen dürften, den Briten klare Kante zeigen müssen. Denn sonst droht das Beispiel Brexit Schule zu machen: Vorteile aus dem weltgrößten gemeinsamen Binnenmarkt ziehen, Verpflichtungen und Beitragszahlungen in den EU-Haushalt vermeiden.

Aber auch die Briten haben umgehend erfahren, was das Referendum für sie bedeutet. Experten rechnen mit Einbußen beim britischen Bruttoinlandsprodukt von bis zu 5,3 Prozent bis 2018. Schon jetzt kündigen viele weltweit tätige Konzerne eine Verlagerung in andere EU-Staaten an. Für Finanzdienstleister, das Investmentbanking, Handelsgeschäfte und den grenzüberschreitenden Handelsverkehr ist London nicht länger Sprungbrett in die EU. Das Vertrauen in die britische Währung ist erschüttert, das Pfund auf ein 30-Jahrestief abgestürzt. Durch Kapitalflucht könnten in den ersten vier Jahren nach dem Referendum bis zu 270 Milliarden Euro an Investitionen auf der Insel verloren gehen. Ohne Zugang zum EU-Binnenmarkt verteuern sich die britischen Exporte drastisch. In der Folge droht den Briten der Verlust von bis zu 950.000 Arbeitsplätzen. Und auch die Vertragsjuristen werden bald gut ausgelastet sein, da rund 50 Freihandelsverträge mit Drittstaaten verhandelt werden müssen. Die Phase wirtschaftlicher Verunsicherung könnte Berechnungen zufolge bis 2030 andauern.

Die Briten haben sich nach 43 Jahren trotz dieser absehbaren negativen Konsequenzen mehrheitlich gegen die weitere Mitgliedschaft in der Europäischen Union entschieden. Dabei gehen nach Berechnungen des IW Köln rund 45 Prozent aller britischen Warenausfuhren und rund 38 Prozent aller Dienstleistungsexporte in den EU-Binnenmarkt. Die EU-Kommission ist nun in den Austrittsverhandlungen gefordert, das Maximale für die Bürger und Unternehmen der EU-27 herauszuholen. Den Briten darf ihr Abschied nicht noch durch Zusicherung von Vorteilen und Vergünstigungen versüßt werden, etwa beim Zugang zum Binnenmarkt. Brüssel muss klare Kante zeigen, eine EU-Mitgliedschaft „light“ darf es nicht geben. Auch nach innen muss die klare Botschaft gesendet werden, dass nur Vollmitglieder alle Rechte und Vorteile genießen. Knickt die EU bei diesem Grundsatz ein, war der Brexit nur der Anfang einer Austrittslawine – und damit das Ende der Europäischen Union, wie wir sie kennen. Zugleich muss die EU dringend reformiert werden und sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Bei einem „weiter so“ mit nationaler Rosinenpickerei verabschiedet sich Europa als bedeutender Player der Weltwirtschaft.

Auch Deutschland ist vom Brexit betroffen. Wirtschaftsforscher gehen von einem um einen halben Prozentpunkt niedrigeren Wachstum im kommenden Jahr und dem Überschreiten der Drei-Millionen-Grenze bei der Arbeitslosigkeit aus. Dabei bleibt auch der deutsche Mittelstand nicht verschont. Exportierende Klein- und Mittelbetriebe müssen wieder mit Zollbeschränkungen rechnen, wie mit nicht-tarifären Handelshemmnissen. Im Extremfall gibt es auf beiden Seiten unterschiedliche Zulassungsverfahren. Dann müssten deutsche Hersteller unterschiedliche Produktvarianten für die EU und Großbritannien fertigen. Sorge bereiten insbesondere mittelständische Autozulieferer. Großbritannien ist nach den USA der größte Exportmarkt der deutschen Automobilindustrie.

Foto: © Ezio Gutzemberg – Fotolia.com

Erfolgreich für den Mittelstand in Brüssel

Mittelstandsverbände fordern in einem gemeinsamen offenen Brief die EU auf, das EU Mehrwertsteuersystem für digitale Verkäufe zu vereinfachen.

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Der deutsche und europäische Mittelstandspräsident Mario Ohoven traf mit Vertretern des europäischen Mittelstandsdachverbandes European Entrepreneuers (CEA-PME) die Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, Kristalina Georgieva. Gemeinsam diskutierten sie über die Mittelvergabe der europäischen Investitionsbank für den Mittelstand. Am Rande des Treffens sprachen die European Entrepreneurs bei einem MittelstandTalk mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments über den Aktionsplan Umsatzsteuer der Europäischen Kommission und die Konsequenzen für den Mittelstand. „Wir begrüßen eine Neufassung des gegenwärtigen EU-Mehrwertsteuersystems, um es einfacher und geschäftsfreundlicher zu machen“, so Mario Ohoven. Der im April von der Europäischen Kommission vorgestellte Mehrwertsteuer- Aktionsplan ruft unter den größten europäischen Verbänden der Selbstständigen und kleiner und mittlerer Unternehmen Besorgnis hervor. Das European Forum of Independent Professionals (EFIP), die European Federation of Umbrella Companies (FEPS), die European Small Business Alliance (ESBA) und European Entrepreneurs CEA-PME richteten einen offenen Brief an den niederländischen Premierminister Mark Rutte, in dem sie fordern, die Bedingungen für KMU im Binnenmarkt zu vereinfachen.

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MittelstandTalk des europäischen Dachverbandes European Entrepreneurs (CEA-PME) mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments zum Umsatzsteuer Aktionsplan der Europäischen Kommission.

Die neue EU-Mehrwertsteuergesetzgebung für grenzüberschreitende digitale Verkäufe wird für KMU unverhältnismäßig belastend sein, vor allem aufgrund des durch die Erfüllung der Vorschriften entstehenden finanziellen und zeitlichen Aufwands. Diese Kosten müssen entweder an die Verbraucher weitergegeben oder intern aufgefangen werden. „Dies wird zu einem Rückgang ihrer Gewinne führen und sie von einer Ausdehnung ihrer Geschäfte in Europa abhalten”, unterstrich Prof. Dr. Maurizio Casasco, CONFAPI-Präsident (Italien) und Vizepräsident von CEA-PME.

Schon heute schrecken vor allem Kleinunternehmen vor Online-Verkäufen zurück und werden die Chance verpassen, von der digitalen Revolution zu profitieren. Vorteile werden daraus die großen Marktteilnehmer wie Amazon & Co ziehen. Beides kann nicht das Interesse der EU sein.

Der Bundesgeschäftsführer des BVMW und frühere sächsische Staatsminister, Prof. Dr. Roland Wöller, rief die EU-Institutionen dazu auf, eine Befreiung der kleinsten Unternehmen mit Umsätzen unter einem bestimmten Schwellenwert von den neuen EU-Mehrwertsteuervorschriften einzuführen.

Das griechische MdEP Eva Kaili, Vorsitzende der griechischen S&D Fraktion und Vorsitzende der EP-Delegation für Beziehungen zur NATO, forderte ein koordiniertes Vorgehen in der EU. „Wir brauchen eine Harmonisierung und einfache Regeln für KMU und müssen die Verbraucher entlasten“.

David Caro, Präsident der ESBA, hob hervor, dass das EU „Mini one-stop shop“-System für die alten innergemeinschaftlichen Mehrwertsteuervorschriften nach Jahren der Anwendung und Anpassung gut funktioniert habe, während die Verfahren mit den neuen Regeln seit 2015 unvertretbar kompliziert geworden seien.

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Kristalina Georgieva, Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, mit dem deutschen und europäischen Mittelstandspräsidenten Mario Ohoven

Ein umfassendes Paket zur Vereinfachung der Mehrwertsteuerverfahren für KMU wird im Dezember 2016 präsentiert. Donato Raponi, Abteilungsleiter Mehrwertsteuer der Europäischen Kommission kündigte bereits an, er sehe es als “sehr wahrscheinlich an, dass ein Schwellenwert vorgeschlagen wird“. Doch letztendlich müssen die Mitgliedstaaten einstimmig entscheiden. Dies wird die größte Hürde sein, die es 2017 zu überwinden gilt.

Foto oben: © Grecaud Paul – Fotolia.com; Fotos unten: Alexander Louvet

Afrika – Kontinent mit Zukunft

Der afrikanische Kontinent ist für den BVMW seit Jahren ein Markt mit wachsender Bedeutung. Neben Abkommen und Reisen sowie Besuchen aus Afrika wurden beim BVMW auch Fachgruppen ins Leben gerufen, die sich unter anderem mit den Geschäftsmöglichkeiten in Afrika beschäftigen.

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Mittelstandspräsident Mario Ohoven mit Faure Essozimna Gnassingbe, Staatspräsident Togos…

„Quelle der Hoffnung in schwerer Zeit“, unter diesem Motto fand vor kurzem die 21. Internationale Begegnung statt. An drei Tagen trafen sich über 50 Nationen in Berlin. Dazu eingeladen hatte die Stiftung für Grundwerte und Völkerverständigung. BVMW-Präsident Mario Ohoven traf im Rahmen der Veranstaltung unter anderem den Parlamentspräsidenten von Dschibuti, Mohamed Ali Houmed, sowie die Staatspräsidenten Togos, Faure Essozimna Gnassingbe, und Äquatorialguineas, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo. In seinen Gesprächen diskutierte Ohoven die Möglichkeiten für deutsche Unternehmen in den jeweiligen Ländern und Optionen für eine vertiefte Zusammenarbeit.

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… mit Mohamed Ali Houmed, Parlamentspräsident Dschibutis…

Dschibuti etabliert sich als regionaler Hub und Dienstleister mit neuen Hafeninfrastrukturen und einer Eisenbahn nach Äthiopien. Als Logistikzentrum könnte Dschibuti-City auch für deutsche Unternehmen von Interesse sein. Das kleine Land träumt von einer Rolle als „Dubai am Horn von Afrika“. Dschibuti verdient derweil nicht nur an Äthiopien und den großen Schifffahrtsgesellschaften, sondern auch an der einzigen Militärbasis der USA in Afrika, der größten französischen in Afrika, der einzigen ausländischen Japans und den Marineeinheiten zur Piratenbekämpfung der EU. Diese Länder geben viel Geld in Dschibuti aus und sind damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dank der Aktivitäten dieser Länder boomt auch der dschibutische Bausektor.

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...und mit Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, Staatspräsident Äquatorialguineas.

Togos Wirtschaft dürfte 2016 und 2017 deutlich weniger Dynamik aufweisen als noch in den Vorjahren. Das liegt vor allem daran, dass die Investitionen zurückgehen. Besonders im Bergbau fehlt es aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise derzeit an Projekten – was sich aber bekanntlich schnell ändern kann. Viel Aktivität herrscht weiterhin im Bausektor. Äquatorialguinea grenzt im Norden an Kamerun, im Süden und Osten an Gabun und im Westen an den Golf von Guinea. Das Land verdankt seinen relativen Reichtum mit einem Pro-Kopf-Einkommen von knapp 20.000 USD den vorhandenen Ölreserven. Der Anteil der Erdölwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 90 Prozent. Das Land ist der drittgrößte subsaharische Öllieferant nach Nigeria und Angola. Zweitwichtigster Bereich ist die Baubranche, in der sich auch Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen ergeben.

Erholsame Routine

Guido Augustin macht sich Gedanken über unsere Welt und ihre Bewohner

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Was passiert, wenn AC/DC auf einem Open-Air-Konzert nicht „Thunderstruck“ spielt? Was, wenn ein Liverpool-Heimspiel ohne „You’ll Never Walk Alone“ angepfiffen wird? Viele Menschen wären massiv irritiert – womöglich Millionenschäden die Folge. Das liegt daran, dass Menschen so wunderbare Gewohnheitstiere sind. Wir wollen nicht ständig alles neu erfunden haben, wir wollen Bewährtes, Wiederholtes, Erfolgreiches. Immer und immer wieder.

Ein Nachbar hatte einen Hamster, für den er in einer Eckvitrine eine Art Disneyland für Hamster gebaut hatte. Da gab es Rädchen, Häuschen, Rutschen und was so ein Hamster sonst noch mag, wenn er nachts randalieren möchte, was seine Art ist. Doch der Nachbar wusste nichts vom eingangs beschriebenen Phänomen und gestaltete in jeder Hamsternacht, also tagsüber, das Hamsterparadies neu. Rädchen, Häuschen und Rutschen standen jedes Mal woanders, wenn der Hamster verschlafen aus seinem Bett kroch.

Hamster leben ja gemeinhin nicht so lange, dieser Hamster aber starb deutlich vor der Zeit. Verständlich: Stellen Sie sich nur vor, Sie stehen morgens auf und müssen als Allererstes das Klo suchen, weil ein gottgleiches Horrorwesen dieses jede Nacht woanders hinstellt. Den Stress hält kein Hamster lange aus.

Wie entspannt wäre der Hamster gewesen, hätte er sein Geschäft jeden Morgen ohne lange Suche machen können. Und weil es uns Menschen auch so geht, können alle, die anderen Menschen etwas anbieten, sich in genau diesem Moment der Erkenntnis entspannt zurücklehnen.

Kunden, auch das sind Menschen, wollen nicht ständig etwas Neues, Spektakuläres. Sie wollen das, weswegen sie uns schätzen, mögen und brauchen. Und das dann immer wieder.

In der Praxis bedeutet dies: Ich muss nicht noch eine Praline aufs Kopfkissen legen, den Netzwerkbesucher mit dem Regenschirm am Parkplatz abholen oder ab einer Tankrechnung über 100 Euro einen Magenbitter dazugeben. Es genügt, das Bett frisch zu beziehen, Besucher in gute Gespräche zu bringen und zügig zu kassieren, wenn das die zentralen Kundenbedürfnisse in den genannten Beispielen sind. Und das muss ich eben immer wiederholen. Vielleicht ist das Bedürfnis ja etwas ganz Banales, vielleicht ist es aber auch Exzellenz.

Das Gegenteil dieser Erkenntnis sind Preisspiralen und ächzende Unternehmen, die vor lauter Kundenzufriedenheit keine Gewinne mehr machen. Denn die ewigen Upgrades gehen ganz schön ins Geld. Wer immer wieder neue Extrameilen gehen will, braucht viele Schuhe und kommt doch nirgends an. Denn viele Extrameilen führen in die unternehmerische Sackgasse.

Aber keine Sorge: Es gibt Hamsterleben verlängernde Alternativentwürfe. Finden Sie Ihr „Thunderstruck“ und spielen es: Lieblingslieder hören Fans immer wieder gerne.

Foto: Heike Rost

#Hashtag – was ist das eigentlich und wozu ist er gut?

Erfunden wurde der Hashtag 2007, als Twitter populär und unübersichtlich wurde. Um verschiedene Unterhaltungen und Nachrichten zum gleichen Thema für alle Nutzer auffindbar zu machen, einigte man sich auf die Möglichkeit, den entsprechenden Schlagwörtern (engl. „tags“) eine Raute (engl. „hash“) ohne Leerzeichen voranzustellen.

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Wäre Twitter ein Buch, wären die Hashtags das Schlagwortverzeichnis

Der Clou daran ist, dass alle „Rauten-Wörter“ automatisch mit einem Link versehen werden, der zu allen anderen Einträgen führt, die den gleichlautenden Hashtag enthalten. Es entsteht so ein elektronisches Schlagwortverzeichnis, das sich in Echtzeit aktualisiert, sobald ein bestehender oder neuer Hashtag verwendet wird.

Twitter: Dank Hashtags der schnellste Nachrichtenkanal der Welt

Die zehn meistgenutzten Hashtags bei Twitter sind jederzeit für alle Nutzer in den „Trends“ sichtbar. Das macht Twitter als Nachrichtenkanal so mächtig: Nirgendwo erfährt man schneller, was gerade in der Welt los ist. Das berühmteste Beispiel ist die Tötung Osama bin Ladens, die zuerst auf Twitter gemeldet wurde.

#Aufschrei: Deutschlands berühmtester Hashtag

Das Monopol professioneller Medien gibt es nicht mehr, auch weil jeder Mensch mit Hashtags Debatten anstoßen kann, die Millionen Menschen erreichen. Ein Bericht des Stern über eine anzügliche Bemerkung des FDP-Politikers Rainer Brüderle wurde 2013 deutschlandweit diskutiert, weil eine bis dahin unbekannte Twitter-Nutzerin den Hashtag #Aufschrei erfand. Er wurde zum Inbegriff tausender Frauen, die sich gegen Sexismus im Alltag wehren.

Tipps für Unternehmen: Wie nutze ich Hashtags?

Was bedeutet das für Unternehmen? Sie können auf Twitter ohne viel Aufwand Aufmerksamkeit erzielen, wenn sie vor jedem Tweet nach populären Hashtags zum eigenen Thema suchen und diese verwenden. So erreichen sie mehr Nutzer als nur die eigenen Follower oder Fans. Es empfiehlt sich auch, regelmäßig die Twitter Trends im Auge zu behalten und bei passenden Themen mitzudiskutieren – und sich so einen Namen zu machen.

Wie mache ich meinen eigenen Hashtag populär?

Im Idealfall kann man eigene Schlagworte oder Themen setzen, insbesondere bei selbst ausgerichteten Veranstaltungen. Am besten wird ein passender Hashtag vorab an alle Teilnehmer kommuniziert, damit diese live mitkommentieren können. Die Chance, dass der eigene Hashtag während der Veranstaltung in den Twitter Trends erscheint, ist übrigens relativ groß. Denn in Deutschland ist die Zahl aktiver Twitter-Nutzer immer noch verhältnismäßig gering. Gesehen wird man so aber auch von den vielen inaktiven Nutzern auf Twitter, die das Geschehen nur beobachten – dazu zählen auch viele Journalisten.

Ist die Nutzung von Hashtags auch bei Facebook sinnvoll?

Seit 2013 versieht auch Facebook Hashtags automatisch mit einem Link, durchgesetzt haben sie sich – anders als bei der Facebook-Tochter Instagram – bisher nicht. Auswertungen haben ergeben, dass Facebook-Posts mit Hashtags weniger beachtet werden. Dennoch kann es sinnvoll sein, auch hier Inhalte mit Hashtags (beispielsweise #Mittelstand) zu versehen, damit sie gefunden werden können. Was also tun? Hier greift die wichtigste Social Media Grundregel: Ausprobieren, analysieren und selbst rausfinden, was das Richtige ist.

 

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Medien in Zahlen

35 Prozent

der Unternehmen in Deutschland nutzen bereits Big Data Analysen für die Auswertung großer Datenmengen. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es erst 23 Prozent. „Innovative Datenanalysen werden als Grundlage für wirtschaftliche Entscheidungen immer wichtiger“, sagte Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, bei der Vorstellung der Studienergebnisse.

 


75 Prozent

der deutschen Unternehmen setzen Social Media für die interne oder externe Kommunikation ein. Signifikante Unterschiede nach Unternehmensgröße gibt es dabei nicht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 505 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

 


2,5 Milliarden

US-Dollar, das ist die Summe der Umsätze, die 2014 weltweit mit Digitalausgaben erreicht wurde. 2013 ist die Gesamtauflage von Tageszeitungen (also Print + Digital) weltweit um 0,7 Prozent gestiegen. PricewaterhouseCoopers sagt voraus, dass dieser Trend anhält. Dies würde bedeuten, dass Digital-Ausgaben weltweit gesehen den Rückgang von Print-Tageszeitungen überkompensieren.

 


8,5 Prozent

Umsatzplus verzeichnet der Axel Springer Verlag im Geschäftsjahr 2015. So erreichte er knapp 3,3 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von 62 Prozent kam deutlich mehr als die Hälfte der Einnahmen aus den Digitalgeschäften des Verlags. Unter dem Strich verbuchte der Konzern einen Gewinn von 304,6 Millionen Euro, ein Anstieg um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Quelle: Die Welt

 


54 Prozent

der an einer Studie teilgenommenen Unternehmen, die Suchmaschinenoptimierung nutzen, gaben an, dass gute Ergebnisse (höhere Umsätze, Kundengewinnung usw.) erzielt wurden. 73 Prozent gaben an, dass Kunden durch Suchmaschinenoptimierung besser erreicht werden können.
Quelle: Hochschule Offenburg

 


97,4 Prozent

betrugen 2014 Werbe-Umsätze im Broadcast TV (also klassisches, lineares, werbefinanziertes Fernsehen) der gesamten TV-Werbe-Umsätze. Laut PricewaterhouseCoopers Prognose soll dieser Anteil bis 2019 auf 94,4 Prozent sinken. Grund sei, dass Werbetreibende ihre Ausgaben hin zu Digitalmedien verschieben, um dort bestimmte demografische Zielgruppen besser zu erreichen.

 


69 Prozent

aller mittelständischen Unternehmen nutzen digitale Medien, vor allem das Web 2.0, aus Zwecken der kostengünstigen Informationsgewinnung für ihre Arbeit. 64,6 Prozent nennen als Beweggründe des Einsatzes von Medien das Reputationsmanagement sowie dessen Ausbau.
Quelle: ARD/ ZDF Studie

 


Wer hat die Urheberrechte?

Ob Schulungsvideo, Pressetext oder Website-Content, ob für die interne Kommunikation oder die Außendarstellung des Unternehmens: keine Firma kommt ohne Medien aus. Bei der Nutzung von medialen Inhalten gilt es einiges zu beachten, um Konflikte mit dem Urheber- und Medienrecht zu vermeiden.

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Werke sind vom Urheberrecht geschützt, wenn es sich um persönliche geistige Schöpfungen handelt. Nach den Regelungen des Urhebergesetzes liegen die Rechte zur Nutzung eines Werkes zunächst bei dessen Urheber. Der Urheber ist der Schöpfer des Werkes, also derjenige, der einen Text selbst geschrieben, eine Illustration selbst erstellt oder Musik selbst komponiert hat.

In anderen Fällen schützt der Gesetzgeber die wirtschaftliche und organisatorische Leistung des Produzenten durch entsprechende Leistungsschutzrechte.

Der angestellte Urheber

Liegen die Nutzungsrechte an den geschaffenen Werken beim Arbeitgeber oder beim Arbeitnehmer? Das entscheidende Kriterium ist hier, ob das jeweilige Werk in Erfüllung der arbeitsvertraglichen Verpflichtung geschaffen worden ist. Es kommt also darauf an, für welches Tätigkeitsfeld der Arbeitnehmer angestellt ist. Um Streitigkeiten vorzubeugen, muss der Arbeitsvertrag eine zutreffende und umfassende Beschreibung des Tätigkeitsbereichs enthalten. Lässt sich der Tätigkeitsbeschreibung nicht eindeutig entnehmen, ob das Werk in Erfüllung der arbeitsvertraglichen Verpflichtung geschaffen wurde, kommen weitere Kriterien ins Spiel: Inwieweit ist das Werk überhaupt für den Arbeitgeber verwendbar? Gibt es in der jeweiligen Branche eine gewisse Üblichkeit für die Übertragung von Nutzungsrechten an den Arbeitgeber?

Wurde ein Werk innerhalb eines Arbeitsverhältnisses geschaffen, werden dem Arbeitgeber diejenigen Nutzungsrechte eingeräumt, die er zu einer vernünftigen Nutzung des Werkes benötigt. Dem Urheber stehen neben den Nutzungsrechten noch Urheberpersönlichkeitsrechte zu. Das Recht der Namensnennung des Urhebers, das Veröffentlichungsrecht oder das Entstellungsverbot sind im Einzelfall zu klären.

Ein Urheber, der ein Werk im Rahmen seines Arbeitsvertrags geschaffen hat, kann keine zusätzliche Vergütung für die Nutzung des Werkes verlangen, außer es werden außergewöhnlich hohe Erlöse dafür erzielt.

Der freie Urheber

Freie Mitarbeiter sind nicht in einem Arbeitsverhältnis im Sinne des § 43 UrhG tätig. Die Rechte an den geschaffenen Werken gehen nicht automatisch auf den Arbeitgeber über.

  1. Wird der Externe nur zur Schaffung eines konkreten Werkes engagiert, dann handelt es sich um einen Urheberwerkvertrag. Gegenstand des Vertrages ist die Schaffung eines konkreten Werkes sowie der Umfang und die Vergütung der Rechteübertragung.
  2. Ist der Urheber als freier Mitarbeiter beschäftigt, kommt es ganz besonders auf die vertraglichen Regelungen zur Übertragung der Nutzungsrechte an. Es muss für beide Parteien ausreichend klar sein, was das Tätigkeitsfeld des freien Mitarbeiters ist, und welche Werke für den Arbeitgeber geschaffen werden.

Künstlersozialkasse

Wer regelmäßig freie Mitarbeiter beschäftigt, die künstlerisch in den Bereichen Wort, Bild oder Musik tätig sind, ist zur Zahlung der Künstlersozialabgabe an die Künstlersozialkasse (KSK) verpflichtet.

Die Abgabepflicht betrifft sowohl Unternehmen, die direkt im künstlerischen und kreativen Bereich tätig sind, als auch Unternehmer, die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für ihr eigenes Unternehmen betreiben.

Einen ausführlichen Bericht zur KSK finden Sie auf Seite 58.

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Stolperfallen beim Urheberrecht

Welche Bilder kann man für die eigene Webseite verwenden? Was tun mit Mitarbeiterfotos im Netz? Kann man einen gelungenen Werbetext einfach so übernehmen? Darf man Youtube-Videos auf der eigenen Webseite einbinden?

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Kein Schutz ohne Schöpfungshöhe

Das Urheberrecht setzt ein Werk voraus, welches eine gewisse Schöpfungshöhe besitzt. Werk ist alles: Ein Bild, ein Text, ein Foto, ein Musikstück, eine Liste, eine Software oder jeweils Teile hiervon. An die Schöpfungshöhe werden keine besonders hohen Anforderungen gestellt. Man sollte also bei der Verwendung eines Werkes nicht darauf vertrauen, dass es die Schöpfungshöhe sowieso nicht erreicht und daher frei von urheberrechtlichem Schutz sei. Liegt ein solches Werk vor, darf es nicht ohne Einwilligung des Urhebers verwendet werden (gesetzliche Ausnahmen, wie z. B. das Zitatrecht nach §51 UrhG sind hier außer Betracht).

Der Artikel, den Sie gerade lesen, besitzt urheberrechtlichen Schutz. Eine Phrase oder Bezeichnung, wie: „Der neue Kalender 2016“ allerdings nicht. Allgemeine Geschäftsbedingungen, Datenschutzerklärungen und Bedienungsanleitungen können bereits geschützt sein. Daher Finger weg von copy-and-paste.

Kein Nutzungsrecht ohne Lizenz

Sprechen wir von Nutzungsrechten, so sprechen wir von Lizenzen. Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. Lizenz und Nutzungsrecht sind Synonyme. Deshalb ist auch der Begriff „lizenzfrei“ irreführend. „Lizenzfrei“ bedeutet in der Regel nur, dass ein Werk dann (kosten-)frei verwendet werden darf, wenn gewisse Bedingungen eingehalten werden. „Creative Commons“ ist eine Lizenz, nach der das Werk (das Bild, der Text) nur unter Benennung des Urhebers frei verwendet werden darf. Allein die Lizenz von Youtube erlaubt es, dass die Videos frei auf der eigenen Webseite gestreamt werden dürfen.

Kein Verzicht auf das Urheberrecht

Das Urheberrecht als solches kann man nicht abgeben. Man kann lediglich die Nutzungsrechte übertragen, beziehungsweise die Einwilligung für eine bestimmte Nutzung erteilen. Doch lässt sich nicht auf die Urheberschaft verzichten, da diese Ausdruck des grundrechtlich geschützten allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art. 2 Abs. 1 GG) ist. Achten Sie daher auf vertrauenswürdige Quellen beim Bezug von Bilddateien für Ihre Webseite oder Imagebroschüre. Nicht die Agentur, sondern allein Sie als Verwender haften bei einer Rechteverletzung.

Die Einwilligung Ihrer Mitarbeiter bei Fotos ist nach dem Kunsturheberrecht (§22 KunstUrhG) nötig, wenn diese auf der Unternehmenswebseite oder in den sozialen Medien, wie Facebook, veröffentlicht werden sollen.

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Gesundheit auf dem Prüfstand

Die Arbeitsfähigkeit und die Gesundheit von Mitarbeitern sind ein hohes Gut für jedes Unternehmen. Psychische Belastungen am Arbeitsplatz rücken in diesem Zusammenhang ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

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Besonders kleine und mittlere Unternehmen benötigen Fachkräfte, die für das Unternehmen mitdenken, planen und handeln. Sie müssen gesund und kompetent sein, um die an sie gestellten Anforderungen bewältigen zu können. Und sie müssen motiviert sein, um sich für ihren Aufgabenbereich im Rahmen der Unternehmensziele einzusetzen. Gesundheit, Kompetenz und Motivation sind Voraussetzung für eine hohe Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten. Eine der zentralen Aufgaben des Personalmanagements ist es daher, Fachkräfte mit diesen Eigenschaften zu finden und an das Unternehmen zu binden. Immer wichtiger wird es aber auch, die Arbeitsfähigkeit der Fachkräfte zu fördern und langfristig zu erhalten. Betriebliches Personal- und Gesundheitsmanagement gehen hierbei Hand in Hand.

Es gibt nachweislich insbesondere zwei Konstellationen am Arbeitsplatz, die als problematisch für die Gesundheit der Beschäftigten gelten: viel Arbeit bei gleichzeitig geringem Handlungs- und Entscheidungsspielraum (Anforderungs-Kontroll-Modell) und großes Engagement bei gleichzeitig geringer Wertschätzung und Anerkennung (Modell der beruflichen Gratifikationskrisen). Diese Risikokonstellationen demotivieren und beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit. Sie verursachen Stress und körperliche Beschwerden. Und sie können langfristig mitunter Burnout oder psychische Erkrankungen auslösen.

Um ein Unternehmen mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten gut aufzustellen, helfen Instrumente eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), das einen Schwerpunkt auf mögliche psychische Belastungen legt. Eine psychische Gefährdungsbeurteilung identifiziert belastende Arbeitssituationen. In Workshops können konkrete Fehlbelastungen ermittelt werden. Schulungen unterstützen die Fach- und Führungskräfte, psychische Belastungen – eigene und diejenigen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – zu erkennen. Ihre Führungskräfte lernen, mit psychisch belasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umzugehen und insgesamt förderliche Arbeitsbedingungen im Team zu schaffen.

Ein psychisches Betriebliches Gesundheitsmanagement (psychBGM) hat einen großen Mehrwert für jedes Unternehmen: Es erfüllt rechtliche Vorgaben zur psychischen Gefährdungsbeurteilung. Es erhält die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, erhöht die Arbeitszufriedenheit und bindet die Fachkräfte an das Unternehmen. Es schafft ein attraktives Firmenimage und gestaltet gute Arbeit. Und es rechnet sich wirtschaftlich mit einem hohen Return on Prevention (ROP), wie Studien belegen.

Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen und der Gestaltung der Arbeit.

Seien Sie im Kontakt: Nehmen Sie wahr, was Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun und wie sie es tun. Signalisieren Sie bezüglich des Gehalts, der Perspektive im Unternehmen und auch im persönlichen Gespräch Wertschätzung und Anerkennung für die geleistete Arbeit. Schenken Sie Vertrauen: Übertragen Sie Verantwortung, wo immer es geht, und beteiligen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen und der Gestaltung der Arbeit. Sie werden es Ihnen mit Motivation und Veränderungsbereitschaft danken.

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News

Unternehmerpreise

Es gibt viele Gründe, sich mit anderen Unternehmen in einem Wettbewerb zu messen: Gute Presse, individuelle Förderung, Kontakte knüpfen und, nicht zu vergessen, das Preisgeld. Hier stellen wir Ihnen einige der aktuellen Unternehmerpreise vor.

n-tv und BVMW suchen den „Hidden Champion 2016“

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Der Nachrichtensender n-tv verleiht den Mittelstandspreis „Hidden Champion“ 2016 zum sechsten Mal. Die Verleihung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Maleki Group und erstmals mit Unterstützung des BVMW.

Gesucht werden Unternehmen, die mit ihrer Arbeit zum Erfolg der deutschen Wirtschaft in herausragender Weise beigetragen haben. In der Kategorie „Marke“ sind das Unternehmen, die mit ihrem Markennamen glänzen und die sich dadurch in Zeiten der Globalisierung im Wettbewerb leichter behaupten können. Der Preis in der Kategorie „Verantwortung“ geht an Unternehmen, die mit ihrem Einsatz der Gesellschaft einen deutlichen Impuls verliehen haben. In der neuen Kategorie „Change“ werden Mittelständler gesucht, die mit der digitalen Herausforderung der Zukunft erfolgreich umgehen. In der ebenfalls zum ersten Mal vertretenen Kategorie „Vision“ werden junge, innovative Firmen und Start-ups ausgezeichnet, deren Ideen und Geschäftsmodelle besonders überzeugend sind.

Beim „Hidden Champion“ werden seit 2011 Unternehmen ausgezeichnet, die in ihrem Markt führend sind. Teilnehmen können alle inhabergeführten Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die mindestens 30 Mitarbeiter beschäftigen. Die Kategorie „Vision“ hat gesonderte Bestimmungen: Bei den Unternehmen müssen mindestens zehn Mitarbeiter beschäftigt sein oder sie müssen zehn Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet haben und dürfen gleichzeitig nicht länger als drei Jahre am Markt sein.

Unterstützt wird die Jury durch ein hochkarätig besetztes Kuratorium, dem Mittelstandspräsident Mario Ohoven angehört. In der Jury wirkt BVMW-Bundesgeschäftsführer Prof. Dr. Roland Wöller mit.

Bewerbung bis zum 28. August 2016.

bit.ly/HiddenChampions_bewerben
bit.ly/HiddenChampionsTrailer

Foto: n-tv


Sustainable Entrepreneurship Award

Sustainability is in our hands (SEA) – ist das Motto des Sustainable Entrepreneurship Award, dem ersten internationalen Preis für Nachhaltiges Wirtschaften. Der SEA würdigt Unternehmen die zum Wohle von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt agieren – im Einklang mit ihren unternehmerischen Interessen. Das herausragendste Projekt ist mit einer Prämie von 10.000 EUR dotiert.

Bewerbung bis 31. August 2016

www.se-award.org/de/submission


Werbung, die bezahlbar ist

Im Marketing stellt sich immer die Frage, wie man Händler, Partner oder Niederlassungen zu einem CI konformen Auftritt führt. Das gilt für Info- und Verkaufsmaterial, Anzeigen aber auch für Events und Sonderaktionen. Das Equipe Marketing Center weiß, wie man professionelle Werbung zu kleinen Kosten für Partner, Händler oder Verbandsmitglieder realisieren kann. Eine einfache Anwendung, die mit wenigen Klicks zum hochwertigen Werbemittel führt, eine weitreichende Personalisierung und eine starke Reduzierung der Kosten für Entwurf und Gestaltung sind die wichtigsten Merkmale unserer Lösung. Damit wird Werbung für alle machbar und bezahlbar.

www.equipe.cc


Neues Fachkräfteportal für Unternehmer

Der Deutsch-Türkische Wirtschaftsdialog (DTW) ist neues BVMW-Mitglied und eine Netzwerkorganisation, die der Vermittlung von Fach- und Führungskräften für den deutschen Arbeitsmarkt dient. Zu den ehrenamtlichen Vorständen gehören sowohl deutsche als auch in Deutschland lebende türkische Unternehmer. Kooperationspartner sind neben dem BVMW die SLP-Personalberatung, Duale Hochschule Baden-Württemberg, LVI, AGV-BW, Talentcube (für Smartphones) und die Deutsch-Türkische Universität, an der rund 400 Studentinnen und Studenten zweisprachig ausgebildet werden. Unter dem Button Kandidatenprofile findet man junge und erfahrene Frauen und Männer, die bis zu drei Sprachen beherrschen. In dem neuen Portal sind zurzeit 270 Kandidatenprofile eingepflegt, die bei Bedarf unverbindlich angefragt werden können.

www.karriere24.jetzt


Online-Plattform für Büroräume

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Es ist die erste deutschsprachige Onlineplattform für DIY-CoWorking: Dank www.shareDnC.com lassen sich nicht nur spielend einfach neue Räumlichkeiten für Freelancer und wachsende Unternehmen finden. Mit dieser Plattform macht es das Kölner Start-up shareDnC (=share Desk & Coffee) jedem Unternehmen mit freien Büroplätzen möglich, seinen eigenen CoWorking Space zu gründen. Das bietet Gelegenheit, sich mit seinen Mitmietern zu vernetzen und neue Projekte entstehen zu lassen. Und ganz im Sinne der Sharing Economy sorgt shareDnC dafür, den Prozess für Vermieter und Mieter so einfach wie möglich zu halten. Vom Papierkram, der bei einer Vermietung entsteht, bleiben die Unternehmen verschont, denn dieser wird komplett vom Kölner Start-up-Unternehmen übernommen.

www.shareDnC.com

Foto: shareDnC

 


Reisekosten clever einsparen

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Die Experten von Expense Reduction Analysts verankern Reisekostenrichtlinien in den Einkaufsprozess, um die Kosten bei Geschäftsreisen nachhaltig zu senken. Die Anfertigung der Reisekostenrichtlinie ist dabei die Grundvoraussetzung für ein effektives Travel Management. Ein wirksamer Hebel, um Reisebudgets transparenter zu machen, ist die Umstellung auf Sammelrechnungen. Die Automatisierung der Buchungsprozesse bringt zusätzliche Transparenz und weiteres Einsparpotenzial bei den indirekten Kosten. Insbesondere gezielte Ausschreibungen sind ein wichtiges Instrument, um Reisekosten signifikant zu senken. Bei konsequenter Umsetzung der Reisekostenrichtlinie können Unternehmen bis zu zehn Prozent einsparen.

www.counterpart.de

Foto: © ivanko80 – Fotolia.com

 


Buchpreisbindung auch für E-Books

Die für gedruckte Bücher geltende Buchpreisbindung wird auf den digitalen Bereich ausgedehnt. Zum 1. September soll die auf den schwarz-roten Koalitionsvertrag zurückgehende Neuregelung in Kraft treten. Für herkömmliche Bücher galt bereits, dass Verlage verpflichtet sind, einen verbindlichen Ladenpreis festzulegen, der nicht über- oder unterschritten werden darf. Der Handel mit E-Books lag bisher in einer rechtlichen Grauzone und wird nun in die Buchpreisbindung einbezogen. Die Neuregelung bezieht sich auch auf grenzüberschreitende Buchverkäufe aus dem Ausland an Verbraucher in Deutschland. Begründet wird die Preisbindung mit der Sonderstellung des Buchs als Kulturgut und der Gewährleistung einer Vielzahl von Verkaufsstellen.

 


Mehr Start-up Agilität = Mehr Erfolg?

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Warum schauen immer mehr Unternehmen auf Start-ups? Die für junge Unternehmer selbstverständliche Agilität entwickelt sich mit zunehmender Reife und Größe einer Organisation häufig genau in die entgegengesetzte Richtung: Aus Flexibilität wird Starrheit, Geschwindigkeit geht verloren und Planen ersetzt schnelles Handeln. Viele mittelständische Unternehmen stellen sich die Frage, wie sie diesen Problemen entgegenwirken können.

Gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München führen die Digitalisierungsexperten des BVMW-Mitglieds Bloom Partners GmbH die Studie „Digital Agility“ durch. Hierbei werden Maßnahmen erarbeitet, die Unternehmen helfen, ihre Flexibilität und Agilität am Markt zu steigern.

Bei Interesse an der Teilnahme und einer individuellen Datenauswertung melden Sie sich unter info@bloom-partners.com mit dem Betreff „Agilität“.

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Nie mehr Schwankungen bei Schuhgrößen

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FootFact.com GmbH aus Hamm hat eine App für Smartphones mit einem Crowdinvesting-Projekt an den Start gebracht, die es Usern erlaubt, die eigene Schuhgröße bequem von zuhause aus und exakt zu ermitteln. Ziel ist es, das Problem uneinheitlicher Schuhgrößen zu revolutionieren, so dass es weltweit nur noch ein Standardmaß für Schuhgrößen gibt. Ein kundenfreundliches und händlerorientiertes exaktes Matching wird dazu beitragen, die bedenklich hohe Zahl an Retouren im Online-Schuhmarkt drastisch zu reduzieren. Allein in Deutschland verzeichnen die Händler mehr als 30 Millionen Retouren – ein erhebliches Marktpotenzial für das junge Unternehmen aus dem Ruhrgebiet.

www.footfact.com

Foto: FootFact.com GmbH

 


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Durch gute Presse mehr Umsatz für mein Unternehmen

Professionelle Kommunikation funktioniert langfristig: Wie Mittelständler mit kluger Öffentlichkeitsarbeit Image und Bekanntheit fördern können und damit noch erfolgreicher werden.

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Wann immer mittelständische Firmen über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit befragt werden, kommt es meist zu einem gemeinsamen Nenner: Erkannt wird zwar die zunehmende Bedeutung von Kommunikation für den Unternehmenserfolg, eine Priorität dafür gibt es im eigenen Betrieb aber noch kaum. „Die Kommunikation im Mittelstand ist nur in Ansätzen institutionalisiert“, weiß Stephan Fink von der Fink & Fuchs Public Relations AG, die im vergangenen Jahr eine Studie mit 755 Firmen mit bis zu 499 Mitarbeitern erstellte. „40 Prozent der befragten Unternehmen verfügen weder über eine eigene Kommunikationsabteilung noch über ein Kommunikationsbudget.“

Durch mehr Bekanntheit, besseres Image und eine nach außen gelebte Unternehmenskultur werden mittelständische Unternehmen attraktiver für Kunden, Partner, Investoren und neue Mitarbeiter.

Wolfgang Exler-Bachinger

Obwohl viele Mittelständler sehr erfolgreich und oft sogar Weltmarktführer sind, haben sie in der breiten Öffentlichkeit nur einen begrenzten Bekanntheitsgrad. PR-Experten führen das auf eine verfehlte Kommunikationsarbeit zurück, die eher auf Produkt- oder Dienstleistungsinformationen setzt. „Professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dagegen ist in erster Linie nicht direkt verkaufsfördernd, sondern unterstützt langfristig den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg“, sagt Wolfgang Exler-Bachinger, Geschäftsführer der Initiative Unternehmenskultur, die eine Umfrage zum Thema Mittelstand und Medien durchführte. „Durch mehr Bekanntheit, besseres Image und eine nach außen gelebte Unternehmenskultur werden mittelständische Unternehmen attraktiver für Kunden, Partner, Investoren und neue Mitarbeiter.“ Eine durchdachte Kommunikationsstrategie gibt es in den meisten Firmen jedoch nicht, in der Mehrzahl der Betriebe läuft es meist völlig unprofessionell. Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Marketing – viele glauben, dass das alles das Gleiche ist. Ist es aber nicht.

Die PR-Strategie muss aufs Unternehmen zugeschnitten sein

Der aus dem Amerikanischen stammende Begriff Public Relations (PR) wird in Deutschland mit dem Begriff Öffentlichkeitsarbeit assoziiert. PR muss das Ziel haben, die breite Öffentlichkeit über das Unternehmen zu informieren – über neue und innovative Produkte zum Beispiel, über soziale Engagements und Sponsoring-Aktivitäten, über Firmen-Events, Auszeichnungen oder Würdigungen. Dadurch schafft man Vertrauen und Akzeptanz, was wiederum das Image verbessert und die Bekanntheit erhöht. Marketing dagegen kümmert sich nur um den Absatzmarkt, setzt gezielt auf die Vermarktung bestimmter Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens und spricht vor allem potenzielle Kunden an. Und mit bezahlter Werbung in Medien oder auf Tafeln und Wänden wird fast immer die Aufmerksamkeit auf ein Produkt und seinen Preis gelenkt.

Für eine effiziente Öffentlichkeitsarbeit braucht es kluge Strategien, die auf die jeweiligen Unternehmen zugeschnitten sein sollten. Kleinere Firmen werden eher lokale und regionale Medien für sich interessieren wollen, für Hidden Champions, noch relativ unbekannte Überflieger also, kommen selbstverständlich auch große und überregionale Magazine, Zeitungen oder Sender in Frage. Auch wenn die Zuständigkeit für Kommunikation in der Geschäftsleitung verortet ist, führt das nicht automatisch zu erfolgreicher PR. Denn anders als bezahlte Werbung müssen PR-Botschaften so aufbereitet sein, dass sie bei den Adressaten – fast immer Journalisten – auf Interesse stoßen. Der beste Garant für ein hohes Interesse ist die Qualität der Informationen.

Das Einmaleins der Public Relations

Was Journalisten interessiert, wissen am besten Journalisten. Deshalb arbeiten auch viele ehemalige Redakteure jetzt als PR-Agenten und Öffentlichkeitsarbeiter. Sie sind entweder direkt in der Kommunikationsabteilung eines Unternehmens angestellt, tätig im Team einer PR-Agentur oder selbstständig. Für Firmen, die ihre Öffentlichkeitsarbeit professionell organisieren wollen, hat das den Vorteil, dass sie nicht unbedingt eine eigene PR-Abteilung einrichten müssen, sondern die Dienstleistungen einer Agentur in Anspruch nehmen oder auch einen selbstständigen PR-Experten engagieren können. Manche Mittelständler schulen auch interessierte Mitarbeiter um, schicken sie in Unis oder Weiterbildungszentren, wo sie in entsprechenden Studiengängen das Einmaleins der PR lernen.

Ein versierter Öffentlichkeitsarbeiter muss wissen, welche Tageszeitungen, Magazine, Fachzeitschriften oder Online-Portale es gibt, wer in den TV-Sendern oder Radiostationen für Wirtschaftsthemen zuständig ist und wie sie zu erreichen sind.

Dazu gehört in erster Linie die Kenntnis der Medienlandschaft. Ein versierter Öffentlichkeitsarbeiter muss wissen, welche Tageszeitungen, Magazine, Fachzeitschriften oder Online-Portale es gibt, wer in den TV-Sendern oder Radiostationen für Wirtschaftsthemen zuständig ist und wie sie zu erreichen sind. Zudem sollte er in der Lage sein, PR-Texte und -Informationen so zu verfassen, dass sie die Adressaten ernst nehmen: professionell, informativ, interessant und ohne werbliche Übersteigerungen. Und er hat Ansprechpartner zu sein, wenn Redakteure zurückrufen und noch Fragen haben, oder zuständige Abteilungsleiter oder die Geschäftsführung sprechen wollen. Manager, die möglicherweise um Auskunft gebeten werden, sollten schon vorher entsprechend informiert und vorbereitet sein.

Rede und Antwort beim Pressefrühstück

Erfahrene PR-Leute vermeiden es, massenhaft Post- oder Mail-Sendungen an einen anonymen Verteiler zu verschicken – sie pflegen dafür persönliche Kontakte zu Redakteuren in jenen Medien, die die angepeilten Zielgruppen erreichen. Solche Kontakte werden wertvoller, wenn diese Journalisten zu Hintergrundgesprächen oder Pressefrühstücken eingeladen werden, wo auch die Geschäftsführung zwanglos Rede und Antwort steht. Da Journalisten auch häufig im Netz recherchieren, ist es mitunter sinnvoll, auf der unternehmenseigenen Homepage eine Pressezone einzubauen. Dort gibt es dann die relevanten Informationen über die Firma, alle Newsletter im Archiv und Fotos, die für eine Veröffentlichung freigegeben sind.

Öffentlichkeitsarbeit, meint Stephan Fink von Fink & Fuchs, sei die große Chance gerade des Mittelstands, „mit seinen authentischen, verantwortlich handelnden Akteuren und Unternehmerpersönlichkeiten glaubwürdige Inhalte zu vermitteln, die nachhaltig auf Reputation und Unternehmensidentität einzahlen“.

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Der Kampf der Zeitungsverlage

Wie alle Printmedien leiden Tageszeitungen unter Umsatzeinbußen. Der Anzeigenmarkt schrumpft, und Leser informieren sich im Internet. Wie reagiert die Branche?

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Verlage beklagen den Niedergang der gedruckten Tagespresse. 1983 betrug die Auflage aller Tageszeitungen (ostdeutsche Printprodukte statistisch einbezogen) stolze 30 Millionen Exemplare am Tag. 2015 waren es nurmehr 16,82 Millionen Tageszeitungen, die täglich verkauft wurden. Dazu kamen rund fünf Millionen Wochen- und Sonntagszeitungen. Seitdem das Internet in die Haushalte einzogen ist, sank der Verkauf von 2004 bis 2014 um sechs Millionen. Höchste Zeit für die Verlage zu beginnen, ihr Geschäftsmodell zu überdenken.

Willst du lesen, musst du zahlen: die Paywall

Bislang bestanden Zeitungsumsätze zu zwei Dritteln aus Anzeigen und zu einem Drittel aus Vertriebserlösen. Umsatzmotor war weniger das journalistische Tagesgeschäft, sondern Dienstleistungen wie Wohnungs- und Stellenanzeigen sowie verkaufte Werbeplätze. Nun müssen sich Verlage wieder auf die Leser konzentrieren. Und die müssen dort abgeholt werden, wo sie gerade sind: im Internet.

Nun müssen sich Verlage wieder auf die Leser konzentrieren. Und die müssen dort abgeholt werden, wo sie gerade sind: im Internet.

Für guten Journalismus soll also gezahlt werden: Paid Content heißt das, und das Mittel der Wahl ist die Paywall. Bislang haben 120 Zeitungen diese Bezahlschranke eingeführt, über 50 Prozent wählten das Freemium Modell, das nach einer Anzahl freier Artikel einen Tagespass oder ein Abo anbietet. Ein Beispiel ist seit Juni 2013 „BILDplus“ bei Bild.de. Das Metered Modell setzt auf freie Kontingente in einem bestimmten Zeitraum. Bei der WELT etwa ist nach 20 gelesenen Artikeln pro Monat Schluss: Ab dann muss gezahlt oder bis zum nächsten Monat gewartet werden.

Doch Wände schrecken ab. Bislang sind keine Umsatzsteigerungen durch Bezahlschranken bekannt worden. Das niederländische Start-up Blendle ist seit Herbst 2015 mit einer anderen Art Paywall in Deutschland aktiv. Wenn der Leser nicht mehr zum Kiosk geht, kommt der Kiosk eben zum Leser. Blendle bietet den Zugang zu etlichen Online-Ausgaben etablierter Zeitungen und Magazine. Der Leser kann stöbern, querlesen, sich entscheiden – und zahlt dann pro Artikel. Zwischen fünf und 15 Cent kosten kürzere Meldungen, 79 Cent längere Reportagen. Blendle kassiert 30 Prozent Provision von den Verlagen. Nach knapp einem Jahr halten sich das Start-up und seine Kunden bedeckt: Bei der ZEIT spricht man dem Branchenmagazin meedia zufolge von „einem Prozent der Erlöse.“

Der Journalismus verliert an Autorität

Manche Medienexperten sehen das Problem weniger in Bezahlmodellen, sondern darin, dass sich die Lesekultur allgemein verändert. So moniert der Zeitungsforscher Prof. Andreas Vogel in einer Studie von 2014 für die Friedrich-Ebert-Stiftung, dass in einer modernen Dienstleistungsgesellschaft Produkte immer ausdifferenzierter werden, nur die gute alte Tageszeitung kommt daher, wie sie ist und immer war. Er fordert Produktvarianten: Neben der „Klassikausgabe“ sollte es „intelligente Variationen“ geben, die inhaltlich unterschiedliche Schwerpunkte setzen und je nach Umfang auch preislich variieren.

Zudem hat sich das Konsumverhalten geändert. Neben dem traditionellen Generalisten, der die Zeitung aufschlägt und sich überraschen lässt, gibt es den Spezialisten, der gezielt nach Inhalten sucht. Solche Leser sind im Internet besser bedient – leider nicht bei den (digitalen) Zeitungen. Informationssüchtige finden Daten, Zahlen und Statistiken heute selber. Experten und Wissenschaftler aus allen Disziplinen veröffentlichen Blogeinträge zu aktuellen Themen, oftmals klug und gut geschrieben. Die Luft wird dünn für Journalisten und Zeitungen: Beide verlieren ihr Informationsbeschaffungsmonopol und zugleich an Glaubwürdigkeit und Autorität. Daran haben sie mitunter selber schuld. Im Bemühen, den Werbeumsatz wieder zu steigern, etablieren Verlage eigene Redaktionen für „Distributed Content“ oder „Native Advertising“ – eine fragwürdige journalistische Arbeit, die Stories und Nachrichten zu Themenbereichen liefert, die letztlich nur ein passendes Werbeumfeld für Anzeigenkunden darstellen. Damit verprellt man Leser genauso wie mit Werbebannern.

Gedruckte Zeitungen als Luxus?

Ob Bezahlschranken, Blendle, Produktdifferenzierung oder werbeaffiner Journalismus, noch lässt sich keine Prognose treffen zum wirtschaftlichen Überleben der Tageszeitung. Für die gedruckte Version indes sieht es dunkel aus. Andreas Vogel sieht eine „Spirale nach unten“: Wenn immer weniger Leser ein Abo kaufen, werden deren Kinder ohne Zeitungen aufwachsen und später auch keine lesen.

Derzeit sind die Zeitungsverlage mit mehr als 600 Apps auf dem Markt. Der Wachstumstreiber ist das Digitalgeschäft.

Beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDVZ) konzentriert man sich daher voll auf die Chancen der digitalen Distribution. Seit Inhalte nicht nur am stationären PC, sondern auch mobil abrufbar sind, erweitert sich die Reichweite enorm. „Die große Herausforderung liegt jetzt darin, aus diesem digitalen Erfolg auch einen Geschäftserfolg zu machen“, sagt Jutta Lütkecosmann, Redakteurin im Geschäftsbereich Kommunikation und Multimedia des BDZV. „So haben zum Beispiel etliche Regionalverlage digitale Sonntagszeitungen auf den Markt gebracht; eine andere Variante ist die digitale Zeitungsausgabe am Abend. Schwerpunktthemen werden – digital aber auch in neuen Printprodukten – für besondere Zielgruppen aufbereitet. Derzeit sind die Zeitungsverlage mit mehr als 600 Apps auf dem Markt. Der Wachstumstreiber ist das Digitalgeschäft.“

Werden gedruckte Zeitungen das Nischenprodukt der Zukunft? Vermutlich hat Amazon-Gründer und „Washington-Post“-Besitzer Jeff Bezos recht: „Gedruckte Zeitungen sind wie Pferde, man nutzt sie nicht mehr zur Fortbewegung, hält sich aber trotzdem gerne ein paar, wenn man sich das leisten kann.“

 

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Erfolgreiches Storytelling – die Wahrheit ist die beste Story

Tue Gutes und rede darüber: Mit Storytelling versuchen Unternehmen, den Kunden ihr Nachhaltigkeitsengagement näher zu bringen. Warum eine Nachhaltigkeitsstory oft eingängiger als ein Bericht ist, und Authentizität das A und O ist.

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Bildung ist das A und O für die Erfolgsgeschichte eines jeden Einzelnen.

Mananjara sitzt den ganzen Tag vor einer Halle in Nord-Madagaskar und schaut in die Luft. Das ist sein Job. Er arbeitet beim Aromahersteller Symrise als Wettermann. In Kooperation mit einheimischen Kleinbauern baut Symrise in Madagaskar Vanille an. Um das beliebte Aroma zu gewinnen, braucht es die Frucht einer bestimmten Orchideenart. Frisch geerntet enthalten die Vanille-Schoten vor allem Wasser. Deshalb müssen sie zunächst im Freien trocknen, bevor sie weiterverarbeitet werden können. Wenn Mananjara Regen aufziehen sieht, bringen die Mitarbeiter der Fermentations-Station den kostbaren Stoff schnell in eine Halle auf dem Betriebsgelände. Der Wettermann nutzt für seine Regenprognose nichts weiter als seine Sinne: Er sitzt, schaut in die Luft, steht manchmal auf und kratzt sich am Kopf, hebt prüfend die Arme in den Wind – und gibt dann Regenalarm. Der Produktionsleiter vertraut ihm blind.

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Vanille-Bauern auf Madagaskar sind die Protagonisten der Symrise-Geschichte.

Geschichten statt Zahlen und Fakten

Der Wettermann Mananjara ist nur eine von unzähligen Figuren, die im Buch „Vanilla“ auftauchen. Darin erzählt Symrise die Geschichte der Vanille in Madagaskar und berichtet vom eigenen Engagement auf der Insel, vom Produktionsprozess und von den vielen tausend Kleinbauern, mit denen Symrise eine Produktionspartnerschaft aufgebaut hat. „Den Wettermann gibt es wirklich“, sagt Bernhard Kott, der bei Symrise für die Unternehmenskommunikation verantwortlich ist.

Der Aromahersteller aus Holzminden hat bereits mehrere Pressemitteilungen über seine Produktionsstätten in Madagaskar veröffentlicht. Darin stehen Zahlen und Fakten, Statements und Hintergründe. Aber mit dem Buch machen die Niedersachsen etwas ganz anderes: Sie erzählen Geschichten von Menschen, sogar von Pflanzen. So erklären sie dem Leser auf lebendige Art, was Nachhaltigkeit für sie bedeutet. In der Kommunikationsbranche nennt man das „Storytelling“. Anstatt emotionslos Zahlen und Fakten aufzuzählen, kommunizieren Unternehmen Geschichten, die sich um Menschen und deren Erlebnisse drehen. Bei großen Markenherstellern gehört Storytelling zum kleinen Einmaleins des Marketings. Bei mittelständischen Unternehmen hingegen ist die Technik noch nicht weit verbreitet. Die Ursache: Die Methode ist recht jung, und der Mittelstand investiere generell nur zurückhaltend Geld in Marketingaktionen – anders als die Großkonzerne, erklärt Christine Erlach vom Beratungsunternehmen Narrata Consult: „In fünf bis zehn Jahren wird Storytelling auch im Mittelstand eine größere Rolle spielen“, ist die Expertin überzeugt. Wer als Mittelständler heute schon damit anfängt, kann sich von den Konkurrenten abheben. Storytelling ist kein Wundermittel gegen schlechte Presse, sondern nur eine Methode, die eigene Botschaft griffiger zu vermitteln.

Nachhaltigkeit durch Storytelling greifbarer machen

Besonders gut funktioniert das beim Thema Nachhaltigkeit. Bisher sprechen die meisten Unternehmen darüber vor allem in ihren Nachhaltigkeitsberichten. Darin stehen viele Zahlenkolonnen und Tabellen. Das muss dort auch so sein. Diese Methode des Reportings hat eben eine ganz andere Funktion als das Storytelling.

Vor allem für die Nachhaltigkeitskommunikation sind die kleinen Geschichten daher eine große Chance. Denn der Begriff Nachhaltigkeit ist komplex. Es geht um Kinderbetreuung im Unternehmen genauso wie um eine Solaranlage auf dem Dach oder um faire Preise für die Lieferanten u. a. aus Entwicklungsländern. Storytelling bedeutet in diesem Zusammenhang nichts anderes, als das große Wort Nachhaltigkeit in kleine, konkrete Erzählungen mit einem Anfang, einer Entwicklung und einem Ende zu verpacken. Damit steige die Glaubwürdigkeit, sagt die Storytelling-Expertin Erlach: „Nachhaltigkeit ist ein inflationär genutzter Begriff, der bei manchen Kunden schon zu Abwehrreflexen führt – außer man erzählt in einer Geschichte, was genau man damit meint.“ Das wirkt auch im B2B-Geschäft, zum Beispiel bei Symrise, obwohl das Buchprojekt laut Kommunikationschef Kott ursprünglich nicht als Marketinginstrument gedacht war. Sein Unternehmen ist seit zehn Jahren an mehreren Standorten in Madagaskar aktiv. Es ging Symrise ursprünglich darum, die Lieferkette für den teuren Rohstoff Vanille zu kontrollieren – aber ohne die Kleinbauern auszubeuten. Der Aromahersteller versucht zugleich, die Lebensbedingungen der Vanillebauern zu verbessern: Das Unternehmen bohrt Brunnen oder bezahlt Lehrer, damit die Kinder der Bauern nicht arbeiten müssen, sondern zur Schule gehen können. So lernten die Symrise-Mitarbeiter das Land mit der Zeit kennen und fingen sprichwörtlich Feuer für Madagaskar, so Bernhard Kott.

Der Schlüssel zum Verstehen

Auf einer Reise des Symrise-Geschäftsführers Dr. Heinz-Jürgen Bertram entstand die Idee zum Buch: „Wir wollten all die Geschichten, die wir auf unseren Reisen im Land erlebt hatten, für uns und unsere Mitarbeiter aufschreiben“, berichtet Kott. Als der Bildband fertig war, ließ Symrise einige Exemplare mehr drucken, verschickte diese an größere Kunden und bekam prompt positive Rückmeldungen. Darunter einen persönlichen Brief des Geschäftsführers eines wichtigen Partners. Er zeigte sich begeistert vom Symrise-Engagement. Kaum vorstellbar, dass ein einfacher Kunden-Newsletter ähnliches erreicht hätte.

Nicht vergessen: Wem erzählt man die Geschichte?

Erzählungen transportieren Emotionen, und Menschen erinnern sich üblicherweise besser an etwas, das sie mit Emotionen verbinden, sei es Staunen, Mitgefühl, Ärger oder Begeisterung. Der Leser staunt darüber, dass ein Mensch wie der Wettermann Mananjara ohne Hilfsmittel Regen vorhersagen kann und wird sich wahrscheinlich auch nach dem Lesen noch an diese Geschichte erinnern. Nur ist es nicht damit getan, eine Geschichte einfach nur zu erzählen – man muss auch immer im Blick haben, wem man die Geschichte erzählt.

Erzählungen transportieren Emotionen, und Menschen erinnern sich üblicherweise besser an etwas, das sie mit Emotionen verbinden.

Symrise arbeitet übrigens schon am nächsten Buch. Es soll um ein in Deutschland sehr bekanntes Gemüse gehen. Dessen Inhaltsstoffe sind in vielen Gerichten enthalten – selbst dort, wo man sie nicht auf Anhieb vermutet. Welches Gemüse das ist, verrät Symrise aber noch nicht.

Das BVMW-Mitglied Symrise AG ist ein globaler Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen, kosmetischen Grund- und Wirkstoffen, funktionalen Inhaltsstoffen sowie von Produktlösungen für verbesserte Sensorik und Ernährung.
www.symrise.de

Ein Interview mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Heinz-Jürgen Bertram ist nachzulesen unter. bit.ly/BWS_Symrise-Bertram_PDF

Fotos: Symrise AG

Außenwerbung in Zeiten digitaler Transformation

Die Medienindustrie steckt inmitten grundlegender Veränderungen. Der Medienkunde erwartet heute Flexibilität in der Werbung über alle Gerätschaften hinweg. Nun kommt es darauf an, die Trends zu erkennen und die Weichen richtig zu stellen.

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Es gab eine Zeit, in der die Aufträge für Plakate via Fax eintrafen, händisch bearbeitet und als große, ausgedruckte Bilder mit Kleister auf Holzrahmen geklebt wurden. Außenwerbung war immer schon ein langfristiges, erfolgreiches und einzigartiges Geschäftsmodell. Große Standbilder, wie die Außenwerbung sie liefert, schaffen Aufmerksamkeit, machen Marken erst bekannt und setzen die wichtigen impliziten Anker in den Köpfen der Konsumenten. Das schafft kein anderes Medium – damals wie heute.

Während TV, Print und Radio ihren analogen Lebensraum verlassen müssen und in einen digitalen Lebensraum konvertieren, ist die Außenwerbung die einzige klassische Mediengattung, die sogar in jeder Dimension von der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung profitiert. Die Werbeträger-Infrastruktur im öffentlichen Raum wird Teil der Smart City und Teil des „Internet der Dinge und Dienste“ werden. Ein Plakat bleibt ein wichtiger Baustein im Mediamix – unabhängig davon, ob es als analoges oder digitales Standbild auf eine Fläche gebracht wird.

Es gab noch nie so viele Kanäle, um Inhalte zu transportieren wie heute und Werbungtreibende hatten noch nie so viele Möglichkeiten, ihre Kunden zu erreichen. Gleichzeitig beschreibt dies aber auch die wachsende Herausforderung durch zunehmende Komplexität in der Medienlandschaft. Die Mediaindustrie wird sich in Zukunft weiter wandeln und noch schneller verändern, als wir uns dies heute vorstellen können.

Unternehmergeist ist gefragt – es geht um den Mut, Neues zu probieren. Beim „Internet der Dinge und Dienste“ geht es um neue Industriezweige und Innovationen mit großen Potenzialen. Sich dem starken Momentum des Wandels zu entziehen, wird nur schwer möglich sein. Nur wer die passende relevante Anwendung hat, die Online und Offline die virtuelle und dingliche Welt effektiv miteinander vernetzt, der wird sich in der veränderten Medienwelt langfristig durchsetzen können.

Heute sind wir in der Lage, unseren Kunden individuelle Angebote machen zu können – egal ob digital oder analog, Stand- oder Bewegtbild, programmatisch oder netzbasiert vermarktet. Medienhäuser erschließen immer neue Geschäftsfelder und Touchpoints, um ihre Inhalte und Vermarktungsangebote an den multioptionalen Konsumenten zu bringen. Denn dieser wird in Zukunft noch selbstverständlicher und virtuoser als heute zwischen den verschiedenen Endgeräten hin- und herspringen, sich vernetzen und Inhalte konsumieren.

Wir haben das strukturelle Wachstum des Außenwerbebereichs mit digitalen Aktivitäten ergänzt und damit das gesamte Unternehmenswachstum beschleunigt. Durch den Eintritt in das digitale Business haben wir unser bislang primär investitionsgetriebenes Infrastrukturgeschäft in der Außenwerbung mit eher serviceorientierten, digitalen Geschäftsmodellen optimal ergänzt.

Auch, und gerade in digitalen Zeiten geht es für uns in der Hauptsache darum, unseren Kunden und ihren Produkten die bestmögliche Platzierung und damit Aufmerksamkeit und Bekanntheit zu verschaffen.

Ein Interview mit Udo Müller ist nachzulesen unter: bit.ly/BWS_Stroer-Müller_PDF

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Copyright Fotos: Ströer

Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch digitale Medien

Die Media & Communication Systems (MCS) GmbH mit Sitz in Erfurt ist der größte Mediendienstleister für Hörfunk und Fernsehen in Mitteldeutschland. Der Mittelstand. sprach mit Ralf Bundrock, MCS-Geschäftsführer und Landeswirtschaftssenator des BVMW Thüringen.

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Der Mittelstand.: Der Wettbewerb findet in Sekundenbruchteilen weltweit per Mausklick statt. Veränderungen im Kundenverhalten erfordern neue Lösungen, da das traditionelle Marketing nicht mehr den Erfolg in der Vermarktung gewährleistet. Wie kann der Mittelstand digitale Medien stärker nutzen?

Ralf Bundrock: Der Mittelstand steht in Sachen Kommunikation vor großen Herausforderungen. Der Kunde nutzt heute selbstverständlich alle Möglichkeiten der schnellen Recherche und Vergleiche im Netz. Die Auffindbarkeit und die zeitgemäße Präsentation der eigenen Dienstleistungen und Produkte spielt somit eine wesentliche Rolle im Marketing eines Unternehmens. Zudem wird der Internetauftritt immer häufiger zur direkten Vertriebsplattform des Unternehmens. Man schaue sich nur die Entwicklungen in der Automobilindustrie an. Einen Neuwagen via Internet zu konfigurieren und zu kaufen, war noch bis vor kurzem nicht vorstellbar. Das Kaufverhalten der Kunden ändert sich eben mit den neuen Möglichkeiten.

Ich denke, jedes Unternehmen muss die für sich individuelle und optimale Form der Präsentation und Verkaufsstrategie finden. Der „digitale“ Weg ist einer von vielen – aber mittlerweile sicher der wichtigste. Die Frage stellt sich, wie und wo erreiche ich am besten meine Kunden, und darauf muss der Mittelstand eine Antwort haben.

Welche Bedeutung haben dabei visuelle Vertriebskonzepte und Produktpräsentationen im Internet?

Das digitale Zeitalter verlangt gerade vom Mittelstand, sich virtuell zu präsentieren und für Besucher des World Wide Web auf möglichst allen Medienkanälen erreichbar zu sein. Hier bieten sich eine moderne Internetseite und vor allem auch der individuell und professionell gemachte Imagefilme an. Nicht weniger wichtig ist die interaktive Kommunikation über die Sozialen Netzwerke, wie Facebook, Twitter, YouTube und Co. Insbesondere hier werden die redaktionellen Botschaften immer wichtiger, um eine hohe Kundenbindung zu erreichen. Die damit zu erreichenden Wettbewerbsvorteile sollte man auf keinen Fall verschenken.

Welche technischen Voraussetzungen sind nötig, um Produkte und Angebote richtig in Szene zu setzen und eine nachhaltige Wirkung bei Interessenten zu erreichen?

Um das eigene Unternehmen professionell zu präsentieren, braucht man ebenso professionelle Partner. Mit unseren top qualifizierten Mitarbeitern und modernster Technik sorgen wir für die optimalen Voraussetzungen. Die MCS Thüringen arbeitet seit vielen Jahren auf dem Gebiet der audiovisuellen Kommunikation für den TV-, Radio- und Onlinemarkt. Somit gehört die Produktion von hochwertigen Fernsehproduktionen, Internetstreaming und Web-Entwicklung ebenso zu unserem Repertoire, wie die Herstellung von Imagefilmen. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Präsentation des eigenen Unternehmens ist aber auch ein ansprechend gestalteter und funktionaler Web-Auftritt, dazu gehört natürlich auch die kontinuierliche Beratung und redaktionelle Betreuung.

Das Interview führte Günther Richter.

Media & Communication Systems (MCS) GmbH Thüringen

Gründung: 01. November 1996
Standort: Erfurt (Thüringen)
Anzahl der Mitarbeiter: 85
Geschäftsführer: Ralf Bundrock
www.mcs-thueringen.de

Neben der produktionstechnischen Realisierung der unterschiedlichsten Programme des Mitteldeutschen Rundfunks Landesfunkhaus Thüringen, betreibt die MCS Thüringen den Kinderkanal von ARD und ZDF. Zu den vielfältigen Dienstleistungen zählen die tägliche Sendeabwicklung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen ebenso, wie die Produktion von aktuellen Fernsehsendungen (auch Reportage- und Studioformate) für MDR und KIKA.

Auf Landesebene haben BVMW und die MCS GmbH Thüringen bereits 2004 einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, der darauf gerichtet ist, hochwertige Werbe-, Image- und Industriefilme für BVMW-Mitgliedsunternehmen zu produzieren.

Eine beispielgebende Zusammenarbeit zeigt die Übertragung der Ehrung des „Thüringer Unternehmer des Jahres“ im Rahmen des Thüringer Wirtschaftsballs.

 

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Ralf Bundrock,
Geschäftsführer MCS.

Fotos: MCS Thüringen.

Fernsehwerbung: Günstiger als gedacht

Auch in Zeiten von Internet und Smartphone ist das Fernsehen immer noch das beliebteste Medium der Deutschen. TV-Werbung stellt den reichweitenstärksten Werbekanal dar. Gerade für den Mittelstand bietet sich hier ein enormes Potenzial.

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TV-Werbung erreicht die Zielgruppe sehr schnell und aktiviert zum Kauf, wie Matthias Völcker, CEO des erfolgreichen Münchener Start-ups crossvertise, betont: „Mittelständler können durch TV-Werbung bereits mit vergleichsweise kleinen Budgets große Wirkungen erzielen“. Eine kostengünstige Einstiegsmöglichkeit ist die stetig wachsende Anzahl an Spartensendern. Diese punkten laut Völcker vor allem durch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis: „Die Belegung eines Spartensenders ist deutlich günstiger als die Buchung auf den großen öffentlich-rechtlichen oder privaten Sendern.“ Durch zielgruppengenaue Ansprache können so Streuverluste minimiert werden. Während große Unternehmen oftmals ein bundesweites Publikum ansprechen, konzentrieren sich viele Mittelständler meist auf regionale und lokale Zielgruppen. Für diese kann sich vor allem regionale Fernsehwerbung lohnen. „Regio-TV ist besonders geeignet für Unternehmen, die eine Zielgruppe ab vierzig Jahren bedienen wollen“, erläutert Völcker.

Große Berührungsängste

Trotzdem schrecken viele Mittelständler vor Fernsehwerbung zurück – vor allem wegen der vermeintlich hohen Kosten. Dabei können TV-Kampagnen auf Sparten- und Regionalsendern bereits mit Werbebudgets um 10.000 Euro realisiert werden, die Spotproduktion nicht eingeschlossen. Bei der Planung und Umsetzung von TV-Werbung ist indes eine individuelle, professionelle Beratung wichtig, um unnötige Streuverluste zu vermeiden. Diese Beratung ist in der Regel teuer.

Online-Werbeplanung schont das Budget

Hier setzt crossvertise an: Über die Online-Buchungsplattform können sich Unternehmen kostenfrei und umfassend über Plakat-, Radio-, Kino-, Online-/Mobile-, Print- und auch TV-Werbemöglichkeiten informieren, passende Angebote finden und selbstständig online buchen. Auf Wunsch beraten Media-Experten und erstellen eine individuelle Planung. Damit Fernsehwerbung auch bei kleinen Budgets zum Erfolg führt, rät Völcker seinen Werbekunden, die Werbekampagne gut zu überdenken und zu planen: „Gerade bei kleinen Budgets sollten Ziele realistisch gesetzt werden, um sie auch erreichen zu können.“ Bei der Kostenkalkulation sollte außerdem genügend Budget für die Spotproduktion eingeplant werden, denn „ein qualitativ hochwertig produzierter Werbespot ist mindestens genauso wichtig wie eine gute Platzierung“, weiß Völcker.

 

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„Es kommt auf gutes Handwerk an“

Die mittelständische Möller Druck und Verlag GmbH bedruckt nicht nur Papier, sondern entwickelt auch ganzheitliche Lösungen für Medien und werbungtreibende Unternehmen. Der Mittelstand. sprach mit Geschäftsführer Steffen Seifert über die Veränderungen in der Medienbranche.

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Der Mittelstand.: Herr Seifert, wie nehmen Sie als eines der größten Druckhäuser in Berlin die Veränderungen im Printbereich wahr?

Steffen Seifert: Vor einigen Wochen fand die weltweit größte Branchenmesse drupa statt, auf der die Trends der kommenden Jahre deutlich erkennbar waren. Die Digitalisierung im Druck- und Medienbereich aufgrund immer differenzierterer Kommunikationsformen und Verfügbarkeit persönlicher Daten wird voranschreiten. Da gibt es keinen Zweifel, und das wurde auf der Messe auch klar bestätigt. Trotzdem sehen wir die Daseinsberechtigung des Rollenoffsetdrucks mittelfristig nicht gefährdet. Es ist nach wie vor die wirtschaftlich sinnvollste Herstellungsart, in mittleren und hohen Auflagenbereichen Zeitschriften und andere Printprodukte herzustellen.

Obwohl viele Publikationen eingestellt werden, kommen immer wieder neue auf den Markt. Haben diese eine Chance, sich durchzusetzen?

Wie bei allen guten Produkten sind die Marktchancen für eine Zeitschrift immer dann gut, wenn der Inhalt eine passende Lesergruppe erfolgreich ansprechen kann. Allerdings sind die Markteintrittshürden gerade für Verlage, die keine etablierten Vetriebsstrukturen und Vermarktungsmöglichkeiten haben, wesentlich höher. Wir produzieren jedoch immer wieder neue Zeitschriftentitel, die sich trotz des schwierigen Medienmarktes durchsetzen. Erfreulicherweise! Es kommt jedoch auf redaktionell und layouterisch gutes Handwerk an, sonst hat man längerfristig wenig Chancen, sich im Zeitschriftenregal durchzusetzen.

Das Anzeigenvolumen im Printbereich geht zurück. Gilt das für alle Publikationen oder gibt es auch Ausnahmen?

Der Printanzeigenmarkt hat sich in den vergangenen Jahren rückläufig entwickelt. Der Mediamix vieler großer Anzeigenkunden hat sich vom Print zunehmend hin zu anderen Medien verschoben. Wir spüren jedoch keine signifikanten Rückgänge in Hinsicht auf Auflagenhöhen und Umfänge in unserem Drucksegment. Daraus schließe ich, dass es zumindest im Fachzeitschriften- und Special Interest-Bereich noch einigermaßen stabil läuft für diese Verlage. Hier ist vor allem auch eine hohe Blattbindung der Abonnenten eine wichtige Thematik. Stabile Abonnentenzahlen sind nämlich genauso wichtig wie gute Anzeigenerlöse.

Was unternehmen Sie, um sich als mittelständisches Druckhaus weiterhin erfolgreich am Markt zu behaupten?

Wir beobachten natürlich permanent die Entwicklung im Medien- und Katalogmarkt. Vor allem fokussieren wir uns auf den Ausbau unserer Wertschöpfungstiefe in allen Produktionsbereichen. Das betrifft sowohl die Verarbeitungsvielfalt, als auch die Logistik, die für unsere Kunden mindestens genauso wichtig ist wie ein gut gedrucktes Produkt. Außerdem entwickeln wir mit ihnen ganzheitliche Lösungskonzepte, die bereits beim Einsatz unseres Redaktionssystems beginnen und bis zur Abonnentenverwaltung reichen. Also eine Full Service-Mediendienstleistung für unsere Kunden, zu denen auch der BVMW gehört.

Das Interview führte Friederike Pfann.

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„Wir sind die Nummer eins“

Wer kennt sie nicht, die Werbung für den „schnellsten“, die „beste“ oder das „größte“…? Aber darf man als Unternehmer überhaupt so werben? Was ist bei Alleinstellungswerbung zu beachten?

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Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb untersagt irreführende geschäftliche Handlungen, die geeignet sind, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte. Zu solchen Handlungen gehören unwahre oder zur Täuschung geeignete Angaben über die Eigenschaften eines Unternehmens oder die Merkmale einer Ware oder Dienstleistung.

Wenn ein Unternehmen mit Aussagen wie „größte“, „führende“, „Nr. 1“ oder „beste“ wirbt, handelt es sich um eine Alleinstellungs- oder Spitzenstellungswerbung, die sowohl produktbezogen (auf die Qualität) als auch unternehmensbezogen (auf die Größe oder Marktstellung) erfolgen kann. Der Werbende behauptet damit, keine Mitbewerber zu haben oder besser als die Mitbewerber zu sein.

Eine solche Aussage ist dann zulässig, wenn die Behauptung wahr ist, und der Werbende in der betreffenden Hinsicht über einen längeren Zeitraum einen deutlichen Vorsprung gegenüber seinen Wettbewerbern hat. Dabei ist maßgeblich, wie der angesprochene Verkehr die Aussage auffasst. Ist die Aussage mehrdeutig, geht dies zulasten des Werbenden. Bei der Beurteilung sind die Einzelfallumstände und jeweiligen Verhältnisse auf dem betroffenen Markt, aber auch der eventuell relativierende Kontext einzubeziehen. Als Relativierung wurde im Einzelfall etwa die Formulierung „aus unserer Sicht“ angesehen, da der Verkehr darin eine subjektive Einschätzung erkennt. Reklamehafte Übertreibungen, die der Adressat als nicht ernst gemeint erkennt, oder Werturteile, die als subjektiv aufgefasst werden, sind nicht vom Irreführungsverbot erfasst.

Wenn hingegen das Abschneiden eines Produkts als „Testsieger“ auf einem minimalen Vorsprung beruht, berechtigt das Testergebnis nicht zu einer Alleinstellungsbehauptung, weil diese einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Konkurrenzwaren erfordert.

Wer jedoch sein Unternehmen als älter ausgibt, als es wirklich ist, handelt unlauter.

Werbung mit dem Gründungsjahr eines Unternehmens ist oft anzutreffen. Ein hohes Unternehmensalter verbinden Kunden meist mit Erfahrung, Wirtschaftskraft und Zuverlässigkeit. Daher ist diese Angabe als indirekte Qualitätsangabe eine beliebte Werbeaussage. Entspricht sie den Tatsachen, ist sie nicht zu beanstanden. Wer jedoch sein Unternehmen als älter ausgibt, als es wirklich ist, handelt unlauter. Aber auch eine zutreffende Altersangabe kann unlauter sein, wenn das mit dem Unternehmensalter beworbene Produkt nicht seit dem Gründungsjahr, sondern erst ab einem wesentlich späteren Zeitpunkt hergestellt wurde. Bei unlauterer Werbung drohen kostspielige Abmahnungen von Mitbewerbern oder Verbänden.

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Kommentar: Demokratieabgabe oder Zwangsbeitrag?

Die öffentlich-rechtlichen Medien stehen in der Kritik. Aufgeblähte Bürokratie, hohe Pensionen und grassierende Langeweile lassen immer mehr Bürger am Sinn der Rundfunkgebühren zweifeln.

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Deutschland gönnt sich den größten und teuersten Gebührenrundfunk der Welt: Mit einem Aufkommen von jährlich rund 8,3 Milliarden Euro werden unter anderem 22 Fernseh-, 67 Radiosender und eine Vielzahl von Online-Plattformen mit insgesamt mehr als 25.000 festen und circa 15.000 freien Mitarbeitern finanziert. Unter die gebührenfinanzierten Investitionen fallen zum Beispiel vier Millionen Euro für Thomas Gottschalks missglückte Nachfolgesendung von „Wetten dass?“. Außerdem ein jährliches Gehalt für Markus Lanz von 1,2 Millionen Euro – plus Reisekosten. Und 15,1 Millionen Euro für die Pensionen der Geschäftsleitung allein beim WDR. 210 Euro im Jahr kostet das im Moment jeden Bundesbürger, ob er nun fernsieht oder nicht, denn seit 2013 ist der Beitrag nutzungsunabhängig und haushaltsbezogen.

Eine einstmals gute Idee

Unmut macht sich breit beim deutschen Medienkonsumenten. Dabei ist der Gedanke hinter diesem Finanzierungsmodell ein edler: den Bürgern gesellschaftlich relevante Inhalte unabhängig, staatsfern, werbefrei, reflektiert, ausgewogen und kritisch zu vermitteln. Er wurde einst erhoben, um einem Marktversagen vorzubeugen und unabhängige Berichterstattung zu garantieren. Nun versinken ARD und ZDF in überbordender Bürokratie, entwickeln keine international konkurrenzfähigen Doku- und Unterhaltungsformate, zeigen einen erschütternden Mangel an Kreativität bei der Entwicklung neuer Stoffe, bleiben gewohnt intransparent in der Kostendarlegung und rekrutieren kaum kreativen journalistischen Nachwuchs. Jedes inhabergeführte mittelständische Unternehmen wäre schon längst vom Markt verschwunden. Die „Demokratieabgabe“, zwangssubventioniert, ist eine mediale Agonie inklusiver üppiger Renten.

Es geht auch mit weniger

Aber gibt es nicht auch helle Sterne am deutschen TV- und Radiohimmel? Packende Serien auf arte, kluge Dokumentationen auf Phoenix, erhellende Interviews im Deutschlandradio? Sicher. Doch in Zeiten, in denen Hunderte Anbieter auf den Markt drängen, die den Konsumenten Zugriff auf 400 TV-Programme ermöglichen, wenn über Streamingdienste Unterhaltungsformate von Weltrang empfangen werden können, und wenn Bürger mittlerweile über Soziale Netzwerke unter zahlreichen Nachrichtenmeldungen selbstständig entscheiden können, was hinreichend „staatsfern und objektiv“ recherchiert ist – vor diesem Hintergrund wirkt eine nutzungsunabhängige Zwangsabgabe antiquiert. Vor allem, nachdem journalistisches Totalversagen von ARD und ZDF nach der Kölner Silvesternacht an genau dieser Staatsferne und Objektivität zweifeln ließ.

Doch viele Zuschauer mögen ihre gute alte Tagesschau. Selbst unter Jüngeren (laut Statista.de ist der durchschnittliche Zuschauer von ARD und ZDF 60 Jahre alt) ist das Public Viewing des Tatorts Kult. Die meisten Menschen wollen einfach nicht so viel für so wenig (Originelles) zahlen. Dass der Rundfunkbeitrag heute 48 Cent weniger als 2015 beträgt, löst das Problem nicht.

 

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Oh, GEMA

„Oh, Gema! Wir zwei – ein gutes, altes Paar. Danke.“ So verewigte sich Herbert Grönemeyer im Frühjahr an der Gästebuchwand im Berliner Büro der GEMA. Mit wenigen Worten beschreibt er, um was es geht: Die GEMA als Partnerin der Musikurheberinnen und -urheber bei der Wahrnehmung ihrer Rechte.

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Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – kurz Gema – sichert den Musikurhebern die im Urheberrecht verankerte „angemessene Vergütung“. Das gilt über den gesamten Zeitraum ihres kreativen Schaffens bis siebzig Jahre nach ihrem Tod. Nach der Hamburger Musikstudie (2015) tragen die Ausschüttungen der Gemabis zu sechzig Prozent zum Gesamteinkommen eines Musikurhebers bei.

Wofür sich die Verwertungsgesellschaft heute einsetzt, manifestierte sich bereits 1847 in Paris. Im „Café des Ambassadeurs” trank der Chansonkomponist Ernest Bourget das damalige Modegetränk Zuckerwasser. Das im Hintergrund laufende Musikprogramm trug zur Attraktivität des Cafés bei. Plötzlich stutzte Bourget: Das Lied kannte er, denn er selbst hatte es geschrieben. Als der Wirt ihm die Rechnung brachte, weigerte er sich zu zahlen. Die Begründung: Das Café profitiere von seiner Musik. Wenn ihn das Café nicht dafür vergüte, sollte es auch kein Geld von ihm für das Zuckerwasser bekommen.

Der Wirt widersprach, der Streit eskalierte zum sogenannten Zuckerwasserprozess. Das Gericht entschied zu Gunsten des Urhebers: Der Cafébetreiber durfte Bourgets Musik nur mit dessen Erlaubnis aufführen. Und er hatte ihn für diese öffentliche Aufführung zu bezahlen. Dieses Urteil bildete den Grundstein für die erste Verwertungsgesellschaft der Welt, die französische Sacem.

Das französische Beispiel machte auch in Deutschland Schule. Komponisten um Richard Strauss gründeten 1903 die Anstalt für musikalische Aufführungsrechte (AFMA) als Vorläufer der Gema. Heute hat die Gema über 70.000 Komponisten, Textdichter und Musikverleger als Mitglieder und repräsentiert darüber hinaus rund zwei Millionen Rechteinhaber aus aller Welt. Für den einzelnen Urheber wäre es sehr aufwändig, mit jedem Musiknutzer die nötigen Tarife und Lizenzverträge selbst abzuschließen. Die Gema übernimmt diese Aufgabe. Die Nutzer wiederum melden ihren Musikeinsatz bei der Gema an, leisten die entsprechende Lizenzvergütung und dürfen dann das weltweite Musikrepertoire nutzen. Das eingenommene Geld verteilt die Gema nach Abzug der Verwaltungskosten vollständig an die Mitglieder. Damit sorgt die Gema dafür, dass die Urheber einen gerechten Lohn für ihre Arbeit bekommen und sich auf ihr kreatives Schaffen konzentrieren können.

Mit dem BVMW hat die GEMA einen Gesamtvertrag abgeschlossen. Verbandsmitglieder erhalten einen Nachlass von 20 % auf die Lizenzvergütung. Voraussetzung ist, dass die öffentliche Musiknutzung vorab angemeldet wird. Weitere Informationen zu Tarifen und Anmeldung einer Veranstaltung finden Sie unter www.gema.de/musiknutzer.

 

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Künstlersozialkasse: Das kann für Sie sehr teuer werden!

Sieben typische Irrtümer von Unternehmern zu einer kaum bekannten Zwangsabgabe.

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Kaum eine andere Pflichtabgabe ist bei Unternehmern so wenig bekannt wie die Künstlersozialkasse (KSK). Dabei existiert sie bereits seit 1983. Mit den Einnahmen werden Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung von rund 180.000 freischaffenden Künstlern und Publizisten in Deutschland finanziert.

Die Abgabe konnte früher oft ohne spürbare Konsequenzen ignoriert werden, da die KSK als relativ kleine Behörde nur wenige Unternehmen deutschlandweit prüfte. Doch seit 2007 gibt es eine Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung, die im Zuge der regulären Arbeitgeberprüfungen jetzt auch auf die KSK-Abgaben achtet. Unternehmer mit mehr als 20 Mitarbeitern können aktuell circa alle vier Jahre mit einer Kontrolle rechnen. Von den kleineren Unternehmen werden jährlich 40 Prozent überprüft. Der Rest erhält eine Belehrung über die verpflichtende Abgabe, die unterschrieben zurückgeschickt werden muss.

Achtung: Wer keine oder falsche Angaben macht, dem drohen jetzt sogar Bußgelder bis zu 50.000 Euro!

Grund genug also, die wichtigsten Irrtümer zur KSK-Abgabe näher zu beleuchten.

1. Irrtum:

Die Abgabe zur Künstlersozialkasse müssen nur Verwerter von Kunst zahlen wie z. B. Verlage, Werbeagenturen, Theater, Orchester oder Rundfunk- und Fernsehsender.

Falsch! Als Unternehmer sind Sie zur Abgabe an die KSK immer verpflichtet, wenn Sie einen freischaffenden Künstler beauftragen, das heißt, Schauspieler, Maler, Clowns, Texter, Journalisten, Grafiker, Designer, Fotografen sowie Film- und Tonproduzenten, usw.

Nur als „Endverbraucher“ müssen Sie keine Abgaben leisten, z. B. wenn Sie Fotografen und Musiker für Ihre private Geburtstagsfeier engagieren.

2. Irrtum:

Die Gestaltung meiner Webseite ist von der Abgabe zur KSK befreit.

Falsch! Auch Webdesigner gelten als Künstler, egal wie kreativ die Gestaltung ist. Nur für die reine Programmierleistung oder für die Betreuung der Funktionalität, Aktualität, Nutzerfreundlichkeit etc. durch einen Webmaster fällt keine Künstlersozialabgabe an.

3. Irrtum:

Für Künstler auf unserer Firmenfeier muss ich keine Abgabe zur KSK leisten.

Falsch! Sobald Sie freie Mitarbeiter, Geschäftsfreunde oder auch den Bürgermeister einladen, handelt es sich um eine öffentliche Veranstaltung und Sie müssen für Moderatoren, Gaukler und sonstige Künstler die Pflichtabgabe leisten. Nur wenn ausschließlich Betriebsangehörige (ggf. mit Ehegatten bzw. Partnern) feiern, kann eine Veranstaltung als nicht-öffentlich gelten.

Tipp: Lassen Sie bei Rechnungen für Events alle Leistungen von „Nichtkünstlern“ rausrechnen, da für diese keine KSK-Abgabe anfällt. Dazu zählen z. B. Köche, Bedienung, Speisen und Getränke.

4. Irrtum:

Mein Unternehmen ist so klein, da entfällt die KSK-Abgabe grundsätzlich.

Falsch! Die Größe Ihres Unternehmens ist irrelevant, denn auch für kleine Betriebe, die nur unregelmäßig Aufträge an selbstständige Kreative vergeben, gilt seit 2015 eine Bagatellgrenze von 450 Euro im Kalenderjahr. Sobald Sie diese übersteigen, sind Sie sofort abgabepflichtig.

5. Irrtum:

Die Abgabe muss ich nur für Kreative zahlen, die bei der KSK versichert sind.

Falsch! Es ist völlig unerheblich, ob der von Ihnen beauftragte Künstler in der KSK versichert ist. Die Abgabepflicht besteht sogar dann, wenn er nur nebenberuflich für Sie arbeitet oder gar keine einschlägige Ausbildung in dem von Ihnen beauftragten Kreativ-Bereich hat.

6. Irrtum:

Nebenkosten in der Rechnung der Kreativen zählen nicht für die KSK-Abgabe.

Falsch! Die Bemessungsgrundlage der KSK sind die an selbstständige Künstler gezahlten Entgelte (§ 25 KSVG). Dazu gehören neben den Honoraren auch Sachleistungen, Auslagen und Nebenkosten, z. B. für Aufnahmetechnik oder Assistenten beim Fotografen. Nur für die ausgewiesene Umsatzsteuer, Reisekosten und Bewirtungskosten im Rahmen der steuerlichen Freigrenzen entfällt die Abgabepflicht.

Tipp: Vermeiden Sie Pauschalrechnungen und lassen Sie von selbstständigen Kreativen alle Leistungen einzeln aufschlüsseln, dies gilt speziell für Druckkosten oder die Schaltung von Anzeigen. Denn sonst ist der gesamte Rechnungsbetrag KSK-pflichtig!

7. Irrtum:

Der Kreative muss mich darauf hinweisen, dass ich für seine Leistung an die KSK zahlen muss.

Falsch! Keiner Ihrer Auftragnehmer ist verpflichtet, Sie darüber zu informieren. Und Sie dürfen Ihre KSK-Abgabe auch nicht „als Strafe“ vom Honorar des Künstlers abziehen.

Sie machen Werbung für Ihr Unternehmen und haben dafür externe Kreative beauftragt? Prüfen Sie, ob Sie dafür Abgaben zur Künstlersozialkasse (KSK) zahlen müssen:

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Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Informationen finden Sie online unter www.kuenstlersozialkasse.de

 

Illustrationen: © saint_antonio – Fotolia.com; © kronalux – Fotolia.com; © egorka87 – Fotolia.com

Medien-Entrée nach Frankreich

Deutsche Exporte von 103 Milliarden Euro nach Frankreich: vor allem technische, chemische und pharmazeutische Produkte werden auf der anderen Seite des Rheins geschätzt. Viel Potenzial also für eine erfolgreiche Kommunikation in Frankreich.

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Frankreich hat nach Deutschland die größte Medienlandschaft Europas: Allein im Bereich Fachpresse/Special Interest gibt es rund 3.500 Print-Titel, die um die Aufmerksamkeit der Leser buhlen. Die gute Nachricht: Zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung wird hier noch strikt getrennt. Wer relevanten Content anbietet, hat gute Chancen, auch ohne großes Anzeigenbudget redaktionelle Beachtung zu finden.

Wichtigste Voraussetzung ist dabei die Lieferung von Content in französischer Sprache. Wer französischen Journalisten Fachberichte auf Deutsch oder Englisch anbietet, wird kaum ans Ziel kommen, dafür ist das Angebot an einheimischen Informationen einfach zu groß. Auch das Nachfassen per Telefon oder Mail funktioniert nur auf Französisch; andernfalls wird man nicht wirklich ernst genommen.

Für die Medienrecherche gibt es das sehr umfassende Onlineverzeichnis www.press-directory.com, welches nach Pressefamilien geordnet ist. Verzeichnet sind jeweils die Websites der Medien, auf denen man dann die Namen der Journalisten und Mediakits findet. Dabei ist es empfehlenswert, die ausgewählten Journalisten vor dem Versand von Presseinformationen einmal anzurufen um sicherzustellen, dass diese auch beim richtigen Ansprechpartner landen. Ein Tipp für den Anfang: Lieber weniger Journalisten kontaktieren und dafür gründlicher recherchieren – je besser die Information in den redaktionellen Fokus des Mediums passt, desto höher sind die Chancen auf eine Veröffentlichung.

Für Presseinformationen generell gelten dieselben Regeln wie in Deutschland auch: Eine aufmerksamkeitsstarke Überschrift, dann eine kurze Zusammenfassung des Inhalts, danach die ausführlichen Informationen, wobei das Wichtigste zuerst genannt wird.

Persönliche intensive Kontakte sind in Frankreich sehr wichtig. Pressereisen wie zum Beispiel eine Einladung zur Präsentation eines neuen Produktes in Verbindung mit einer Unternehmensbesichtigung bieten hierfür eine gute Gelegenheit. Es wird erwartet, dass das einladende Unternehmen sämtliche Reisekosten übernimmt. Allerdings wird ein Journalist, der eine solche Einladung annimmt, mit Sicherheit einen Bericht schreiben – und sich zudem auch für zukünftige Presseinformationen interessieren.

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Was Aldi Süd besser kann als die Deutsche Bank

Wenn die Stewardess im Flugzeug auf die Notausgänge hinweist, ist es eine gute Idee zuzuhören. Sobald nämlich Rauch in der Kabine steht, herrscht Panik und schreiende Menschen stürzen übereinander. Genauso gilt für das Reputationsmanagement: Vorbereitung ist die halbe Rettung.

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Häufig richtet sich Krisenkommunikation nach innen, auf die eigenen Prozesse, Personen und Probleme. Das ist wichtig und richtig, lässt aber eine wesentliche Dimension des Reputationsmanagements außer Acht: Den Aufbau von Beziehungen zu den Kunden.

Unternehmen, denen es gelingt, in ruhigen Zeiten die Beziehung zu ihren Kunden auszubauen, haben in Krisenzeiten treue Verteidiger an ihrer Seite. Hier greift das Fanprinzip: Fans von Sportvereinen, Opernsängerinnen oder Schauspielern sind treu, loyal und engagiert. Und sie verzeihen Fehler: Sie gehen mit ihrem Verein in die zweite Liga, sehen gütig über den verpassten Ton hinweg und ertragen einen schlechten Film ihres Lieblings. Genauso verteidigen Fan-Kunden „ihr Unternehmen“ gegen – aus ihrer Sicht – ungerechtfertigte Angriffe.

Unlängst war dieses Phänomen ganz wunderbar zu beobachten: Aldi Süd und die Deutsche Bank hatten beide etwa um die gleiche Zeit ein IT-Problem. Bei Aldi Süd wurden elektronische Zahlungen doppelt abgebucht, bei der Deutschen Bank wurden Überweisungen und Daueraufträge im System doppelt ausgewiesen. Die Gelder der Bankkunden wurden zwar nicht wirklich transferiert, aber der Kontostand änderte sich entsprechend. Hier wie da kam es also vor, dass Kunden über ihren Disporahmen schossen, am Geldautomaten abgewiesen wurden oder ihr Benzin nicht mehr bezahlen konnten.

Keine schöne Sache. Selbstredend bemühten sich beide Unternehmen, möglichst schnell das Problem abzustellen und falsche Buchungen rückgängig zu machen. Doch die Reaktionen der Kunden fielen komplett unterschiedlich aus. Während Aldi auf seiner Facebookseite von Kunden verteidigt wurde, musste die Deutsche Bank herbe Kritik einstecken.

„War der Slogan nicht mal‘ Vertrauen ist der Anfang von allem‘? Geld doppelt abgebucht. Geld weg. Vertrauen weg. Ende“, schreibt einer auf der Facebookseite der Deutschen Bank. Loyalität klingt anders: „Wieso wollen manche Leute einen Gutschein als Entschädigung? Ich finde, jedem darf mal ein Fehler passieren. (...) Bin auch betroffen, und wenn es in den nächsten Tagen wieder auf dem Konto ist, dann ist doch alles gut.“ Das schreibt ein Aldi-Kunde, der beim Einkaufen doppelt abkassiert wurde. Das ist Fanverhalten in Reinkultur.

Seit Facebook den Like-Button verfeinert hat, können wir sehr einfach Rückschlüsse auf Sentiments ziehen. Facebooknutzer drücken ihre Gemütslage mittlerweile abgestuft aus: Sie können wütend sein, weinen, lieben oder lachen. Wer das noch nie gesehen hat: Einfach mal mit der Maus über dem „Gefällt mir“-Link bleiben.

Wenn wir nun die Reaktionen auf die beiden Entschuldigungsbeiträge von Aldi und der Deutschen Bank vergleichen, zeigt sich ein klares Bild: Während 67 Prozent der Reaktionen bei der Bank Wut ausdrücken, sind es bei Aldi lediglich 4 Prozent. Während gerade 26 Prozent der Bank „Daumen hoch“ zeigen, sind es bei Aldi satte 93 Prozent.

Das ist eine Momentaufnahme, sicherlich. Aber sie bestätigt eindrucksvoll die Ergebnisse der Grundlagenforschung. Die Fanquote von Aldi Süd liegt bei 31 Prozent, die der Deutschen Bank bei 11 Prozent (Quelle: Fanfocus Deutschland).

Woran liegt das? Aldi Süd hat das zentrale Bedürfnis seiner Kunden nach schnellem, preiswertem Einkauf verstanden und so über die Leistungszufriedenheit hinaus eine starke emotionale Bindung zu seinen Kunden aufgebaut. Der Deutschen Bank gelang dies offensichtlich viel weniger. Sie wäre ein interessanter Kontakt für uns, wenn sie ihre Fanquote systematisch ausbauen möchte.

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Mit 100 Euro klimaneutral

Um ein klimaneutrales Unternehmen zu werden, muss man nicht tief in die Tasche greifen. Der Mittelstand. sprach darüber mit Peter Frieß, Mitgründer, Gesellschafter und Mitglied des Vorstands bei Zukunftswerk.

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Der Mittelstand.: Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit?

Peter Frieß: Der Begriff wurde ursprünglich in der Forstwirtschaft geprägt und bezeichnet das Bestreben, einem Wald nicht mehr Holz für den Verbrauch zu entnehmen als auch wieder nachwächst. Als Verallgemeinerung mag ich persönlich den von Immanuel Kant geprägten Begriff des kategorischen Imperativs sehr gerne: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“

Wie kann man diese Verhaltensweise im eigenen Unternehmen umsetzen?

Die meisten Unternehmen, die sich aktiv damit beschäftigen, entwickeln einen Nachhaltigkeitskodex. Der beschreibt sowohl das Verhalten der Mitarbeiter im eigenen Unternehmen, als auch das der Kunden und Lieferanten sowie das Wirken gegenüber der Öffentlichkeit. Danach wird üblicherweise eine Roadmap erstellt, in der Meilensteine für nachhaltiges Handeln unter verschiedenen Aspekten festgelegt werden: ökonomisch, ökologisch und sozial. Moderne Management-Methoden wie die Sustainability Balanced Scorecard, Mitarbeiter- und Lieferantenbefragungen und die Bestimmung des eigenen CO2-Abdrucks tragen dazu bei, eine 360-Grad Sicht der eigenen Nachhaltigkeit zu gewinnen und regelmäßig nachzusteuern.

Warum sollten Unternehmen nachhaltig agieren?

Wenn sie sich bewusst machen, mit welch enormem Ressourcenverbrauch der Wohlstand in unserer Lebensregion verbunden ist, entsteht bei vielen Menschen ein Verantwortungsgefühl. Sie wollen nachhaltiger wirtschaften im Sinne einer gesellschaftlichen Gerechtigkeit. Darüber hinaus gibt es auch von außen gesteuerte Faktoren. Denken Sie an den zunehmenden Fachkräftemangel und den Zusammenhang zur herangewachsenen Generation Y, oder an die sich zunehmend verbreitenden Lebensstile wie dem des LoHas (Lifestyle of Health and Sustainability). Diese Menschen binden Sie natürlich viel leichter an ein Unternehmen, das ihren ohnehin gelebten Werten und Ansprüchen an Nachhaltigkeit gerecht wird. Erfolgreiches Employer Branding kommt heutzutage ohne den Aspekt der Nachhaltigkeit gar nicht mehr aus.

Wie stehen Sie zum CO2-Handel?

Klimazertifikate sind derzeit das einzig anerkannte Instrument, um die Wirtschaft gemäß den Vereinbarungen des Kyoto-Umweltprotokolls in die Verantwortung zu nehmen. Leider ist der Markt überschwemmt mit einer Vielzahl von Zertifikaten, und es gab eine Reihe von Skandalen wie das 2009 aufgedeckte Mehrwertsteuerkarussell. Wir empfehlen ausschließlich Zertifikate, die nach dem „Clean Development Mechanism“ funktionieren. Hier fließt das Geld direkt in Entwicklungs- und Schwellenländer. Hervorragend sind die Certified Emission Reductions der Vereinten Nationen (UN-CERs). Auch alle vom TÜV zertifizierten Klimapapiere sind zu empfehlen. Übrigens kostet es wirklich nicht viel Geld, klimaneutral zu werden: Ein Unternehmen mit vier Mitarbeitern, das geschätzt rund 30 Tonnen CO2 pro Jahr erzeugt, ist bereits mit rund 100 Euro jährlich vollständig klimaneutral.

Das Interview führte Achim von Michel.

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Brexit – (Teil) Entwarnung für Unternehmen

Seit feststeht, dass das Vereinigte Königreich nicht länger Mitglied der Europäischen Union (EU) sein will, stellt sich auch die Frage nach den rechtlichen Konsequenzen dieser Entscheidung für das Land, die EU und die internationale Wirtschaft.

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Vielfältige wirtschaftlich und rechtlich geprägte Themen beschäftigen seit dem Brexit Unternehmen mit Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich. Der Fortbestand des freien Waren-, Dienstleistungs-, Personen- und Zahlungsverkehrs, wie er ein essentieller Bestandteil der europäischen Gemeinschaft ist, wird diskutiert. Unsicher ist, welcher Rechtsrahmen bei der Gestaltung von Verträgen mit britischen Vertragspartnern künftig zu berücksichtigen ist, und ob die rechtlichen Standards der EU im Handel mit dem Vereinigten Königreich möglicherweise bedeutungslos werden.

(Vorläufige) Entwarnung: Der Brexit erzeugt keine rechtlichen Implikationen mit sofortiger Wirkung. Die Parameter der künftigen Rechtsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU (sowie Drittstaaten) werden in den kommenden zwei Jahren detailliert ausgehandelt. Bis dahin müssen sich Unternehmen auf die rechtlichen Implikationen des Brexit eingestellt haben.

Weitere Informationen zum Brexit und einen kurzen Überblick über den Status quo finden Sie unter:
bit.ly/RK_Brexit_PDF

 

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Respekt! in der Kommunikation

René Borbonus ist ein gefragter Referent und gilt als einer der besten Rhetoriker deutscher Sprache. Als Vortragsredner, Trainer und Buchautor vermittelt er Theorie und Praxis erfolgreicher Kommunikation. Im Kurzinterview mit Der Mittelstand. erklärt er, worauf es im Umgang miteinander ankommt.

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René Borbonus, Vortragsredner, Trainer und Buchautor. www.rene-borbonus.de

Der Mittelstand: Ihr neues Buch handelt von Klarheit in der Kommunikation. Sollte das nicht eine Selbstverständlichkeit sein?

René Bourbonus: Genau das macht das Thema so spannend: sollte es sein und ist es doch nicht. Das ist der Widerspruch, der mich an beiden Themen so reizt. Mit der Klarheit ist es ähnlich wie mit dem Respekt: Wir alle haben ein starkes Bedürfnis danach, und doch gibt es viel zu wenig davon. Bei der Klarheit kommt noch erschwerend hinzu, dass es so viele Pseudo-Klartexter gibt, die uns Klarheit vorspiegeln und in Wirklichkeit andere Motive verfolgen. Populisten zum Beispiel bauen ihre Argumente auf Klischees und Ressentiments auf und verkaufen das dann als Klarheit. Es ist also längst nicht alles klar, was klar scheint.

Sie plädieren für eine fast vergessene Tugend, für Respekt. Warum verhalten sich Menschen Ihrer Meinung nach respektlos?

Zunächst einmal sind wir in den meisten Fällen nicht absichtlich respektlos, sondern aus Versehen. Im Alltag gibt es zwei Herausforderungen, die besonders oft zu Respektlosigkeiten führen. An beiden können wir arbeiten. Erstens: gelassen bleiben, wenn wir mit Respektlosigkeiten konfrontiert werden. Man muss sich nicht über alles aufregen, was dazu geeignet ist. Zweitens: Wir können zwischen Haltung und Technik differenzieren. Man kann zum Beispiel Respektlosigkeiten auch ansprechen, ohne dabei gleich verbrannte Erde zu hinterlassen. Wenn ich damit anfange, Respekt in die Kommunikation zu bringen, werde ich ihn in den meisten Fällen auch zurückbekommen, denn Menschen spiegeln einander.

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sprechen trotz beruflicher Erfolge ungern vor Publikum. Was empfehlen Sie ihnen?

Ganz wichtig ist mir die Feststellung: Redeangst ist etwas komplett Normales. Jeder Mensch, der vor Publikum sprechen wird, spürt diese Nervosität und will souverän sein. Das Gegenteil von Nervosität ist aber nicht Souveränität, sondern Indifferenz. Und die wollen wir gar nicht haben, oder? Die Anspannung ist ein Zeichen dafür, dass ich den Redeanlass ernst nehme, und das ist grundsätzlich gut. Was auch sehr beruhigend ist: Das Publikum sieht die Nervosität nicht, oder kaum. Nur drei, vier Prozent der inneren Anspannung dringen überhaupt nach außen. Ich kann ja auch nicht sehen, wie verliebt oder hungrig ein Mensch gerade ist. Nervosität ist also kein Grund, nervös zu werden.

Welche wichtige Frage zum Thema Kommunikation haben wir Ihnen nicht gestellt, und wie lautet Ihre Antwort?

Eine Frage, die ich sehr oft gestellt bekomme, ist die nach der Authentizität. Oft höre ich den Einwand: „Wenn ich das nun so mache, wie Sie sagen, respektvoll kritisieren zum Beispiel, dann bin das ja nicht mehr ich.“ Ich glaube: Authentizität ist an sich eine wunderbare Sache. Man sollte sie jedoch nicht als Keule nehmen, um Entwicklungsmöglichkeiten im Keim zu ersticken. Zum ersten Mal mit Messer und Gabel zu essen, hat sich auch komisch angefühlt. Trotzdem haben wir es nicht gleich wieder aufgegeben, sondern unser Repertoire erweitert. Das ist auch in der Rhetorik sehr wichtig. Wenn etwas funktioniert und die Freude an der freien Rede steigert, dann ist es auch authentisch.

Das Interview führte Niels Genzmer.

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Econ Verlag
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Kleine Helfer

Sicherer und unerkannt im Internet

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Die Themen Datensicherheit und Datenhoheit spielen für immer mehr Internetnutzer eine wichtige Rolle. Dasselbe gilt für Abmahnungen oder Cyberkriminalität, wovon viele User betroffen sind. Zahlreiche Geräte wie Notebooks, Tablets, Smartphones, Uhren, Konsolen, Stereoanlagen sind potenzielle Ziele von Viren und anderer Schadsoftware. Die Geräte einzeln abzusichern, ist mit großem Aufwand verbunden, weshalb viele darauf verzichten. Die RelaxBox aus Berlin will hingegen das Internet für Laien einfacher, sicherer und grenzenloser machen. Dank der kleinen Box können Nutzer alle internetfähigen Geräte und Bewegungen im World Wide Web vor ungewollten Zugriffen und Auswertungen schützen.

Die Box wird einfach an den Router angeschlossen und im Browser konfiguriert. Sie kann Viren und Trojaner frühzeitig abfangen, die Privatsphäre durch Datenverschlüsselung schützen oder in Deutschland geblockte Internetinhalte zugreifbar machen.

www.relaxbox.de

Foto: RelaxInternet GmbH & Co. KG

 


Polyglotte Google Übersetzer-App

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Wer auf Reisen eine schnelle Übersetzung benötigt, dem hilft die kostenlose Google Übersetzer-App für iOS und Android. Über 100 Sprachen sind verfügbar. Die zu übersetzenden Texte können eingetippt oder eingesprochen werden. Der Clou ist aber die Kamera-Übersetzung, was besonders bei fremdem Schriftzeichen hilft. Einfach z. B. ein Straßenschild einscannen, und die Übersetzung wird sofort angezeigt.

 


Sicher reisen

Die Reise-App vom Auswärtigen Amt

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Nicht nur zur Urlaubszeit, sondern auch bei Businessreisen ins Ausland werden Informationen über die aktuelle Sicherheitslage vor Ort leider immer relevanter. Unterstützung bietet das Auswärtige Amt mit der kostenlosen App „Sicher reisen“, die alles Wissenswerte für eine sichere Auslandsreise übersichtlich zusammenfasst und bereits über 250.000 Mal aus den App-Stores angerufen wurde.

Neben Tipps für die Reisevorbereitung und Notfälle beinhaltet die App auch die Adressen der deutschen Vertretungen im Ausland und der Vertretungen des Reiselandes in Deutschland.

Zu jedem Land gibt es ausführliche, fortlaufend aktualisierte Reise- und Sicherheitshinweise. Dazu kommt ein kurzer Überblick mit den wichtigsten geographischen, politischen und wirtschaftlichen Daten des Landes.

Ebenfalls dabei: eine Ortungsfunktion („Wo bin ich?“) und ein „Ich bin OK“-Button, mit dem man Freunden oder Verwandten ein Lebenszeichen senden kann. Viele Funktionen der App können zudem offline genutzt werden. Das spart im Ausland unter Umständen hohe Datengebühren.

Die App für Smartphones und Tablets ist kostenlos erhältlich im Google Play Store und bei iTunes.

Keine „Geld-zurück-Garantie“ mehr für Insolvenzverwalter?

Mit dem Insolvenzanfechtungsrecht können Insolvenzverwalter lange abgeschlossene Zahlungsvorgänge rückabwickeln. Der Gesetzgeber beabsichtigt, mit einem aktuellen Gesetzesvorhaben durch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) begünstigte Fehlentwicklungen zu beseitigen.

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Die derzeitige Praxis der Insolvenzanfechtung, insbesondere der Vorsatzanfechtung, lässt bei vielen Unternehmern den Eindruck entstehen, diese sei eine „Geld-zurück-Garantie“ für Insolvenzverwalter. Ganz so eindeutig ist es aber nicht. Grundsätzlich hat die Insolvenzanfechtung ihre Berechtigung. Drängt ein Gläubiger seinen Schuldner zur Zahlung, obwohl er weiß, dass dieser ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten hat und die Zahlung nur erfüllen kann, wenn er andere fällige Zahlungen aussetzt, dann weiß der Gläubiger, dass die anderen Gläubiger benachteiligt werden. Im Falle einer späteren Insolvenz werden diese nur mit der Insolvenzquote befriedigt. Mit der Insolvenzanfechtung soll verhindert werden, dass sich einzelne Gläubiger im unmittelbaren Vorfeld einer bevorstehenden Insolvenz gegenüber anderen Gläubigern unlautere Vorteile verschaffen. Sinn und Zweck der Insolvenzanfechtung ist es, den Grundsatz der gleichmäßigen Gläubigerbefriedigung auch auf Zeiträume vor der Insolvenzeröffnung auszudehnen. Der Insolvenzverwalter kann vom Schuldner bewirkte Zahlungen vom Gläubiger zurückfordern.

Mit der Insolvenzanfechtung soll verhindert werden, dass sich einzelne Gläubiger im unmittelbaren Vorfeld einer bevorstehenden Insolvenz gegenüber anderen Gläubigern unlautere Vorteile verschaffen.

Als problematisch erweist sich die Vorsatzanfechtung gemäß § 133 InsO, die deshalb durch die beabsichtigte Gesetzesreform geändert werden soll. Die Vorsatzanfechtung soll als Ausnahmefall auch solche Rechtshandlungen anfechtbar machen, die der Schuldner im Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit dem Vorsatz der Gläubigerbenachteiligung vorgenommen hat. Dabei muss dem Gläubiger grundsätzlich der Gläubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners zur Zeit der Handlung bekannt sein. Allerdings wird nach § 133 Abs. 1 Satz 2 InsO diese Kenntnis vermutet, wenn der Gläubiger wusste, dass die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners drohte und dass die Handlung die Gläubiger benachteiligte.

Aufgrund einer extensiven Gesetzesauslegung des BGH wird die Kenntnis vom Gläubigerbenachteiligungsvorsatz bereits auf der Grundlage von Indizien bejaht. So soll zum Beispiel ein Gläubiger aus Teil- und Ratenzahlungsvereinbarungen eine Zahlungseinstellung erkennen und damit eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Hieraus soll sich eine Bösgläubigkeit des Gläubigers ergeben mit der Folge, dass die Zahlungen bis zu zehn Jahre vor dem Insolvenzantrag angefochten werden können. Dies hat dazu geführt, dass Insolvenzverwalter vermehrt Insolvenzanfechtungen nach § 133 InsO erklären. Das Regel- und Ausnahmeverhältnis zwischen der Anfechtung nach §§ 130, 131 und nach § 133 InsO wurde umgekehrt. Die Vorsatzanfechtung hat sich für viele Insolvenzverwalter zu einer „Geld-zurück-Garantie“ bezüglich lange abgeschlossener Zahlungsvorgänge entwickelt. Die Unternehmen, insbesondere die des Mittelstandes, werden dadurch schwer belastet, da sie damit rechnen müssen, dass Zahlungen über Jahre risikobehaftet bleiben und sie dauerhafte Rückstellungen bilden müssen, die sie von Investitionen für die Zukunft abhalten.

Der vorliegende Regierungsentwurf sieht die folgenden Änderungsvorschläge vor:

  • Diente die Handlung der Sicherung oder Befriedigung einer Forderung (Deckung), dann wird der Anfechtungszeitraum der Vorsatzanfechtung von zehn auf vier Jahre verkürzt.
  • War die Deckung kongruent, das heißt, der Gläubiger hatte zu dieser Zeit und in dieser Art Anspruch darauf, dass eine Sicherheit bestellt wurde oder die Forderung erfüllt wurde, tritt an die Stelle der drohenden Zahlungsunfähigkeit des Schuldners die bereits eingetretene Zahlungsunfähigkeit. Die Zahlung soll erst anfechtbar sein, wenn der Gläubiger erkannt hat, dass der Schuldner bereits zahlungsunfähig war.
  • Die vom BGH geschaffene Indizwirkung bei Zahlungserleichterungen wird aufgehoben. Nach dem Gesetzentwurf wird vermutet, dass der Gläubiger, der dem Schuldner eine Zahlungserleichterung gewährt hat, die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners nicht kannte. Der Insolvenzverwalter muss jetzt das Gegenteil beweisen.
  • Eine Leistung des Schuldners, für die unmittelbar eine gleichwertige Gegenleistung in sein Vermögen gelangt (Bargeschäft), unterliegt nur noch dann der Vorsatzanfechtung, wenn der Gläubiger erkannt hat, dass der Schuldner unlauter handelte. Bei Arbeitsentgelt eines Arbeitnehmers sind Zahlungen Bargeschäfte, wenn der Zeitraum zwischen Arbeitsleistung und Gewährung des Arbeitsentgelts drei Monate nicht übersteigt.
  • Wird die Sicherung oder Befriedigung der Forderung durch Zwangsvollstreckung oder eine Handlung zur Abwendung der Zwangsvollstreckung bewirkt, ist diese künftig nicht mehr allein aus diesem Grund unter den erleichterten Voraussetzungen einer inkongruenten Deckung nach § 131 Abs. 1 InsO anfechtbar. Eine inkongruente Deckung wird nach geltender Rechtslage vom BGH bejaht, wenn zum Beispiel der Gerichtsvollzieher mit dem Schuldner eine Ratenzahlungsvereinbarung abschließt.
  • Eine Verzinsung der Anfechtungsansprüche soll künftig nur noch nach den allgemeinen Verzugsregelungen oder ab Klageerhebung erfolgen. Nach derzeitiger Rechtslage werden diese ab Insolvenzeröffnung verzinst. Dies setzt falsche Anreize für die Insolvenzverwalter, diese Ansprüche nicht unmittelbar nach Insolvenzeröffnung geltend zu machen, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt, um durch erhöhte Zinszahlungen die Insolvenzmasse und damit die Insolvenzverwaltervergütung zu maximieren.

Die Insolvenzanfechtung soll nicht dazu führen, dass Insolvenzverwalter nicht von der Insolvenz betroffene Unternehmen, insbesondere solche des Mittelstandes, mit der Rückabwicklung lange abgeschlossener Zahlungsvorgänge selbst in Insolvenzrisiken bringen. Sie soll keine „Geld-zurück-Garantie“ für Insolvenzverwalter sein. Daher erscheint der Gesetzesentwurf zur Reform der Insolvenzanfechtung eine geeignete Grundlage, um diese wieder auf das Maß zurückzuführen, das erforderlich ist, um den Grundsatz der gleichmäßigen Gläubigerbefriedigung auch im Stadium vor Insolvenzeröffnung wieder herzustellen.

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Buchtipps

Finger weg von unserem Bargeld!

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Obdachlosenspende und Taschengeld per Kreditkarte? Jeder Kauf sofort im Supermarkt erfasst? Der gläserne Kunde als Vorstufe zum gläsernen Bürger: Ist das Bargeld erst einmal abgeschafft, können Staat, Banken und Handel jederzeit problem- und vor allem lückenlos nachverfolgen, wie wir unser Geld ausgeben.

Soweit darf es nicht kommen, findet nicht nur Peter Hahne. „Finger weg von unserem Bargeld!“ fordert der prominente Fernsehjournalist in seinem neuen Bestseller. Das Thema bewegt die Menschen – kurz nach Erscheinen schaffte es Hahnes Plädoyer für das Bargeld in die SPIEGEL-Bestsellerliste. Klar in der Analyse, humorvoll im Stil, der studierte Theologe und Germanist beherrscht sein Metier mühelos.

In der Abschaffung des Bargeldes sieht Hahne aber nur den ersten Schritt hin zum vormundschaftlichen Staat. „Wie wir immer weiter entmündigt werden“ heißt denn auch der Untertitel. Der Autor spannt einen weiten Bogen. Auch des akuten Bildungsnotstands nimmt sich Peter Hahne kritisch an. Er sieht die jungen Menschen als Opfer „wirrer Bildungsideologen“. Im Betrieb müssten überforderte Ausbilder dann versuchen, schulische Defizite der Azubis auszugleichen. Am Ende drohe die digitale Demenz. Was machen die Jugendlichen, fragt sich Hahne, wenn Facebook oder Google einmal nicht zur Verfügung stehen? Hier schließt sich der Kreis zum Bargeld. Wer elektronische Zahlungen für sicherer hält, der solle sich die Pannen bei Banken anschauen, so seine süffisante Empfehlung.

 

Peter Hahne
Finger weg von unserem Bargeld!
Quadriga Verlag
124 Seiten
10,00 €

 


Shoe Dog. Die offizielle Biografie des NIKE-Gründers

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Im Zeitalter der Start-ups hat sich Knights Firma Nike als Maßstab aller Dinge etabliert, und sein „Swoosh“ ist längst mehr als nur ein Logo. Es ist ein Symbol von Geschmeidigkeit und Größe, eines der wenigen Icons, die in jedem Winkel unseres Erdballs sofort wiedererkannt werden. Aber Knight selbst, der Mann hinter dem Swoosh, ist immer ein Geheimnis geblieben. Jetzt hat er seine Memoiren veröffentlicht – nicht objektiv, aber überaus humorvoll. Er schreibt über unberechenbare Risiken, massive Rückschläge, skrupellose Konkurrenten, abweisende Banker und über die vielen Jahre, wo er immer wieder kurz vor dem Ruin stand. Doch wie es sich für eine amerikanische Erfolgsgeschichte gehört, gibt es auch eine märchenhafte Wendung. Denn 1980 wurde Knight fast über Nacht 178 Millionen Dollar schwer...

Phil Knight
Shoe Dog. Die offizielle Biografie des NIKE-Gründers
FinanzBuch Verlag
448 Seiten
19,99 €

 


Compliance – auch der Mittelstand ist gefordert

Compliance für KMU

Wachsende Regelungsdichte, neue Haftungsfragen für Führungskräfte und Prokuristen, aber auch einige beispiellose Unternehmensskandale haben den Mittelstand immer stärker für Compliance-Themen sensibilisiert und so erheblich zur Professionalisierung mittelständischer Compliance-Systeme beigetragen. Selbst von kleinen Lieferanten werden heute umfangreiche Compliance-Erklärungen erwartet.

Was KMU-Compliance in der Praxis auszeichnet, präsentiert dieser Band aus juristischer und betriebswirtschaftlicher Sicht, mit vielen Tipps und nützlichen Checklisten.

 

Prof. Dr. Stefan Behringer (Hrsg.)
Compliance für KMU ERICH SCHMIDT VERLAG
300 Seiten
34,95 €

 


Mehr Bücher

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Finanzkolumne Über Ihr Geld - Garantierte Verluste vermeiden

Wann haben Sie Ihr Sparschwein aus Kindertagen wofür geschlachtet? Und was mit dem Sparbuch gemacht, das damals Sparkassen und Volksbanken zur Geburt jedes Kindes verschenkt haben? Damals wurden wir zum Sparen erzogen. Heute lohnt sich das klassische Sparen nicht mehr. Sie erhalten keine Zinsen mehr, und für die Banken sind die Sparer nur noch ein (oft lästiger) Kostenfaktor. Sie kosten mehr, als sie den Banken einbringen.

Unsere Kreditinstitute können sich ihr Geld bei der EZB leihen und brauchen deshalb den Sparer nicht mehr. Eigentlich sollte das Zentralbank-Geld für Kredite an Großunternehmen, den Mittelstand und Privatpersonen eingesetzt werden, sprich: Die Wirtschaft sollte durch Investitionen und Privatkonsum angekurbelt werden. Aber nicht einmal 15 Prozent dieser Milliardensummen landen bei den Bankkunden. Ganz einfach: Die Banken scheuen das Risiko der Kreditvergabe. Sie nutzen die quasi geschenkte Liquidität, um eigene Fehler auszubügeln. Allein die bekannt gewordenen Skandale durch Fehlspekulationen und Missmanagement haben bei europäischen Banken zu Rückstellungen im zweistelligen Milliardenbereich geführt.

Wer kann jetzt noch den (Groß-) Banken vertrauen? Die Aktionäre jedenfalls nicht. Sie drückten in den letzten zwölf Monaten die Kurse um 50 Prozent nach unten, also auf ein noch tieferes Niveau als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009. Ein Vergleich verdeutlicht den tiefen Fall der Bankaktien: Hätte sich der DAX genauso entwickelt wie die Bankaktien, stünde der deutsche Leitindex nicht wie aktuell bei rund 10.200 Punkten, sondern bei weniger als 1.300 Indexpunkten!

Und wie verhalten sich die Bankkunden? Versicherungen und Versorgungswerke legen sich Bargeld in die Keller, „offiziell“ um keine Strafzinsen für ihre Guthaben zu zahlen. Und größere Privatanleger haben Angst, dass ihnen die Großbanken ihre Guthaben nicht mehr auszahlen könnten. Sie kaufen sich Staatsanleihen von Deutschland und der Schweiz – weil beide Länder wohl nicht pleite gehen können. Und das, obwohl die Staatsanleihen eine negative Rendite aufweisen, man also weniger Geld zurückerhält, als man den Staaten geliehen hat. Einen garantierten Verlust zu machen, scheint heute vielen Anlegern angenehmer zu sein als das Risiko eines Totalverlustes bei einer Bankpleite. Es ist eine verrückte Finanzwelt, für die es keine Vergleiche in der Vergangenheit gibt. Ich jedenfalls kaufe Aktien von Gesellschaften mit guten Geschäftsmodellen und bleibe bei meiner jahrzehntelangen Erfahrung: Nach jeder Krise hat sich Aktieninvestment ausgezahlt.

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Online ist nicht Print

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Die Nutzung von Bildinhalten ohne entsprechende Nutzungsberechtigung birgt erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Risiken, so viel ist mittlerweile jedem Unternehmer klar. Dass jedoch auch die konkrete Art der Nutzung zu beachten ist, hat schon viele Verwender solcher Inhalte eine Stange Geld gekostet.

Wer ohne Berechtigung urheberrechtlich geschütztes Material eines anderen nutzt, haftet diesem auf Unterlassung und Schadensersatz. Die Streitwerte in solchen Verfahren können astronomische Höhen erreichen. Insbesondere bestehen Unterschiede, ob ein Bild für einen Internetauftritt oder ein Printprodukt genutzt werden darf, was das Landgericht Düsseldorf im vergangenen Jahr zu entscheiden hatte.

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Die Beklagte war ein Beratungsunternehmen für Hotels. Auf ihrer Internetseite bot sie eine PDF-Broschüre mit einem Foto an, an dem ein kanadischer Fotograf das Urheberrecht hielt. Die Klägerin, eine weltweit tätige Bildagentur, war die Inhaberin der Nutzungsrechte an diesem Foto. Zwar war der Beklagten durch die Rechtsvorgängerin der Klägerin ein Nutzungsrecht an diesem Bild eingeräumt worden. Dieses war jedoch auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland beschränkt und galt allein für die Printnutzung des Fotos in einer Broschüre. Die Klägerin nahm die Beklagte auf Unterlassung der künftigen Nutzung des Fotos und Schadensersatz in Anspruch. In allen Punkten gaben die Düsseldorfer Richter der Klägerin Recht. Problematisch war, dass die Beklagte zwar das Nutzungsrecht für eine Printbroschüre, nicht jedoch für deren Onlineverwertung nachweisen konnte. Die Richter sahen hierin einen Unterschied. Auch der Einwand der Beklagten, davon ausgegangen zu sein, das Bild online nutzen zu dürfen und daher ohne Verschulden gehandelt zu haben, half ihr nicht weiter. Das Landgericht Düsseldorf führte aus, gerade im gewerblichen Umfeld müssten Sorgfaltspflichten besonders genau eingehalten werden. Die Beklagte hätte sich informieren müssen, ob sie das Bild auch wirklich hätte online verwenden dürfen.

Es empfiehlt sich daher, vor der Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material Dritter stets genau zu prüfen, welche konkrete Art der Nutzung das zugrunde liegende Nutzungsrecht umfasst. In Zweifelsfällen sollte hier ein spezialisierter Rechtsanwalt zu Rate gezogen werden, um sich nicht der Gefahr von erheblichen Haftungsrisiken auszusetzen.

Die BVMW-IBWF-Rechtshotline erreichen Sie:
Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr
Tel.: 030. 533206-963
Fax: 030. 533206-50
rechtshotline@bvmw.de

Foto oben: © AllebaziB - Fotolia.com; 2. Foto: © Voyagerix – Fotolia.com

BVMW-Veranstaltungskalender

Der BVMW organisiert eine Vielzahl erstklassiger Veranstaltungen in den kommenden Monaten auf Bundesebene und in den Regionen vor Ort. Unternehmer und Unternehmerinnen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, Netzwerke zu spannen, sich einzubringen und sich unterhalten zu lassen. Eine Auswahl finden Sie hier.

Baden-Württemberg

Sport & Family Treff
Sonntag, 25. September 2016, 13.00 Uhr
Badischer Rennverein
Mannheim-Seckenheim e. V.
Turfweg 15, 68239 Mannheim

BVMW Wirtschaftstag Industrie 4.0
Mittwoch, 28. September 2016, 14.00 Uhr
Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg,
Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart

Kurpfälzer WirtschaftsTalk
Mittwoch, 28. September 2016, 17.30 Uhr
Straub Catering Artists,
Tullastraße 37, 67346 Speyer

Bayern

Unternehmer[TREFFEN]
Dienstag, 06. September 2016, 18.30 Uhr
Kolpinghaus Regensburg
Adolph-Kolping-Straße 1, 93047 Regensburg

BVMW[Connect] München – Netzwerkgespräche
Mittwoch, 28. September 2016, 18.30 Uhr
LKC Kemper Czarske v. Gronau Berz
Forstweg 8, 82031 Grünwald

BVMW [Innovationen]
Donnerstag, 06. Oktober 2016, 17.00 Uhr
Technologie Centrum Westbayern GmbH
Emil-Eigner-Straße 1, 86720 Nördlingen

Robert Nussbaumer: Nie wieder aufgeben!
Dienstag, 18. Oktober 2016, 19.00 Uhr
Events by Vineria GmbH
Kleinreuther Weg 87, 90408 Nürnberg

Berlin/Brandenburg

Einführung der DIN 9001:2015 leicht gemacht
Mittwoch, 17. August 2016, 13.00 Uhr
TÜV Süd Akademie
Schützenstraße 15-17, 10117 Berlin

Der 2. Mittelständische Metalltag 2016
Montag, 12. September 2016, 09.00 Uhr
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Schicklerstraße 5, 16225 Eberswalde

1. BVMW Business Golf Cup Berlin -Brandenburg 2016
Freitag, 23.September 2016, 09.00 Uhr
Berliner Golf & Country Club Motzener See e. V.
Am Golfplatz 5, 15749 Mittenwalde

Hamburg

Warum 70% aller Erbfälle im Streit enden
Dienstag, 23. August 2016, 18.15 Uhr,
Kanzlei Dierkes Partner
Baumwall 7, 6. Stock, 20459 Hamburg

6. Zukunftskongress
Donnerstag, 29. September 2016, 13.00 Uhr
NEWLIVINGHOME,
Julius-Vosseler-Str. 40, 22527 Hamburg

Hessen

BVMW Connect Industrie
Mittwoch, 24. August 2016, 14.30 Uhr
Stahlbau Hahner GmbH & Co. KG
Gerhardsweg 5, 36100 Petersberg

Podiumsdiskussion: Externe Unternehmensnachfolge
Dienstag, 30. August 2016, 18.00 Uhr
Schlösschen Michelbach
Schlossstraße 26, 63755 Alzenau

Mecklenburg-Vorpommern

BVMW Sommerfest 2016
Donnerstag, 01. September 2016, 15.00 Uhr
EVITA-Forum Demen
Ziolkowskiring 50, 19089 Demen

Unternehmerreise vom nach Santander/Spanien
Dienstag, 04. Oktober 2016 bis Samstag, 08. Oktober 2016
Kontakt: BVMW Kreisverband Westmecklenburg,
werner.roepert@bvmw.de

Niedersachsen

14. Business-Meeting „Das Günter-Prinzip“
Donnerstag, 25. August 2016, 18.00 Uhr
Landhotel am Rothenberg
Rothenbergstraße 4, 37170 Uslar-OT Volprihausen

Industrie 4.0 – Touch the future
Dienstag, 30. August 2016, 16.30 Uhr
Pescheks Tagungshotel
Worthstraße 9, 27374 Visselhövede

BVMW Fokus Kommunikation: „Pass auf, was Du denkst“
Donnerstag, 22. September 2016, 18.00 Uhr
connectiv!ESolutions.de
Kaiserstraße 10b /Halle 31, 49809 Lingen

Nordrhein-Westfalen

Münsterland Golf-Cup
Donnerstag, 08. September 2016, 13.30 Uhr
GSC Rheine-Mesum – Gut Winterbrock e. V.
Wörstr. 201, 48432 Rheine-Mesum

Rheinland-Pfalz

BVMW Unternehmer-Stammtisch
Netzwerken in Mainz
Donnerstag, 25. August 2016, 18.00 Uhr
Grillforum Valentin
Rheinallee 187, 55120 Mainz

BVMW Connect
Dienstag, 27. September 2016, 18.00 Uhr
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz

Sachsen

BVMW Sommerfest
Donnerstag, 18. August 2016, 18.00 Uhr
Schloss Breitenfeld
Lindenallee 8, 04158 Leipzig

UnternehmerAbend
Donnerstag, 18. August 2016, 18.30 Uhr
BVMW Geschäftsstelle Mittweida
Lichtenauer Weg 5, 09244 Lichtenau

Sachsen-Anhalt

3. IT-Sicherheitskonferenz
Montag, 12. September 2016
Campus der Hochschule Magdeburg
Breitscheidstraße, Haus 14, 39114 Magdeburg

Thüringen

BVMW Golfturnier Members & Friends
Dienstag, 23. August 2016, 16.00 Uhr
Spa & Golf Resort Weimarer Land
Weimarer Straße 60, 99444 Blankenhain

8. BVMW Rodelcup 2016
Freitag, 26. August 2016, 16.30 Uhr
Ilmenauer Rennschlittenbahn „Wolfram Fiedler“
Steinstraße, 98693 Ilmenau

Brennen für den Erfolg
Freitag, 16. September 2016, 08.00 Uhr
Ringberghotel Suhl
Ringberg 10, 98527 Suhl

23. Thüringer Wirtschaftsball
Samstag, 29. Oktober 2016, 18.00 Uhr
Kaisersaal Erfurt
Futterstraße 15/16, 99084 Erfurt

Weitere zahlreiche Veranstaltungen werden unter www.bvmw.de angekündigt. In der Rubrik „Standorte“ können die Veranstaltungskalender der jeweiligen Regionen sowie die Kontaktdaten der Veranstalter abgerufen werden. Termine für die Veranstaltungsreihe Forum Führung finden Sie auf Seite 49.

Der BVMW. Die Stimme des Mittelstands.

Erfolgreich vernetzen für den Mittelstand. Der BVMW bündelt die Kräfte des unternehmerischen Mittelstands. National und international vertritt er erfolgreich die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber der Politik – branchenübergreifend und parteipolitisch unabhängig. Der BVMW
  • repräsentiert mit seiner Verbändeallianz rund 270.000 Unternehmen aller Branchen, die über neun Millionen Mitarbeiter beschäftigen
  • ist mit rund 300 Geschäftsstellen bundesweit vertreten
  • hat mit den Repräsentanten vor Ort mehr als 700.000 Unternehmerkontakte jährlich
  • bietet über 2.000 Veranstaltungen im Jahr
  • ist führendes Mitglied in der europäischen Dachvereinigung nationaler Mittelstandsverbände.

Spielbergs sanfter Held

„Bridge of Spies“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der unerschütterlich an den Rechtsstaat glaubt und deshalb zwischen die vielen Fronten des Kalten Krieges gerät.

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Donovan (Tom Hanks, rechts) und sein Mandant Abel (Mark Rylance).

In Steven Spielbergs Kriegsepos „Der Soldat James Ryan“ spielt Tom Hanks den Captain John Miller, der 1944 unbeirrt die Mission verfolgt, einen Gefreiten namens James Ryan von den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges nach Hause zu bringen. Miller ist im Zivilleben Lehrer, ein so unscheinbarer wie aufrechter Mann; als Soldat kompetent und politisch indifferent. Er macht einfach seinen Job ohne viel Aufhebens, weil er weiß, dass der Job wichtig und menschlich notwendig ist.

In „Bridge of Spies“ verkörpert Tom Hanks nun den Versicherungsanwalt James B. Donovan, der 1960 unbeirrt und ohne viel Aufhebens seinen Job macht, weil er gut darin ist. Es ist ethisch, den Menschen Versicherungsschutz zu geben, solange die Rechnung aufgeht und jeder sich an die Regeln hält, sagt er im Streit mit dem Vertreter der Gegenseite. „Sonst gibt es gar keinen Schutz mehr für die Menschen.“ So lernen wir ihn kennen: Nüchtern und kompetent, ganz der Captain Miller in zivil.

Schauprozess gegen Rechtsstaatlichkeit

Doch nun soll Donovan Rudolf Abel (Mark Rylance) verteidigen, einen sowjetischen Spion, der seit Jahrzehnten illegal in Brooklyn lebt und Militärgeheimnisse an die Sowjetunion verrät. Ein freundlicher, besonnener älterer Herr, der gerne in seinem schäbigen New Yorker Hotelzimmer malt. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges und der McCarthy Paranoia ist die Nation empört: Der Mann muss auf den elektrischen Stuhl!

Es beginnt das ruhig, mitunter mild-heiter erzählte Martyrium des James B. Donovan, denn von nun an steht er allein. CIA und Regierung wollen einen Schauprozess: Abel soll nach den Prinzipien eines Rechtsstaates „solide“ verteidigt werden, doch das Urteil steht schon von vornherein fest. Er ist der „meistgehasste Mann Amerikas“ und Donovan fortan der „zweitmeist gehasste Mann“. Er wird angefeindet, Schüsse treffen sein Haus, auch die Familie zweifelt an ihm. Doch Donovan, und das erzählt Spielberg meisterhaft, spielt die Farce nicht mit, er nimmt seinen Job eben ernst. Als ihn CIA-Agent Hoffmann um vertrauliche Informationen über seinen Mandanten bittet, lehnt er so bestimmt wie ruhig ab: „Sie haben deutsche Wurzeln, ich irische. Sonst verbindet uns nichts. Was uns zu Amerikanern macht, ist die Verfassung, das Regelwerk, an das wir uns zu halten haben.“

Ein Rechtsanwalt im Kalten Krieg

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Kalter Krieg im kalten Berlin: Donovan auf diplomatischer Mission in der Mauerstadt.

Donovan kann die Todesstrafe abwenden, denn er weiß, wie man sich versichert: „Irgendwann ist einer unserer Leute in derselben Situation. Ist Abel tot, haben wir keine Police mehr.“ Damit beweist er Weitblick. Kurze Zeit später wird der Spionagepilot Francis Powers über der Sowjetunion abgeschossen und gefangengenommen. Donovan reist im Auftrag der Regierung, aber ohne Legitimation, nach Berlin, um als Unterhändler einen Austausch zu organisieren. Zugleich wird ein amerikanischer Student in den Wirren des Berliner Mauerbaus in Ostberlin festgesetzt - Donovan will gegen den Willen seiner CIA-Begleiter beide Amerikaner gegen Abel austauschen. Geschickt manövriert er eine geltungssüchtige, junge DDR gegen den sozialistischen Übervater UdSSR aus und setzt sich zugleich gegen die CIA durch. Ihm gelingt das Wunder, Zwei gegen Einen freizubekommen: Ein unscheinbarer Versicherungsanwalt auf dem mörderisch glatten diplomatischen Parkett des Kalten Krieges.

Ein echter Held

Spielberg entwickelt mit James B. Donovan den Charakter des Captain Miller ethisch und moralisch zu einer Art letzten Instanz weiter: In Donovan verdichtet sich alles, was einen modernen Rechtsstaat ausmacht: Die Kraft der Argumente, die rationale Abwägung bei zugleich tiefem Humanismus und eine unerschütterlicher Verfassungstreue. So wie Captain Miller ein menschlicher Held auf dem Schlachtfeld wird, wird Donovan ein Held des Humanismus im Kalten Krieg. Nach langen Tagen im eiskalten Berlin (gedreht im Studio Babelsberg) kehrt er zurück in sein Land, für dessen Verfassung er so wacker gekämpft hat, und fällt erstmal todmüde ins Bett. Der Mann hat seinen Job gemacht, ohne viel Aufhebens.

 

Fotos: © 2015 Twentieth Century Fox

Homeland

Verschwörungstheorien und Terrorismusbekämpfung – Homeland vereint diese schwierigen Themen in einer spannenden Serie.

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CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) während ihrer Ermittlungen im Nahen Osten.

Die psychisch labile CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) verheimlicht ihre bipolare Störung. Doch genau diese Störung führt zu einer besonderen Sicht auf die Welt und zu unkonventionellen Ermittlungsmethoden.

Bei dem aus dem Irak zurückgekehrten US-Soldaten Nicholas Brody (Damian Lewis) geht Mathison davon aus, dass dieser während seiner Gefangenschaft zur Al-Qaida übergelaufen und nun an Terrorattentaten beteiligt ist. Gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten und Mentor Saul Berenson (Mandy Patinkin) ermittelt die CIA-Agentin, ohne dabei jedoch ausschließlich auf offiziellem Dienstwege vorzugehen. Sergeant Brody wurde ihm Rahmen seines Irakeinsatzes von der Al-Qaida gefangen gehalten und kann nach mehreren Jahren aus der Gefangenschaft befreit werden. Im Laufe der Ermittlungen stellt Mathison als leitende Ermittlerin fest, dass Brody nicht immer die Wahrheit sagt und während seiner Gefangenschaft den Al-Qaida Terroristen Abu Nazir kennengelernt hat und zum Islam konvertiert ist. Diese Grundlagen nutzt Agentin Mathison, um gemeinsam mit ihrem Kollegen Saul Berenson das Terroristennetzwerk im Nahen Osten zu bekämpfen.

Homeland erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen. Inzwischen ist die fünfte Staffel abgedreht, diese spielt in Berlin und gibt tiefe Einblicke in die Arbeit der CIA in Deutschland.

News

Auszeichnung für Innovation

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Preisverleihung in Hannover (v. li.): Markus Mechelhoff (Merkutec), Prof. Dr. Ludger Bölke (Präsident PHWT Vechta), Wirtschaftsminister Olaf Lies, Franz und Diane Wessendorf (Wessendorf Systembeschichtungen).

Große Ehre für Wessendorf Systembeschichtungen aus Emstek: Geschäftsführer Franz Wessendorf nahm gemeinsam mit Projektpartnern den Preis des Innovationsnetzwerkes Niedersachsen aus den Händen von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies entgegen. Das Unternehmen wurde damit für seine neue Fassadengerüst-Verankerung Isorocket ausgezeichnet. Die Innovation ist auch der Vernetzung mit anderen Unternehmen zu verdanken, dazu gehören Merkutec aus Dinklage und Irmler aus Drebber sowie die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) in Vechta.

Foto: Thomas Vorwerk

 


ebz-Erfurter Bildungszentrum feiert 25-jähriges Jubiläum

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An der Feierstunde des ebz nahmen rund 250 Gäste teil, darunter Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Im Aus- und Weiterbildungszentrum des ebz fand die Jubiläumsfeier mit den Mitarbeitern, Partnern und Förderern der Bildungseinrichtung statt. Zu den Gastrednern zählten der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen Bodo Ramelow, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Erfurt Andreas Bausewein sowie der Vorstandsvorsitzende der Thüringer Stiftung für Bildung und berufliche Qualifizierung Andreas Krey.

Foto: Erfurter Bildungszentrum

 


25 Jahre Sommer Schwertransporte

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Die firmeneigene „Hilfspolizei“ sichert die Transporte.

Logistikspezialist Sommer GmbH & Co. KG feierte im münsterländischen Hörstel sein 25-jähriges Bestehen. Die Firmenleitung um Geschäftsführerin und Firmengründerin Helga Sommer manövriert das Unternehmen seit einem Vierteljahrhundert durch eine komplizierte Branche. Mit der Fullservice-Organisation und Betreuung von Schwertransporten fand sie eine erfolgversprechende Nische im harten Branchenwettbewerb. Heute beschäftigt Sommer 120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und betreibt 55 eigene Begleitfahrzeuge zur Absicherung von Großraum- und Schwertransporten. Mit Tochter Helena und Sohn Johannes Sommer läuft sich auch schon die nächste Generation warm, um das Unternehmen auf Expansionskurs zu halten.

www.sommer-europe.com

Foto: Sommer GmbH & Co.KG

 


Unternehmensnachfolge gelungen

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Generationswechsel: Melanie und Hans-Peter Baum.

Die Firma Baum Zerspanungstechnik e.K. hat den Generationenwechsel geschafft: Der Maschinenbau-Zulieferer aus Marl wird künftig von Melanie Baum (31) geführt, die die Geschäfte ihres Vaters und Firmengründers Hans-Peter Baum übernommen hat. Das erfolgreiche „Vater-Tochter-Tandem“ ist ein Beleg für das Zusammenwirken von Erfahrung, unternehmerischer Leidenschaft und dem langsamen Übergang von Verantwortungskompetenz.

www.baum-zerspanungstechnik.de

Foto: Baum Zerspanungstechnik e.K.

 


Herzlichen Glückwunsch, Dr. Helmut Baur!

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V. li.: Jubilar Dr. Helmut Baur, Ute-Henriette und Mario Ohoven, Gabriele Baur, Thomas Strobl (baden-württembergischer Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident).

Vorzeigeunternehmer Dr. Helmut Baur feierte am 12. Juli seinen 75. Geburtstag. Er ist seit 2007 Mitglied im BVMW-Vorstand und im Bundeswirtschaftssenat. 1975 gründeten Helmut Baur und seine Frau Gabriele das erste Binder Optik-Fachgeschäft in Böblingen. Heute gibt es über 50 Binder-Geschäfte mit über 400 Mitarbeitern in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Für seine unternehmerischen Erfolge wurde Baur 1990 mit der Wirtschaftsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet, 1992 folgte das Bundesverdienstkreuz am Bande. Baur ist Ehrensenator und Kuratoriumsmitglied der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen und seit 1992 Honorargeneralkonsul von Malaysia für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Foto: Hoffmann Fotografie

 


Innovationsoffensive. Mittelstand und Gründer.

Die bundesweite Roadshow von BVMW, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und AiF Forschung Technik Kommunikation GmbH bietet Mittelständlern, Start-ups, Wissenschaft und Politik die Möglichkeit, sich in ihrer Region zu informieren, auszutauschen und zu vernetzen. Mit der Roadshow 2016 unterstützen die Partner mittelständische Unternehmen und Gründer dabei, das individuelle Innovationspotenzial und die richtigen Fördermöglichkeiten zur Entfaltung der Innovationskraft zu erkennen. Sie informieren über politische Rahmenbedingungen und Chancen für die Gesellschaft. Weitere Infos und Stationen der Roadshow 2016 unter:

www.bvmw.de/leistungen/innovationsfoerderung.html


Netzwerken über dem Wasser

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Kurt Mezger, Dr. Ulrich Köppen, der Landtagsabgeordnete und Unternehmer Claus Paal und Österreichs Vizekonsulin für Baden-Württemberg Katharina Haslauer (v. li.).

Mit neuen und nützlichen Eindrücken kehrten rund 150 Teilnehmer heim, nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Sie erlebten einen besonderen Netzwerktag auf drei Decks der „MS Vorarlberg“ auf dem Bodensee. Themen waren die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Liechtenstein, Österreich, Schweiz und Deutschland. Die baden-württembergischen BVMW-Repräsentanten Francois Hauviller, Kurt Mezger und Dr. Ulrich Köppen hatten Unternehmer und Unternehmerinnen der Region mobilisiert. Veranstaltet wurde die erstmals durchgeführte Dreiländerbootsfahrt u. a. von Economiesuisse, Advantage Austria und dem BVMW als Partner.

Foto: Advantage Austria

 


Pix Software GmbH schreibt Erfolgsgeschichte

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Nachdem der Mittelständler aus dem nordrhein-westfälischen Niederkrüchten innerhalb von zwei Jahren sein Team verdoppeln und seinen Umsatz verdreifachen konnte, erhielt er gleich zwei Auszeichnungen. Beim regionalen Wettbewerb Great Place to Work® „Beste Arbeitgeber in NRW 2016“ ging er als Sieger hervor, daneben zählt Pix Software auch zu den besten Arbeitgebern in der IT-Branche. Dies wurde im Rahmen der weltweit größten IT-Messe CeBIT vom Great Place to Work® Institut Deutschland bekannt gegeben.

www.pixsoftware.de

 


Techniker in Sachsen ausgezeichnet

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Die Arbeitsgemeinschaft Technikerpreis zeichnete die Abschlussarbeiten von staatlich geprüften Technikern in Sachsen aus. Am Wettbewerb hatten 17 Schulen aus Bautzen, Chemnitz, Dresden, Döbeln, Freital, Freiberg, Glauchau, Leipzig, Plauen und Zwickau teilgenommen. Die Jury bestand aus den jeweiligen Fachbereichs- oder Schulleitern der teilnehmenden Schulen und den Projektförderern – dem BVMW, der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH und der DPFA Akademiegruppe.

Ausgezeichnet wurden: im Fachbereich Maschinentechnik Toni Pepperl, Marcel Kellig im Bereich der freien Kategorie, im Fachbereich Bautechnik Maria Hector und im Bereich Elektrotechnik Tony Börner.

Die Welt in 360°

In jeder Ausgabe stellt Der Mittelstand. BVMW-Mitgliedsunternehmen und deren Produkte vor. Diesmal die Firma Spherovision aus Filderstadt bei Stuttgart, die mit 360-Grad-Visualisierungen Bauten und Räume fotografisch darstellt.

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Virtuell, emotional, interaktiv

Das 2001 gegründete Unternehmen mediaN GmbH Spherovision ist einer von Deutschlands führenden Spezialisten für interaktive 360° Visualisierungen und virtuelle Rundgänge für Unternehmen, Institutionen, Messen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Spherovision ist weltweit mit eigenen Panographen* und Lizenzpartnern aktiv und hat zahlreiche Gebäude und Raumwelten visualisiert, so auch das im vergangenen Jahr eröffnete One World Trade Center in New York.

Zu den Kunden und Referenzen von Spherovision zählen Global Player wie Daimler, BMW, BASF und Bosch, aber auch viele kleine und mittlere Unternehmen und Institutionen im In- und Ausland.

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One World Trade Center in New York

Bundesrat

Deutscher Bundesrat, Berlin

Zielgruppe

Praktisch jedes Unternehmen, ob Handwerksbetrieb oder Konzern, kann mit interaktiven Visualisierungen seine Internetpräsenz optimieren. Da Spherovision bundesweit vertreten ist, ist es möglich, Unternehmen, Gebäude, Räume, Produktionsbereiche oder Referenzobjekte schnell, günstig und in höchster Qualität für Online- oder Offlinezwecke visualisieren zu lassen. Im Bereich Hospitality z. B. steigern 360°-Visualisierungen die Online-Buchungen um bis zu 40 Prozent, und die Verweildauer auf der Webseite ist bis zu sieben mal länger.

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Deutsche Bank

Die Technik

Die interaktiven 360° Visualisierungen werden mit Profi-Kameras und automatischen Panoramaköpfen des Schweizer High-Tech Unternehmens Seitz aufgenommen. In einem eigens entwickelten Postproduktions-Prozess entstehen daraus digitale Endprodukte von höchster Qualität, die in wenigen Minuten in jede Webseite integriert werden können.

Zur Umsetzung der Kundenwünsche setzt Inhaber Markus Eistert auf neueste Technologien und innovative Hard- und Software für optimale Resultate. Die Software wurde individuell weiterentwickelt und sichert dem Unternehmen einen führenden Rang – weltweit. Es kommen High-End-Technik (Nikon, Canon, Leica etc.) oder aber Weltrekord-Kameras von Seitz zum Einsatz. Die Seitz 3D-Roundshot kann beispielsweise 470 Millionen Pixel in drei Sekunden erfassen und durch ihre extrem hohe Auslesegeschwindigkeit von 300 MB pro Sekunde ist sie 100 x schneller als jedes andere existierende System. Damit werden die Grenzen für hochauflösende Digitalfotografie neu definiert.

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Mercaden, Böblingen

Das Produkt – Emotionen wecken in technischer Perfektion

Die interaktiven 360° Visualisierungen und virtuellen Rundgänge von Spherovision machen Räume, Gebäude, Industrieanlagen und Produktionsstätten emotional und äußerst eindrucksvoll erlebbar und lassen den Betrachter in die gezeigten Raum- und Erlebniswelten eintauchen. Auch komplexe Raumzusammenhänge werden dadurch in einer Weise interaktiv darstellbar, wie dies kein anderes Medium vermag. Die 360° Visualisierungen können auch für Offline-Präsentationen, Messeauftritte, Apps usw. eingesetzt werden.

In den Spherovision®-Panographien* kann sich der Besucher einer Website frei und interaktiv im abgebildeten Raum bewegen, um alles zu betrachten. Der Besucher steht so selbst im Mittelpunkt der Szene und wird vom visuellen Erlebnis fasziniert.

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Markus Eistert

mediaN GmbH Spherovision

Das Unternehmen besteht aus einem Kompetenzteam professioneller Fotografen, Media- und Marketing-Experten, Software-Entwickler und Journalisten.

Geschäftsführer: Markus Eistert
Sitz: Filderstadt bei Stuttgart
Gründung: 2001
Mitarbeiter/Lizenzpartner: ca. 30
Branche: Interaktive 360° Visualisierungen, Fotografie, Virtual Reality
www.spherovision.de

*Bei dieser fotografischen Technik wird ein Bild aus mehreren sich überlappenden Fotografien zusammengesetzt.

Fotos: spheroVision

Frischer Fisch 4.0

Die Fresh Corporation geht mit ihrer Fischfarm in Völklingen, Saarland, weltweit neue Wege bei der Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln.

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FRESH produziert in weltweit einmaligen XXL-Salzwasserpools mit geschlossenen Kreisläufen fangfrische Fische.

Auf den ersten Blick sieht das Industrieareal auf dem Gelände einer ehemaligen Kokerei in Völk- lingen bei Saarbrücken aus wie jedes andere Industrieareal. Ein neutraler eingeschossiger Bau, unspektakulär und nicht allzu groß. Doch was sich darin verbirgt, ist eine Weltneuheit und könnte die weltweite Fischproduktion auf den Kopf stellen.

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Das hochqualifizierte Team von FRESH umfasst Meeresbiologen, Techniker aber auch Marketingfachleute.

Die Fresh Corporation befindet sich zurzeit im Aufbau zum führenden Unternehmen im Bereich Urban Fishfarming. Das Konzept ist weltweit neuartig und bietet Lösungen für die Herausforderungen bei der Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln. Fresh beschreitet dazu technologisch neue Wege, die eine nachhaltige und gleichzeitig genussreiche Versorgung mit fangfrischem Fisch ermöglichen. Während Wildfang, aber auch die bisherige Fischzucht massive ökologische Nachteile mit sich bringen, hat Fresh ein neuartiges Konzept entwickelt. Es bietet eine einzigartige Frischfangqualität dank kurzer Transportwege sowie Aufzucht in biologisch gereinigten Wasserkreisläufen mit biologisch zertifiziertem Futter.

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Die Fische von FRESH wachsen in kristallklarem Wasser auf und werden mit biologisch hochwertigem Futter versorgt.

„Bei Fresh gehen wir von Grund auf neue Wege. Das beginnt mit den weltweit einmaligen XXL-Salzwasserpools, unserem konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzept, dem Frischfangqualitätsversprechen sowie der engen Zusammenarbeit mit der Forschung“, beschreibt Geschäftsführer Peter Zeller das Konzept.

Die Fischfarm, die auf Initiative der Gewerbeansiedlungsgesellschaft und der Stadtbehörde Völklingen gebaut wurde, wird stetig weiterentwickelt. Aktuell schwimmen rund 150 Tonnen Fisch – Kingfish, Dorade und Wolfsbarsch – in den Pools, rund 500 Tonnen Jahresproduktion sind geplant. Das Angebot stößt bereits auf großes Interesse und wird von führenden Gastronomie-Lieferanten rege nachgefragt. Die erste Produktion des Kingfish, der sich hervorragend für Sushi und Sashimi eignet, ist bereits ausverkauft, zurzeit wird wieder Jungfisch aufgezogen.

Mit dem Konzept Fishfarming 4.0 setzen Zeller und sein hochqualifiziertes Team zum ersten Mal weltweit konsequent auf die systematische Optimierung der Prozesse, indem regelmäßig Daten erfasst und ausgewertet werden.

Die Macher rund um Peter Zeller zielen auf die weltweiten Chancen ab, die Urban Farming im Großformat bietet. Im Prinzip kann eine Fresh Fischfarm nämlich überall gebaut werden, wo Industrieland verfügbar ist oder neu genutzt werden soll. Also auch in den kommerziell sehr interessanten großstädtischen Gebieten, wo Absatzmärkte sozusagen vor der Fischfarmtüre liegen.

FRESH Corporation GMBH, Völklingen, Saarland
Geschäftsführer: Peter Zeller
Gegründet: 2015
Anzahl der Mitarbeiter: 12
Branche: Lebensmittel
www.freshcorporation.com

 

Fotos: Fresh Corporation AG

Mit dem Hamsterkäfig zum Weltmarktführer

Norbert Zajac hat aus seinem Hobby einen Beruf gemacht. Was vor vierzig Jahren mit einem Hamsterkäfig begann, steht heute an der Spitze des Zoofachhandels. Hunderttausende pilgern Jahr für Jahr nach Duisburg-Meiderich, um Zajacs Lebenswerk zu bestaunen.

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Blick auf die Messehallen in Duisburg-Neumühl.

Schauen, streicheln, füttern – wer durch die weitläufigen Hallen des Duisburger Zoo Zajac-Tierfachhandels streift, erlebt eine Hybridwelt. Auf der einen Seite interessiertes Fachpublikum, Aquaristen, Terraristen, Freunde der Ornithologie, Hundebesitzer. Sie alle orientieren sich, kaufen Futter, Zubehör und andere Tieraccessoires bei Norbert Zajac, der sich als NRW-Wirtschaftssenator auch beim BVMW engagiert. Auf der anderen Seite stehen mitten im Gewusel Schulklassen und junge Familien und erleben den Fachhandel als Zoobesucher.

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Einen Einkauf bei Zajac verbinden viele mit einem Familienausflug.

Besucher sind herzlich willkommen

Und bei Zajacs lässt sich gut studieren. Regelmäßige Führungen, Erläuterungen über Herkunft, Umweltbedingungen und Tipps zur optimalen Haltung von Tieren gibt es hier in Duisburg. Das Konzept des Erlebnis-Fachhandels, wie Norbert Zajac es realisiert, hat Zukunft, denn es spricht alle Sinne an. Im ganzen Gebäude der Geruch von Tierwelt, Vogelgezwitscher, Wasserrauschen und viele kaum identifizierbare exotische Laute – kurzzeitig entsteht das Gefühl von Wildnis, das jeder Tierbesitzer so liebt. Die gelebte Verbindung zwischen Mensch und Tier, das ist das Faszinierende an der privaten Tierhaltung. Allerdings, erläutert Zajac, sorgen Accessoires und Futter für den Gewinn des Weltmarktführers, der Tierverkauf selbst ist defizitär. Und die deutschen Tierfreunde lassen sich ihre Liebe etwas kosten: 2015 lag der Branchenumsatz hierzulande bei über einer Milliarde Euro, Tendenz stark steigend. Ein nicht unerheblicher Teil davon floss durch die Kassen von Zoo Zajac, der sich schon für die kommenden Expansionsschritte fit macht. Demnächst sollen sogar Pinguine her, so Zajac.

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Auch die Aquaristik kommt bei Zajac nicht zu kurz.

Wachstum mit Nebenwirkungen

Der Duisburger bekam als Vierjähriger seinen ersten Hamster. Weil ihm der eine nicht genügte, startete er bald seine eigene Züchtung. Er begann mit den Tieren zu handeln, um die Fütterung der stetig wachsenden Zahl der eigenen Tiere zu finanzieren. Schnell kamen Meerschweinchen, Zierfische und Vögel hinzu. Mit 13 erhielt Zajac eine Sondergenehmigung des Amtstierarztes zur Zucht von Greifvögeln. Das Geschäft Zoo Zajac eröffnete er als Zwanzigjähriger. Damals bürgte der Vater für die Finanzierung von 100.000 DM.

Seitdem heißt es Wachsen, wie es sich für einen Züchter gehört. Deshalb pilgern heute unzählige Schaulustige Tag für Tag zu seinen Aquarien, Volieren und Terrarien. Dennoch blickt Zajac mit gemischten Gefühlen auf seine Unternehmerkarriere zurück. „Vieles war Kampf, manches musste mit unglaublicher Geduld buchstäblich ausgesessen werden“, erinnert er sich. „Wenn die wichtigsten Kunden nicht zahlen, steht alles auf der Kippe. Da denkt man auch schon einmal ans Aufhören. Das kam mehr als einmal vor.“ Doch seine Kämpfernatur obsiegte ein ums andere Mal. Sein Geschäft benötigte Platz, viel Platz: Und so wurden aus den anfänglich 65 m² Ladenfläche schnell mehrere Tausend. Aber je höher einer hinaus will, desto dünner wird die Luft. Bankkredite platzten, die Zahlungsmoral der Kunden ließ nach, Zajac brauchte schnell Kapital, das er sich in einer einmaligen Aktion über Crowdfunding beschaffte. Heute erwirtschaftet der Fachhändler einen Jahresumsatz von 15 Millionen Euro. Eine neue Herausforderung erwartet Zajac durch die Online-Konkurrenz. Aber welcher Online-Shop kann mit den realen Gefühlen in den Räumen des größten Zoofachhändlers mithalten?

DER-MITTELSTAND-Potrtät-Zoo-Zajac-1 Geschäftsführer Norbert Zajac lebt seine Leidenschaft für Tiere.

 

Zoo Zajac GmbH
Gründung: 1975
Standort: Duisburg-Meiderich (Nordrhein-Westfalen)
Anzahl der Mitarbeiter: 170
Geschäftsführer: Norbert Zajac
www.zajac.de

Fotos: Zoo Zajac GmbH

Waxingpioniere aus Berlin-Mitte

Zwei gründungsaffine Frauen, eine Geschäftsidee aus Eigeninteresse und eine Dienstleistung, die nicht unbedingt seriös erschien …

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Unternehmensgründerinnen und Geschäftsführerinnen Christine Margreiter (li.) und Sibylle Gräfin von Stolberg.

Bei einem gemeinsamen Essen im Jahre 2004 lernten sich die studierte Mikrobiologin Sibylle Gräfin von Stolberg und die gebürtige Österreicherin und Marketingmanagerin Christine Margreiter kennen und entschieden, die damals noch wenig bekannte Haarentfernung durch Wachs in Deutschland salonfähig zu machen und professionell zu implementieren. Noch im selben Jahr gründeten sie das Franchiseunternehmen Wax in the City. Zuvor war keine der beiden Unternehmerinnen im Bereich der Kosmetikdienstleistungen tätig, jedoch der Unternehmergeist existierte schon viele Jahre.

Zur Zeit der Unternehmensgründung wurde die Dienstleistung des Waxings lediglich in Kosmetikstudios als Extradienstleistung angeboten und in der Öffentlichkeit galt es lange Zeit als ein Tabuthema. Mit der Gründung von Wax in the City in Berlin-Mitte betraten von Stolberg und Margreiter unternehmerisches Neuland.

Nur elf Jahre später steht Wax in the City für eine internationale Firmengruppe, die ein länderübergreifendes Franchisesystem mit 250 Mitarbeitern in mehr als 20 Studios in sechs Ländern etabliert hat. Außerdem erreichten die beiden Gründerinnen die Selbstverständlichkeit des Waxings bei Mann und Frau. Von Anfang an war ihnen klar, dass sie nicht ausschließlich ein Waxingstudio eröffnen wollten, sondern vielmehr ein Geschäftsmodell, welches sie in Deutschland und später auch auf europäischer Ebene etablieren wollten. Das unternehmerische Engagement von Christine Margreiter ergänzt um die Expertise der Mikrobiologin Stolberg sicherten das anfängliche Marktmonopol in der Kosmetikbranche. Hieraus ergab sich das sensible Gespür für die Bedürfnisse ihrer Kunden sowie die Professionalität, das Thema Waxing salonfähig und populär zu machen.

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Studio am Walter-Benjamin-Platz in Berlin-Charlottenburg.

Im Gespräch mit den deutschen Waxing-Pionierinnen wird schnell deutlich, dass ihnen alles daran liegt, in ihrer Dienstleistung die Besten auf dem Markt zu sein und diese Position stetig zu aktualisieren und zu optimieren. Egal ob Waxing in London, Budapest, Wien oder Berlin – durch zentrale Personalschulungen in Berlin kann eine flächendeckend gleichbleibend gute Qualität und Professionalität garantiert werden, sodass jeder Mitarbeiter eines Wax in the City Studios sich als Waxperte® bezeichnen darf.

Zugute kommt Wax in the City dabei, dass die Haarentfernung eine gefragte Dienstleistung ist. Die Haare wachsen, und Menschen, die Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen, werden weiterhin professionelle Studios aufsuchen. Das Alter spielt dabei ebenso wenig eine Rolle wie das Geschlecht. Das Unternehmen kennt Kunden, die im Alter von 14 Jahren in Begleitung eines Elternteils zur Bein-, oder Achselenthaarung erscheinen ebenso wie Kundinnen, die mit 80 Jahren noch immer Wert darauf legen, enthaart zu sein. In zehn Jahren wurden rund fünf Millionen Waxings durchgeführt, wobei etwa 85 Prozent der Kunden Frauen und 15 Prozent Männer sind.

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Stilvoll eingerichteter Empfang.

Vor drei Jahren wurde das Charity-Programm Waxing for beauty ins Leben gerufen, um plastisch-chirurgische Hilfsprojekte zu fördern. „Wir möchten etwas von dem, was wir mit der Schönheit verdienen, an Menschen zurück- geben, die sie verloren haben“, sagt Christine Margreiter. Die Charity-Initiative unterstützt das Projekt ihres Kooperationspartners placet e. V., dessen Team von hochspezialisierten Ärzten in Berlin ehrenamtlich Opfer von Unfällen, Terror und Krieg operiert.

Hauptaugenmerk der beiden Unternehmerinnen liegt seit einigen Jahren auf der Expansion ihres Franchisesystems. Bereits heute besteht das Franchisenetzwerk von Wax in the City aus 15 Partnern. Tagtäglich erhalten die Geschäftsführerinnen Anfragen aus ganz Europa – doch „die potenziellen Partner müssen zu uns passen“, betont Christine Margreiter. „Wir sind sehr anspruchsvoll bei der Auswahl von neuen Franchisenehmern.“ Zielgruppe von Wax in the City sind hauptsächlich europäische Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern. Potenzielle Partner müssen dem Einrichtungskonzept der Studios zustimmen und ein gewisses Feingefühl mitbringen, um das professionelle Image lokal umzusetzen. Zurzeit arbeiten die Gründerinnen an einem Konzept auch für kleinere Städte.

Fotos: Wax in the City

Kartonagen für Kenner

Den „Schachtel-Bock“ kennt jeder in Zeulenroda. Theodor Bock gründete 1866 eine Buchbinderei, die er aber vierzig Jahre später wieder aufgeben musste. Sein Sohn Emil legte dafür mit Kartonagen die Basis für den heutigen erfolgreichen Betrieb, der 150 Jahre lang alle Irrungen und Wirrungen der Geschichte überstanden hat. Heute liefert das Thüringer Traditionsunternehmen in alle Welt.

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Kartons in allen Farben und Größen. Karl Bock mit seiner Frau Kerstin in der Werkstatt.

„Wir sind ein Ein-Mann-Unternehmen mit sechs Frauen“, scherzt Karl Bock, der Ururgroßenkel, gerne. Bekleidet mit Latzhose berät er zwischen Mustern von vielgestaltigen Schachteln und Schmuckkartons sachkundig seine Kunden in seinem Kontor, wie er seinen Arbeitsmittelpunkt traditionsbewusst immer noch nennt.

Ein ehemals enger und ungemütlicher Klinkerbau wurde vor einigen Jahren durch ein modernes helles Produktionsgebäude ersetzt. Doch die geräumige Produktionshalle ähnelt innen nach wie vor einem Museum. Ohne die alten gusseisernen Maschinen und Geräte könnte die Vielfalt der Kundenwünsche auch heute nicht erfüllt werden. Zahlreiche Prägeeisen mit historischen Logos, Marken und Wappen stellen einen kleinen Schatz dar. Im Internet finden sich folgerichtig bisher keine Spuren des pappe- und papierbasierten Betriebes. Seine Kundschaft folgt der klassischen Mund-zu-Mund-Propaganda und weiß, dass auch einmal etwas mehr Zeit für einen ausgefallenen Wunsch eingeplant werden muss, wenn das Auftragsbuch wieder einmal überquillt.

Karl Bock hat die Firma 1989 als Quereinsteiger übernommen. Als nach einem Jahr die D-Mark und mit ihr die Wirtschafts- und Sozialunion kam, brachen zunächst achtzig Prozent der Aufträge weg. „Wir mussten wieder ganz unten anfangen und kleine Brötchen backen.“ Acht Wochen Kurzarbeit am Anfang ließen kurz Zweifel aufkommen, das Hochwasser 2013 bescherte nochmal eine Auftragslücke. „Wenn die Firma jedoch auf einer gesunden Basis steht, haut einen das nicht um“, sagt der Chef. P6276733

Firmeninhaber Karl Bock in seinem Kontor.

Die Banken allerdings winkten zunächst ab, als Karl Bock sein Unternehmen erweitern wollte. „Sie sind in der falschen Branche, viel zu klein und noch dazu ein reiner Ostbetrieb“, nennt Bock die Argumente, die er sich anhören musste. Erst Ende 1998 fand sich die örtliche Raiffeisenbank bereit, ein neues Firmengebäude zu finanzieren.

Wir machen das, was die Großen nicht können und nicht wollen.

Karl Bock

Heute ist das Einzelunternehmen sehr gut ausgelastet. Der Umsatz ist fünfzehn Mal so hoch wie 1991. „Wir machen das, was die Großen nicht können und nicht wollen“, und so wird in Handarbeit qualitativ hochwertig geklebt, gestanzt und gefalzt. Prägearbeiten mit Gold oder Farbe betonen das Besondere. „Das Ganze steht und fällt mit der Qualität der Mitarbeiter“, betont Bock und lobt seine Mitarbeiterinnen, zu denen auch seine Frau Kerstin gehört.

Aufträge kommen aus China und Kanada, sogar Kalender-Verpackungen zum 35-jährigen Jubiläum des russischen Erdgas-Riesen Gazprom oder Werbeartikel-Kartons für die Sberbank verließen die kleine Manufaktur.

Aber auch kleine Traditionsfirmen brauchen Innovationen. Ein schwedischer Pharmahersteller erhielt im letzten Jahr eine Spezialverpackung, die minus 70 Grad Celsius standhält und sich mehrfach einfrieren und wieder auftauen lässt, bereits vier Monate nach seiner Anfrage. Werbung, gesteht Bock, habe er noch nie gemacht. Sein Geheimnis besteht wohl darin, auch kleine Kunden mit Top-Qualität zufriedenzustellen. „Mein heutiger größter Kunde“, erzählt Bock, „wollte 1992 eine spezielle Kartonage in einer kleinen Stückzahl haben. Heute liefern wir an diesen Medizintechnik-Hersteller mehrere hunderttausend Kartons im Jahr.“

Die Unternehmensnachfolge ist gesichert: Tochter Beate Bock, Buchbindermeisterin und Papiertechnikerin, hat ihre Erfahrungen in Oxford, München und in der Schweiz gesammelt und steigt demnächst mit ihrem Lebensgefährten in die kleine Zeulenrodaer Firma ein.

10 Jahre im BVMW-Kreisverband
Landkreis Greiz
Kurt Bock Kartonagen
Kartonagenproduktion seit 1866
Standort: Zeulenroda-Triebes (Landkreis Greiz)
Inhaber: Karl Bock
Umsatz: 600.000 Euro
Beschäftigte: 7
Produkte: Roh- und Feinkartonagen, Offsetbedruckte Wellpappkartonagen, Archivkartons, Stanzartikel, Blind-, Relief- und Folienprägungen

Kontakt: schachtelbock@t-online.de

Fotos Steffen Beikirch, OTZ

Ein besonderes Jahr für Qundis

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Qundis Jubiläumsfeier in Erfurt (v. li.) : Günther Richter, Dr. Karen Römpler (beide BVMW); Dieter Berndt (Geschäftsführer Qundis GmbH); Wolfgang Tiefensee (Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft), Thomas Röhrl (Geschäftsführer Qundis GmbH, Mitglied im Landeswirtschaftssenat und in der Bundeskommission Energie des BVMW).

Im Rahmen des TOP 100-Innovationswettbewerbs erreichte die Erfurter Qundis GmbH in der Kategorie Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern den 1. Platz und trägt somit den Gesamtsieg als „Innovator des Jahres“.

Die TOP 100-Jury, bestehend unter anderem aus Jochen Schweizer, Dr. Sahra Wagenknecht und Cem Özdemir, lobte insbesondere den Innovationserfolg von Qundis sowie die Einbindung von Mitarbeitern und externen Partnern. „Als Technologieführer in der Verbrauchsmessung und in der funkgestützten Datenübertragung leistet die Qundis GmbH einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Energiewende“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

BVMW-Mitglied Qundis ist Vorreiter bei der Entwicklung von Systemen für die Verbrauchserfassung von Wasser und Wärme. Allein zwischen 2012 und 2014 erhielt das Unternehmen insgesamt 55 Patente für seine digital ausgerichteten Mess-Systeme.

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Preisverleihung TOP 100 in Essen (v. li.): Ranga Yogeshwar (Mentor TOP 100), Thomas Röhrl (Geschäftsführer Qundis GmbH), Prof. Dr. Nikolaus Franke von der Wirtschaftsuniversität Wien und wissenschaftlicher Leiter von TOP 100.

Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt Mittelstandspräsident Mario Ohoven. Mentor des TOP 100-Wettbewerbs ist der Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Ranga Yogeshwar. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der BVMW. Initiator dieses einmaligen Wettbewerbs ist Joachim Schuble.

Darüber hinaus feierte die Qundis GmbH unter dem Motto „Innovation aus Tradition“ auf dem Erfurter Firmengelände zusammen mit Partnern, Kunden, Freunden sowie hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft ihr 25-jähriges Jubiläum. Zu den Festrednern zählten Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Schirmherr Bundespräsident a. D. Christian Wulff erhielt für seine Laudatio starken Beifall.

„Wir freuen uns, dass wir unser Jubiläum mit so vielen Geschäftspartnern und Freunden begehen konnten. Es war ein spannender Tag mit vielen Eindrücken und Erinnerungen aus 25 Jahren Firmengeschichte“, sagte Dieter Berndt, Vorsitzender der Geschäftsführung. Er dankte vor allem den engagierten Mitarbeitern, ohne die eine solche Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen wäre.

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Foto Unten: KD Busch/compamedia; Foto Oben: Qundis

Fingerabdruck: aber sicher

Als Günther Mull mit dem Forschungsprojekt zur automatischen Fingerabdruckerkennung anfing, war es noch Teil seiner Biologie-Doktorarbeit. Heute leitet er mit seiner Dermalog Identification Systems GmbH ein international führendes Unternehmen im Bereich biometrischer Identifikation.

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Günther Mull präsentiert den LF10 Fingerabdruckscanner, der für die Registrierung von Flüchtlingen eingesetzt wird.

Einen Grund für den Erfolg von Dermalog sieht der geschäftsführende Gesellschafter Günther Mull in der umfassenden Betrachtungsweise der Biometrie: „Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern biometrischer Konzepte basiert unsere Arbeit nicht ausschließlich auf Soft- und Hardware. Wir lassen auch Humanbiologie und Morphologie in unsere technische Forschungs- und Entwicklungsarbeit einfließen. Dies spiegelt sich auch in unserem Namen wider, der sich aus den griechischen Wörtern derma für Haut und log für mathematische Logik zusammensetzt.“

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Treffen mit Kanzleramts-Minister Altmaier im Januar 2016 im Kanzleramt.

Mit dieser Herangehensweise entwickelt Dermalog qualitativ hochwertige und innovative technologische Konzepte und ist inzwischen Inhaber einer großen Anzahl von biometrischen Patenten. Ihre Fingerabdruck-Technologie findet in Deutschland zum Beispiel bei Behörden wie Einwohnermeldeämtern oder der Bundespolizei Anwendung und wird seit kurzem auch zur Flüchtlingsregistrierung genutzt. Die weltweit bisher größte Biometrie-Installation für Banken wurde ebenfalls von Dermalog durchgeführt: ein 50-Millionen-Dollar-Projekt für die 23 Banken und die Zentralbank in Nigeria. Auch das weltweit erste FingerPayment-Projekt stammt vom Hamburger Unternehmen.

„Möglich ist unser innovativer Vorsprung, weil bei uns als inhabergeführtem Unternehmen schnelle Entscheidungsfindungen an der Tagesordnung sind“, erklärt Mull. Neben dem Management sind auch Forschung und Entwicklung sowie die Support- und Marketingabteilungen im Hauptsitz in Hamburg ansässig und arbeiten bereits an den biometrischen Lösungen von morgen. „Das Unternehmen entwickelt sich derzeit weiter zum Anbieter für weitere Biometrien wie zum Beispiel Gesichts- und Iriserkennung“, erläutert Mull. Ziel ist es, als Gesamt-Anbieter für alle Biometrien aufzutreten. Mit dem neuen Dermalog ABIS (Automatic Biometric Identification System) bietet das Unternehmen bereits die Kombination verschiedener Biometrien an. Zukünftig soll eine eigene Sprecher-Erkennung (für Mobile Banking) und ein DNA-Matching (für die Suche von DNA-Spuren in großen Datenbanken) entwickelt beziehungsweise fertiggestellt werden. Für den Consumer-Markt sind zudem eine Reihe von biometrischen Apps in Planung.

DERMALOG Identification Systems GmbH wurde 1995 vom geschäftsführenden Gesellschafter Günther Mull gegründet. In den letzten 14 Jahren konnte das Unternehmen in jedem Jahr zweistellig wachsen. Allein in den letzten drei Jahren wurde der Umsatz von 20 Millionen Euro auf 42 Millionen Euro verdoppelt. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist gestiegen: von 80 auf 150 Mitarbeiter in Hamburg – und weltweit auf 170.

Neben den drei Standorten in Hamburg gibt es noch Tochterfirmen in Malaysia und Singapur. Seit 2012 ist die Bundesdruckerei GmbH mit 22,4 Prozent am Unternehmen als stiller Gesellschafter beteiligt.
www.dermalog.com

Foto oben: M. Kijac

Manege frei für den Mittelstand

Der rheinische Mittelstand erlebte im Kölner Circus Roncalli einen Unternehmerabend der Extraklasse. Mehr als 1000 Unternehmerinnen und Unternehmer trafen sich an traditionsreicher Stätte und verknüpften artistische Metaphern mit modernen Instrumenten zur Unternehmensführung.

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Wann hat es das je gegeben: Zirkusartisten und Unternehmer formen einen gemeinsamen Kommunikationsraum. Dem Kölner BVMW ist dieses Kunststück spektakulär geglückt. Coach Dr. Stefan Frädrich führte als Moderator durch einen unvergesslichen Abend im traditionsreichen Zelt des Zirkus Roncalli. Einen großen Anteil am Gelingen hatte das Kölner BVMW-Team um Kreisverbandsleiterin Margit Schmitz. Zahlreiche Sponsoren haben zusammen mit dem Hauptsponsor Unitymedia ein Programm auf die Beine gestellt, das den Zuschauern erstklassige Unterhaltung mit Lerneffekt präsentierte und zeigte, dass Businessstrategien mit Zirkusperformance auf höchstem Niveau zusammenspielen können. Bildgewaltig führten die Zirkusartisten ihrem Publikum die kreative Kraft von Fehlern vor, um anschließend Fragen der unternehmerischen Fehlerkultur zu erörtern. Denn: Nur der erkannte Fehler lässt sich in Erfolg ummünzen. Voraussetzung dafür sind Ehrlichkeit und Offenheit in der Kommunikation.

Profi-Jongleur Andy Gebhardt und der in einem Shaolin-Kloster ausgebildete Coach Marc Gassert lenkten den Fokus auf Fragen der Selbstdisziplin und der kreativen Ummünzung realisierter Fehler in praktikable und erfolgreiche Führungsinstrumente. Den höchsten Stellenwert im menschlichen Miteinander, und das gilt gerade auch für die Geschäftswelt, nehmen Werte wie Vertrauen und Disziplin ein. Ohne ein produktives und ehrliches Miteinander kann auch in der Wirtschaft nichts gedeihen. Vor allem Trapezkünstler und Hochseilakrobaten können, das zeigte die atemberaubende Performance, ohne gemeinsame und offene Fehleranalyse, synchronisiertes Handeln und Vertrauen in die Stärke ihrer Partner nicht erfolgreich sein.

Der Abend in der Kölner Rheinmetropole spiegelte den außergewöhnlichen Netzwerkcharakter des BVMW wider, der nach den Worten seiner Kreisverbandsleiterin Schmitz „laut und deutlich für die Belange des Mittelstands trommelt. Jobs und Wohlstand entstehen hier bei uns, wo Menschen tagtäglich gemeinsame Zukunftsprojekte mutig planen.“ Der Abend im Zirkus Roncalli war das erste Event dieser Art in Deutschland. Schmitz war das Kunststück gelungen, Idee und Konzept aus einem Guss zu entwickeln und gemeinsam mit der Eventagentur „Pusch und Lutz“ aufs Gleis zu heben.

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Margit Schmitz, Leiterin des BVMW Kreisverbands Köln, in der Manege.

 

Fotos: Silvia Steinbach – Fotodesign

BVMW-Kommissionen stellen die Weichen

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Kommission Internet und Digitales

Die Kommission Internet und Digitales bildet die Stimme des digitalen und IT-anwendenden Mittelstandes und dient als Expertenkreis zum Thema Digitalisierung für die Verbandsmitglieder des BVMW. Die Kommission tagte vor kurzem im Rahmen der tools Digitalkonferenz in Berlin und wählte einen neuen Vormann. Lars Einsle, von Grünberg.Digital. aus Hamburg, wurde einstimmig zum Vorsitzenden der Kommission Internet und Digitales gewählt. Die Leitung der Kommission wird unterstützt durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Uwe Brettner von der nicos AG aus Münster. Für das zweite Halbjahr 2016 stehen die Schwerpunkte Digitalisierung der Bildung, Start-ups und New Economy sowie Plattform- und Wettbewerbsökonomie auf dem Programm.

Die Kommission wird sich aktiv am Dialogprozess zum Grünbuch „Digitale Plattformen“ des Bundeswirtschaftsministeriums einbringen. Der Dialogprozess zum Grünbuch läuft bis zum 30. September 2016.

Wenn Sie Interesse haben, Ihre Expertise bei dem Thema einzubringen und an der Stellungnahme aktiv mitwirken möchten, wenden Sie sich bitte an Diana Scholl: diana.scholl@bvmw.de

Energiekommision

Das jüngste Treffen der BVMW-Energiekommission stand ganz im Zeichen zukunftsträchtiger Themen. Die Teilnehmer diskutierten über neue Formen der Mobilität mit dem verkehrspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Stephan Kühn, sowie mit einem Vertreter der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH). Wichtig war den Kommissionsmitgliedern vor allem die Verknüpfung der Fahrzeuge mit dem Energiesystem. Eine Förderung der Elektromobilität durch eine steuerfinanzierte Kaufprämie bewerteten sie hingegen kritisch. Wichtiger sei der Fokus auf die notwendige neue Infrastruktur.

Einigkeit herrschte darüber, dass dieses Thema vor allem im Hinblick auf die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität auch in der kommenden Legislaturperiode aktuell sein wird. Die Kommission verständigte sich zudem darauf, weitere energiepolitische Vorschläge für die kommende Legislaturperiode zu formulieren mit dem Ziel, diese durch die frühzeitige Positionierung in den Wahlprogrammen der Parteien zur Bundestagswahl 2017 und später im Koalitionsvertrag zu verankern.

Die Diskussion machte deutlich, dass viele aktuelle energiepolitische Fragen weiter ungelöst sind und sinnvolle Antworten nur mit einem Fokus auf dezentrale Lösungen gegeben werden können.

Foto: © Rzoog – Fotolia.com

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